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Viele Männer in Kreisräten

Viele Männer in Kreisräten

Auch wenn sich die Präsenz der Frauen in den Räten des Kreises, der Verbandsgemeinden und der Stadt Bitburg gegenüber 2009 um knapp fünf Prozent verbessert hat, so ist die Frauenquote mit insgesamt 21,2 Prozent noch weit von einer Gleichberechtigung entfernt. Schuld sind auch die Wähler.

Bitburg/Prüm. Wenn man die Kandidatenlisten der einzelnen Parteien und politischen Gruppierungen für die Wahl des Kreistags mit dem vergleicht, was bei der Wahl herausgekommen ist, so könnte man sagen, die Politiker haben es zumindest versucht. Denn bei fast allen derzeit im Rat vertretenen Fraktionen standen bei der Kommunalwahl am 25. Mai prozentual mehr Frauen zur Auswahl als tatsächlich gewählt wurden. Einzige Ausnahme ist die FDP. Genau wie die CDU hatten die Liberalen unter ihren 42 Kandidaten für die Kreistagswahl nur zehn Frauen, was einer Quote von 23,8 Prozent entspricht. Und jetzt, wo die Wahl vorbei ist, besteht die FDP-Kreistagsfraktion zu 50 Prozent aus Frauen.
Wobei der Vollständigkeit halber erwähnt werden muss, dass die Liberalen auch nur zwei Mandate haben. Bei einer solchen Größenordnung machen sich kleinste Veränderungen in der Geschlechterverteilung sofort signifikant bemerkbar. Bestes Beispiel dafür sind die Linken. Die hatten auf ihrer Bewerberliste für den Kreistag mit 42,8 Prozent den höchsten Frauenanteil aller Fraktionen. Da aber nur ein Vertreter der Linken in den Kreistag gewählt wurde und dieser auch noch männlich ist, fällt das bei der Frauenquote radikal ins Gewicht. Was die übrigen Fraktionen CDU, SPD, FWG und Grüne betrifft, so hatten auch diese einen höheren Frauenanteil nominiert als schließlich gewählt wurde. Und so hat sich unterm Strich gegenüber 2009 nichts verändert: Auf zehn der 42 Sitze des Kreistags wurden Frauen gewählt, was einer Quote von 23,8 Prozent entspricht.
Frauenanteil im Kreistag höher


Trotz allem ist der Anteil im Kreistag immer noch höher als auf den insgesamt 180 Plätzen in den Räten der fünf Verbandsgemeinden sowie der Stadt Bitburg. Dort sind nur 20,5 Prozent weiblich (37 Frauen). Und als besonderes Entwicklungsgebiet im Sinne der Gleichberechtigung ist hier die VG Arzfeld zu nennen, wo unter den 24 Ratsmitgliedern lediglich drei Frauen sind. Ähnlich schlecht ist das Verhältnis in der VG Speicher (16,6 Prozent), und auch die beiden neuen und großen Verbandsgemeinden Südeifel und Bitburger Land könnten mit ihren 18,75 und 19,4 Prozent Frauenanteil Alice Schwarzer nicht mal ansatzweise beeindrucken. Wenn überhaupt, so würde das höchstens der Prümer VG-Rat schaffen, wo immerhin 10 der 36 Mandatsträger (27 Prozent) weiblich sind. Auf Platz zwei landet die Stadt Bitburg mit sieben von 28 Mandaten (25 Prozent).
Da bei der Kommunalwahl am 25. Mai prozentual weitaus mehr Frauen zur Wahl standen als tatsächlich gewählt wurden, könnte man daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass für die schlechte Frauenquote nicht nur die politischen Gruppierungen, sondern vor allem die Wähler verantwortlich sind. Allerdings könnte man auch meinen, dass die politischen Gruppierungen daraus nichts gelernt haben. Denn wirft man einen Blick auf die Beigeordneten, die in den vergangenen Wochen von den Ratsmitgliedern gewählt wurden, so fällt auf, dass die Frauenquote dort zum Teil noch deutlich schlechter ist. Weder im Kreistag noch in den Verbandsgemeinden Bitburger Land und Speicher sowie der Stadt Bitburg kamen Frauen zum Zug. Dafür aber hat der Rat der VG Südeifel gleich zwei Frauen zu Beigeordneten gewählt. Bei insgesamt drei Beigeordneten ist das eine Quote von fast 67 Prozent. Es geht also doch. Man muss es wahrscheinlich also nur wollen.Extra

In den Nachbarkreisen Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel ist man zwar ebenfalls noch weit von einer ausgeglichenen Verteilung entfernt, jedoch ist die Quote an der Mosel etwas besser. In Bernkastel-Wittlich liegt der Anteil der Frauen im Kreistag sowie den Verbandsgemeinden, der Stadt Wittlich und der Einheitsgemeinde Morbach bei 24,1 Prozent (55 von 228). Spitzenreiter ist der Wittlicher Stadtrat, wo immerhin neun der 32 Mitglieder (28,1 Prozent) und zudem auch einer der drei Beigeordneten weiblich sind. In der Vulkaneifel ist man davon weit entfernt. Dort sind unter den insgesamt 172 gewählten Volksvertretern des Kreises und der Verbandsgemeinden lediglich 26 Frauen (15 Prozent). Am extremsten ist die Quote im Rat der VG Hillesheim. Mit Ausnahme einer Frau sitzen dort nur Männer im Rat. Das entspricht einem Frauenanteil von 4,2 Prozent. uhe