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Viele Solarparks werden doch noch Realität

Viele Solarparks werden doch noch Realität

Fünf Orte im Eifelkreis haben es noch geschafft: Sie konnten ihre geplanten Solarparks vor Streichung der Förderung für Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen fertigstellen. Von den Gemeinden, die zu spät kamen und die Förderung nicht bekommen, werden nicht alle ihre Solarprojekte aufgegeben.

Bitburg-Prüm. Durch eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) der Bundesregierung wurde ab dem 1. Juli die Solarförderung gekürzt und für Ackerflächen gestrichen. Beilingen, Preist, Rommersheim, Olmscheid und Bitburg-Irsch haben ihre Solarparks jedoch noch rechtzeitig bauen können. Doch auch die Gemeinden des Eifelkreises Bitburg-Prüm, die es zeitlich nicht mehr geschafft haben, legen keineswegs alle ihre geplanten Projekte auf Eis.

Beilingen feiert am Samstag, 9. Oktober, die Einweihung seiner Photovoltaikanlage. Der Solarpark, der seit dem 30. Juni in Betrieb ist, hat eine Fläche von 4,5 Hektar und besteht aus 9216 Solarmodulen. Ungefähr 650 Haushalte können so mit Strom versorgt werden. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Fläche finanzieren die Erweiterung des Gemeindehauses.

Neben Beilingen haben auch zahlreiche andere Gemeinden in die Solarenergie investiert:

In Preist ist seit dem 25. Juni ein Solarpark mit einer Größe von 6,4 Hektar und einer Leistung von 2,6 Megawatt in Betrieb. Die Fläche des Parks hat die Gemeinde verkauft. Mit den Einnahmen kann Preist den Fehlbetrag, der bei dem Bau der "Keltenhalle" entstanden ist, ausgleichen.

Auch in Rommersheim wird bald eine Solaranlage ans Netz gehen. Die Anlage hat eine Fläche von ungefähr sieben Hektar und eine Leistung von 2,7 Megawatt. Sie versorgt rund 800 Haushalte mit Strom.

In Bitburg-Irsch wurde ein Solarpark bestehend aus 72 000 Solarmodulen und mit einer Fläche von mehr als 14 Hektar errichtet. Er hat eine Leistung von 5,6 Megawatt und versorgt ungefähr 1680 Haushalte mit Energie. Da die Fläche der Anlage aber von Privatbesitzern gepachtet wird, profitiert Bitburg-Irsch nicht direkt von den Förderungen.

In Olmscheid wird seit dem 5. Oktober eine Photovoltaikanlage mit einer Größe von zwölf Hektar gebaut. Sie soll eine Leistung von 4,2 Megawatt haben und ungefähr 800 Haushalte versorgen.

Für die Gemeinde Feuerscheid bedeuten die Gesetzesänderungen eine Verzögerung in der Umsetzung, da erst noch die Auswirkungen auf das Projekt geklärt werden mussten. Da die Prüfung positiv ausfiel, wird gebaut. Die rund acht Hektar große Anlage soll eine Leistung von 2,3 Megawatt haben und im nächsten Jahr betriebsbereit sein.

Doch nicht alle Gemeinden konnten ihre geplanten Photovoltaikanlagen verwirklichen. Ferschweiler gehört dazu. Da die für den Solarpark vorgesehene Fläche in einem Wasserschutzgebiet liegt und so nicht normal bewirtschaftet werden kann, versucht die Gemeinde weiterhin, für die Anerkennung des Grunds als förderfähige Fläche zu kämpfen. Dies sei aber sehr schwer, sagt der Ortsbürgermeister.

Auch in Neidenbach steht es nicht besser um das Projekt. Wegen der Novelle des EEG wurde es erst einmal eingestellt. Dafür laufen aber in der Verbandsgemeinde Kyllburg Gespräche, auf dem Gelände des Industrie- und Gewerbezentrums (IGZ) Badem einen Solarpark zu bauen - möglichst noch in diesem Jahr. In Bettingen werden die Photovoltaikanlagen zwar vermutlich noch gebaut, aber frühestens im übernächsten Jahr. Grund: der Wegfall der Förderung. Der Investor des Projekts erhofft sich aber, dass in den kommenden Jahren die Solarmodule leistungsfähiger und günstiger werden, sodass der Bau der Anlage wirtschaftlich wieder rentabel wird.

Einweihung der Beilinger Anlage: Interessierte Besucher können sich am morgigen Samstag, 9. Oktober, 14 Uhr, in Beilingen über den Solarpark informieren. Experten stellen die Anlage vor und erklären, wie sie funktioniert. Anschließend wird in der Grillhütte bei Musik diskutiert. Extra Vergütung: Freiflächenanlagen wurden bis Juli mit 28,43 Cent pro Kilowattstunde (KWh) gefördert. Seit Juli gibt es für Anlagen auf Ackerflächen kein Geld mehr. Für Anlagen auf vorbelasteten Flächen wird die Vergütung bis 2013 jährlich gesenkt, so dass sie dann nur noch bei 18,27 Cent liegt. Auch jene für sonstige Freiflächen soll bis 2013 auf 17,48 Cent/KWh sinken. (kah)