Viele Fragen: Die Bürger der Abteistadt wollen wissen, wie es um den geplanten Bestattungswald am Prümer Kalvarienberg aussieht.

Bestattungskultur : Bestattungswald: Bald ruht man unter Prümer Douglasien

Der geplante Bestattungswald stößt auf starkes Interesse bei vielen Bürgern. Und sie wollen wissen, wer ihn denn betreibt.

Die Frage kam fast am Ende der Stadtratssitzung vorige Woche, gestellt von Julia Peter, Gastwirtin und Mitglied der CDU-Fraktion. Aber sie brachte noch einmal ein Thema aufs Tapet, das die Prümer und ihre Nachbarn in der Umgebung beschäftigt: Sie werde immer wieder auf den Bestattungswald angesprochen. „Vielleicht kann man noch mal der Öffentlichkeit erklären, wie es heißt, was es kostet und so weiter.“

Kurzer Blick zurück: Peter Wind, Forstamtsleiter und parteiloser Fraktionskollege von Julia Peter, hatte vor beinah genau einem Jahr die Idee dazu gehabt, diese letzte Ruhestätte mitten in der Natur im Baumbestand am Prümer Kalvarienberg anzulegen. Und restlos alle im Rat waren dafür gewesen. Der TV hatte darüber berichtet, und bald schon konnte sich Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy vor Anfragen kaum retten. Einige Bürger wollten sich bereits eine Stelle reservieren lassen im Schatten der Kalvarienberg-Douglasien.

Hinweis der Forstleute: Bis hier hin wird geschnitten. Foto: TV/Fritz-Peter Linden

Jetzt aber, sagte Julia Peter, gebe es doch immer mehr Fragen dazu: „Jeder interpretiert da was anderes rein.“ Und immer wieder sei auch die Rede von Unternehmen „von überall her“, die angeblich dann den Wald betreiben würden.

Daraufhin half Peter Wind erst einmal bei der Wortklärung: „Wenn von solchen Wäldern gesprochen wird, tauchen immer zwei Begriffe auf: erstens Friedwald und zweitens Ruheforst.“ Das aber seien tatsächlich geschützte Bezeichnungen von Unternehmen, die solche Ruhestätten betreiben. Deshalb habe man bisher in Prüm offiziell immer den Begriff Bestattungswald verwendet, damit da keine Verwechslung entstehe.

Das mit der Betreiberschaft bleibe auch ein Jahr später wirklich ein Thema bei den Prümern, sagte Mathilde Weinandy. „Die Leute rufen immer wieder an.“ Und deshalb sei noch einmal klargestellt: Es komme keine Fremdfirma rein. „Wir sind Betreiber“ – und niemand sonst.

Die Planungen sind unterdessen ein Stück weiter vorangeschritten, selten ist in der Abteistadt ein Projekt so flott in die Gänge gekommen. Derzeit, sagt Mathilde Weinandy, sei das Ingenieurbüro Scheuch dabei, alles planerisch zu entwickeln. Und die Kreisverwaltung in Bitburg, ergänzt Robert Ennen vom Bauamt der Verbandsgemeinde Prüm, habe die Genehmigung schon in Aussicht gestellt.

Ein Hektar groß, sagt Hubert Thomas vom Ingenieurbüro, sei der Bestand direkt über der KalvarienbergKapelle. Auf diesen 10 000 Quadratmetern soll es ausschließlich Urnenbestattungen geben. Die Urnen müssen biologisch abbaubar sein.

Die Bürger können sich auch einen Familienbaum auswählen. Um das alles regeln zu können, müssen die Bäume gezählt und in ein Kataster eingetragen werden. Damit die Angehörigen anschließend „ihren“ Baum auch finden können – auf Wegen, die in den Wald hinein gelegt werden. „Viel mehr wird da auch nicht gemacht“, sagt Hubert Thomas. Was an Bäumen rausmusste, habe das Forstamt bereits geschlagen. Hier und da werde noch Gestrüpp entfernt, außerdem soll man künftig mit dem Auto bis kurz vor die Kapelle fahren können. Alles in allem, sagt die Bürgermeisterin, „ist das eine gute Kombination da oben“.

Im März, schätzt Thomas, dürfte das Kataster stehen. Und mit etwas Glück könne im dritten Quartal dieses Jahres alles so weit sein für die ersten Bestattungen. Die Kosten stehen noch nicht fest. „Das muss im Stadtrat abgestimmt werden“, sagt Mathilde Weinandy.