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Vier Dörfer im Eifelkreis haben noch keinen neuen Ortsbürgermeister

Dorfchefs gesucht : Bürgermeistersessel in Metterich, Philippsheim, Roth an der Our und Peffingen noch weiter unbesetzt

Nach der Kommunalwahl hat sich im Eifelkreis zunächst nicht überall ein Ortsbürgermeister gefunden. Inzwischen aber haben sich die Lücken weitestgehend gefüllt. Vakanzen gibt es nur noch in vier Dörfern.

„Ortsbürgermeister ist nicht der dankbarste Job“, sagt Christian Schon. Und trotzdem will er den Job machen. Das Ehrenamt erfordert zwar viel Zeit, mitunter Geduld und ein dickes Fell. „Und, dass man sich nicht nur Freunde im Amt macht, ist auch klar“, sagt der 47-Jährige. Nach einem Jahr als geschäftsführender Beigeordneter des 180-Seelen-Ortes Seinsfeld im BItburger Land hat Schon sich aber dennoch entschlossen, als Dorfchef zu kandideren. Und wurde in der Gemeinderatssitzung jüngst auch gewählt.

„Irgendwann hab ich gedacht: Wenn ich da so viel Zeit reinstecke, kann ich auch gleich als Ortsbürgermeister antreten“, sagt der Eifeler, der sich seit Jahren im Sportverein und Gemeinderat engagiert. Außerdem bräuchten Bürger eben einen Ansprechpartner, „ein Bindeglied zwischen Ortsgemeinde und Verbandsgemeinde“.

Und somit schließt sich denn auch in Seinsfeld eine der wenigen Lücken in den Chefetagen der Eifeler Dörfer. Waren nach der Kommunlwahl 2019 noch zehn Gemeinden ohne Ortsbürgermeister, sind es jetzt nur noch vier.

Und zwar: Metterich im Bitburger Land, Philippsheim in der Verbandsgemeinde Speicher und Roth an der Our und Peffingen in der Südeifel. In den Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld gibt es keine offenen Stellen. Das geht aus einer TV-Umfrage bei den Verwaltungen hervor. Doch woran hakt es in den Gemeinden?

In Peffingen und Roth an der Our gibt es bereits seit der Wahl keine Bewerber für das Amt. Also schon seit über einem Jahr eine Vakanz. „Führungslos seien die Gemeinden deshalb aber nicht gewesen“, sagt der Südeifeler Bürgermeister Moritz Petry (CDU). Denn die Geschäfte wurden von den Beigeordneten geführt.

Wenn sich auch ür das Vertreteramt niemand findet, muss der VG-Chef selbst ran. Eine Regelung, die im Bitburger Land und der Südeifel schon öfter zum Tragen kam. Und bald wohl auch auf Peffingen zukommt. „Denn hier ist nun auch der Beigeordnete zurückgetreten“, wie Petry sagt, der dann in Kürze wohl die Geschicke des Ortes zu leiten haben wird.

In Philippsheim haben wohl persönliche Gründe Ende September zum Rücktritt von Ortsbürgermeisterin Anja Krämer geführt. In Metterich soll dem Abdanken des Dorfchefs ein Streit im Gemeinderat vorangegangen sein. Derzeit sind jedenfalls die Beigeordneten Stefan Ibisch beziehungsweise Peter Streit am Brett. Zumindest bis zum Wahlabend am 10. Januar. Dafür müssen sich dann aber erstmal Bewerber finden. Und bislang seien noch keine Kandidaten aus der Deckung gekommen.

Sorgen, dass sich keiner melden könnte, gibt es bei den Verbandsgemeinden aber offenbar keine. Überhaupt sehen die Bürgermeister die Zukunft der kommunalen Selbstverwaltung im Kreis positiv.

So schreibt etwa der Speicherer VG-Chef Manfred Rodens (CDU): Es finden sich zunehmend junge Menschen, und auch Frauen, die sich aktiv auf kommunaler Ebene engagieren wollen.“ Parteikollege Andreas Kruppert, Arzfeld, kann da beipflichten: „Ich bin überzeugt, dass auch in kleinen Orten künftig Menschen Verantwortung übernehmen werden. Gerade in unserer ländlichen Region hat das Ehrenamt einen sehr hohen Stellenwert.“

Probleme sieht der Christdemokrat allerdings bei der Ausfinanzierung der kommunalen Haushalte in Rheinland-Pfalz: „Ortsbürgermeister und Ratsmitglieder übernehmen Verantwortung. Da muss man ihnen auch eine finanzielle Mindestausstattung zur Verfügung stellen.“ Dass dem nicht so sei, empfänden viele als frustrierend.

Josef Junk (SPD), Bürgermeister im Bitburger Land, sieht die Hindernisse für eine Bewerbung eher an anderer Stelle. Nämlich beim erforderlichen Maß an Verantwortung und Zeitaufwand für die Ehrenamtlichen: „Dies mit Familie und Beruf zu organisieren, ist eine Schwierigkeit vor der viele Personen stehen, die Interesse an dieser Position haben.“ Dennoch sehe er in der Eifel „gelebte Gemeinschaften„. Und er erwarte auch, dass sich in Zukunft noch genügend Kandidaten für die Ämter finden.