Viele Häuptlinge - ein Ziel
Der Kreistag des Eifelkreises hat am Montag der Aufnahme von Fusions-Gesprächen zwischen der Kreissparkasse (KSK) Bitburg-Prüm und der KSK Daun zugestimmt. Nun wird es zur Bildung eines Gremiums kommen, welches die Verhandlungen aufnimmt.
Bitburg-Prüm/Daun. Nach dem Platzen der Fusion von Sparkasse Trier und KSK Bitburg-Prüm sind nun die ersten Formalien für die Aufnahme von Gesprächen zur Verschmelzung der Eifelkreis-KSK mit dem Nachbar-Institut in Daun erledigt. Der Kreistag des Landkreises Vulkaneifel hatte erst kürzlich das aus dem Juni stammende Gesprächs-Angebot aus Bitburg angenommen (der TV berichtete). Analog zum Dauner Beschluss bildet man nun auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm ein Verhandlungsgremium, dem der KSK-Verwaltungsrat inklusive der Arbeitnehmervertretung, der Verwaltungsratsvorsitzende, also der Landrat, der Vorstandsvorsitzende Ingolf Bermes sowie je ein Vertreter der Kreistagsfraktionen angehören werden. Diese Kommission wird den Sparkassen- und Giroverband dann mit der Erstellung eines Fusions-Gutachtens beauftragen. Die Aussprache verlief derweil nicht ohne Diskrepanzen. Nach einer von der SPD beantragten Auszeit kritisierte Fraktionschef Bernd Spindler besonders die Größe des Verhandlungs-Gremiums, das insgesamt 44 Personen zählen soll. Vor dem Hintergrund, dass pro Person ein Sitzungsgeld von 100 Euro gezahlt werden müsse, komme man je Verhandlung auf 4400 Euro. Gehe man von zunächst zehn Verhandlungsrunden aus, summiere sich der Aufwand auf 44 000 Euro, rechnete Spindler vor. Er sei der Meinung, dass das anvisierte Gremium schlicht Übergröße besitze. Zudem seien die alten Wunden noch nicht verheilt, weshalb er keinen Sinn in neuen Verhandlungen sehe. Michael Billen (CDU) hatte eingangs darum gebeten, die Gespräche mit Daun möglichst zügig aufzunehmen, damit das Gutachten in Auftrag gegeben werden könne. Mehrheit von FWG und CDU für Aufnahme der Gespräche
Sichtlich irritiert zeigte sich die FDP-Fraktionsvorsitzende Marie-Luise Niewodniczanska. Auch sie sprach von noch nicht verheilten Wunden, weshalb sie sich Sorgen mache, dass dieses Thema den Kreistag erneut spalten könne. "Keiner weiß, wo jeder steht", sagte sie und fragte, warum der Kreistag nicht in Verhandlungen mit der Volksbank Bitburg eintrete. Elfriede Graupeter (FWG) empfahl, die "Betroffenen" erst einmal in Ruhe reden zu lassen, wohingegen Regino Esch (Grüne) es nicht für sinnvoll erachtete, dass die beiden Landräte "in ein Gespräch gezwungen" würden, das sie nicht führen wollten. Mit der Mehrheit von CDU und FWG stimmte der Kreistag am Ende für die Aufnahme der Gespräche. Gegen die Verhandlungen mit Daun votierten 13 Kreistagsmitglieder (SPD, Grüne und FDP). Zwei, darunter Landrat Graef (CDU), enthielten sich. Meinung Missratener Auftakt Einmal abgesehen davon, dass ein XXL-Gremium die Fusions-Verhandlungen zwischen den Kreissparkassen Bitburg-Prüm und Daun aufnehmen soll: Die Voraussetzungen, ein klar herausgearbeitetes und einvernehmliches Ergebnis zu erzielen, sind denkbar schlecht. Allein die Tatsache, dass beide Kreistage in der grundsätzlichen Beurteilung des Ansinnens politisch massiv uneins sind, lässt nichts Gutes ahnen. Der Auftakt zu den Gesprächen ist jedenfalls gründlich missraten, das steht fest. Allein die Debatte im Bitburg-Prümer Kreistag zeigt deutlich, wie emotional dieses Thema belegt ist und wie tief die Wunden wirklich sind, die das Gremium aus dem geplatzten Fusions-Poker mit Trier davongetragen hat. In der Tat, und da hat SPD-Fraktionschef Bernd Spindler zweifelsohne Recht, läuft die Kreissparkasse Gefahr, erneut zum Spielball unzuverlässiger Politik zu werden. Und über Zahlen - dies war kurz vor dem Juni-Debakel nicht anders - spricht merkwürdigerweise auch jetzt niemand. Bevor weiteres Unheil angerichtet wird, wäre es nicht schlecht, wenn es zu einer Art "Gipfeltreffen" von Ältestenräten und Vorständen käme, bevor weiter herumgedoktert wird. Schließlich wäre es fatal, den eigentlichen Sinn der Mission aus den Augen zu verlieren. Denn: Die Fusion soll den Kunden, also den Bürgern beider Kreise, dienen; nicht den Parteien und deren Fürsten. m.reuter@volksfreund.de