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Viele Hände und eine große Gemeinschaft

Viele Hände und eine große Gemeinschaft

Den vergangenen Samstag haben die Beilinger sinnvoll zusammen auf ihrem Dorfgemeinschaftstag verbracht: Statt nur Müll einzusammeln, haben über 100 Einwohner bei Instandhaltungsarbeiten, beispielsweise auf dem Spielplatz oder dem Friedhof, geholfen.

Beilingen. Sei es die Grillhütte, die dorfeigene Grotte, der Spielplatz oder auch der Friedhof. Alles kommt irgendwann in die Jahre und muss wieder in Schuss gebracht werden. Davon bleibt auch das Eifeldörfchen Beilingen nicht verschont, das rund 400 Einwohner zählt. Statt aber eine Firma darauf anzusetzen, die Schäden zu beheben, packen die Beilinger lieber selbst an. Das spart nicht nur Kosten, sondern schafft auch ein großes Gemeinschaftsgefühl.
Im Februar setzte sich der Gemeinderat rund um Ortsbürgermeister Michael Mohr zusammen mit den Vereinsvorsitzenden an einen Tisch und planten den Dorfgemeinschaftstag. Das optimistische Ziel nach Mohr: "Jeder Vierte im Dorf soll mithelfen." Und das ist gelungen. Rund 100 Helfer trafen sich am frühen Samstagmorgen, um sich an die Arbeit zu machen. Die Altersspanne reichte von fünf bis 80 Jahren.
Eine Baustelle war am Samstag der Spielplatz: Die Spielgeräte erhielten neuen Glanz indem sie gereinigt wurden und der Zaun einen neuen Anstrich.
Dirk Volkwein half mit seinen Töchtern Anna-Lena und Leonie: "Das mache ich gerne. Vor allem weil ich ja selbst Kinder habe." Während circa 25 Arbeiter auf dem Spielplatz werkelten, sammelten 30 Beilinger, vorwiegend Messdiener, den Müll in und um Beilingen auf. Kleiner Unrat wurde in blaue Müllsäcke gesteckt, größere Dinge wie Autoreifen wurden auf einen Anhänger verladen. "Das hat ja auch einen Lerneffekt", sagt Mohr. "Wenn die heute hier den Müll aufsammeln, überlegen es sich die Kinder in Zukunft zweimal, ob sie ihre McDonald\'s-Tüten aus dem Auto werfen."
Aber nicht nur die "Ur-Beilinger" engagierten sich am Gemeinschaftstag. Auch die amerikanischen Mitbewohner wurden eingeladen mitzuhelfen. So auch Justin Packman, der die Friedhofsgruppe unterstützte. "Es ist einfach richtig, das zu tun", sagt Packman. "Wir genießen es in Beilingen zu leben. Die Menschen sind alle sehr nett." Auf dem Friedhof erhielt beispielsweise die Mauer einen neuen Verputz und das Kriegerdenkmal ein neues Beet. Wer in Zukunft auf der Grillhütte feiert, darf sich über einen neuen Weg zu den Toilettenanlagen freuen. Die Grotte wurde unter anderem von Unkraut befreit.
"Ich finde es richtig klasse, dass hier so viele mithelfen", sagt Michael Mohr begeistert. "So kann unsere Gemeinde nur gewinnen." Das sieht nicht nur der Ortsbürgermeister so, sondern auch die anderen Helfer, wie die 17-jährige Lena Koster: "Das ist schon alles sinnvoll und gut für die Dorfgemeinschaft." lale