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Viele Katzen, aber kein zweites Tierheim für die Eifel

Kostenpflichtiger Inhalt: Tierschutz : Viele Katzen, aber kein zweites Tierheim für die Eifel

Für die Tierschützer hat das neue Jahr gleich arbeitsreich begonnen. Sie wünschen sich ein zweites Tierheim in der Eifel und möglichst viele Menschen, die während der Kastrationswochen ab dem 20. Januar ihre Katzen operieren lassen.

Im Internet wimmelt es nur so von Katzenbildern und Videos. Sie sind niedlich, wenn sie tapsig sind, lustige Dinge machen oder einfach nur in sonderbaren Posituren ein Nickerchen machen.

Und doch sind vor allem Tierschützer daran interessiert, dass weniger dieser possierlichen Samtpfoten zur Welt kommen, und rufen Jahr für Jahr dazu auf, an den Kastrationswochen, einer Aktion des deutschen Tierschutzbundes, teilzunehmen. Vom 20. bis zum 31. Januar erhalten alle Katzenbesitzer 20 Prozent der Kosten für diese Operation erstattet.

Was es bedeutet, wenn sich Katzen wild vermehren, weiß Swetlana Gabricevic vom Förderverein Eifeltierheim. Sie ist schon seit vielen Jahren im Tierschutz aktiv und kennt das Elend der streunenden Katzen. Doch nicht nur deren Schicksal macht ihr Sorgen. „Das geht auf die Kosten der Artenvielfalt“, sagt sie. Denn diese Katzen müssten sich selbst versorgen und würden deshalb zum Beispiel Vögel fressen.

Um das Tierleid einzudämmen, sind Menschen wie Swetlana Gabricevic das ganze Jahr über unterwegs, um Katzen einzufangen und sie zu kastrieren. Selbst zum Jahreswechsel, als andere Silvester feierten, war sie im Einsatz, um mit Fallen Katzen einzufangen. Das Interesse an Haustieren sei generell groß, aber viele Menschen würden diese aussetzen, wenn es schwierig wird. Was ebenso wie das Töten von den Vierbeinern strafbar ist.

Katzen, die nicht ausgesetzt wurden, irgendwo eingefangen wurden oder nicht bei den Besitzern bleiben können, landen oft im Tierheim in Altrich. 451 Katzen waren es insgesamt im vergangenen Jahr. Das war wieder eine Steigerung gegenüber den vorangegangenen Jahren.  Im Jahr zuvor waren es 374 Tiere,   viele kamen in diesem Jahr innerhalb von kurzer Zeit, was   in Altrich kaum zu bewältigen war. Auch wenn die 451 Katzen im vergangenen Jahr eher verteilt über das Jahr in die Obhut von Kordel und seinen Mitarbeitern kamen, waren die Kapazitätsgrenzen erreicht. „Wir konnten das nur schaffen, weil nichts schiefgegangen ist und wir ein  engagiertes Team und viele Ehrenamtler haben.“

Ein weiteres Thema beschäftigt die Rainer Kordel nach wie vor: Es wird immer Geld gebraucht, um alle Tiere gut zu versorgen. Rund 40 000 Euro würden pro Jahr an Tierarztkosten anfallen. Kordel freut sich auch immer über Spenden von Futter und Katzenstreu. „Die Kosten dafür machen aber nur etwa 3000 Euro aus“, sagt er. Der Löwenanteil seien die Tierarztkosten. Zusätzlich zu den 40 000 Euro für das Tierheim braucht auch der Förderverein rund 40 000 Euro. Kordel hofft immer auf Spenden, die seit Jahresbeginn auf ein neues Konto eingezahlt werden sollen. Seit Jahresbeginn hat der Verein Eifeltierheim Altrich e.V. die Verantwortung für die Einrichtung übernommen. Damit verbunden ist auch eine Änderung der Kontonummern (siehe Info). Laut Kordel werden die Eingänge auf das bisherige Konto zwar noch verbucht, damit sei aber in wenigen Monaten Schluss.

Der Wunsch von Rainer Kordel und Swetlana Gabricevic wäre ein zweites Tierheim in der Eifel. Seit längerem wird eine geeignete Immobilie gesucht (der TV berichtete). „Alles, was uns angeboten wurde, war nicht geeignet“, bedauert Swetlana Gabricevic. Aber sie hätten noch nicht aufgegeben. Die Situation sei nach wie vor schlimm, und ohne zweites Tierheim werde sie sich auch nicht bessern, befürchtet sie.

Und einen weiteren Wunsch haben die beiden Tierschützer: weitere Pflegestellen für kleine Kätzchen in der Region. Benötigt werden dafür Menschen, die für die Katzenbabys ein eigenes Zimmer haben und Zeit und Sachverstand für die Pflege besitzen.