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Vier Gemeinden haben sich neu sortiert

Vier Gemeinden haben sich neu sortiert

Es gibt Verfahren, die benötigen ihre Zeit. Dazu zählen auch die Flurbereinigungsverfahren, bei denen die Grundstücke neu geordnet werden. Ein solches ist nun in den Gemeinden Ammeldingen, Heilbach, Windhausen und Emmelbaum erfolgreich abgeschlossen worden.

Ammeldingen. Wie aufwendig ein Flurbereinigungsverfahren ist, wird schon bei der Begrüßung der Gäste deutlich. Ortsbürgermeister Rudolf Mayer hat diese Aufgabe übernommen, und die Liste derjenigen, die in seinem Grußwort genannt werden, ist lang. Um ein wenig System in diese Aufzählung zu bekommen, begrüßt er die Gäste in der Reihenfolge, in der sie in das Verfahren eingestiegen sind.
Und dabei muss Mayer weit ausholen. Denn die Flurbereinigung, deren erfolgreiches Ende an diesem Tag im Dorfgemeinschaftshaus in Ammeldingen bei Neuerburg gefeiert wird, hat vor zehn Jahren begonnen.
Und die ersten Vorbereitungen des Verfahrens liegen noch weiter zurück. Bei einem Flurbereinigungsverfahren werden Grundstücke zusammengelegt, neu zugeschnitten, aufgekauft, verkauft oder getauscht. Und zwar so, dass möglichst wenige, dafür aber umso größere Parzellen oder zusammenhängende Flächen entstehen, die dann besser bewirtschaftet werden können. Wobei die Flurbereinigung nicht nur der Land- und Forstwirtschaft dienen soll, sondern auch der Entwicklung der Gemeinden.
Und im Fall der vier Nachbargemeinden Ammeldingen, Heilbach, Emmelbaum und Windhausen ist das nach Aussage des für die Ausführung zuständigen Dienstleistungszentrums (DLR) Eifel auch gelungen.
So verweist DLR-Abteilungsleiter Edgar Henkes unter anderem auf die 55 Baugrundstücke, die im Rahmen des Verfahrens in den vier Gemeinden ausgewiesen wurden.
Aber auch auf konkrete Projekte wie beispielsweise den Brunnenplatz in Ammeldingen oder aber das neue Bushäuschen in Emmelbaum, die aufgrund der Zusammenlegung kleiner Grundstücksparzellen erst ermöglicht worden seien.
Insgesamt wurden 1775 Hektar, die sich ursprünglich auf 1100 legitimierte Eigentümer verteilt hatten, neu geordnet. Investiert wurden dabei in den vergangenen zehn Jahren 2,43 Millionen Euro, wobei darin die Kosten für die Planung und die von den Behörden geleisteten Stunden noch nicht enthalten sind.
Für die Gemeinden selbst war der finanzielle Aufwand jedoch überschaubar. So wurden 87 Prozent der Kosten über Fördermittel abgedeckt und die restlichen 13 Prozent zum Großteil von den Jagdgenossenschaften der Gemeinden getragen. Wie Henkes erklärt, habe die Flurbereinigung zu Vorteilen für alle Grundstücksbesitzer geführt, weshalb er das Verfahren als "besonders erfolgreich" einstuft.
Das sieht Moritz Petry, Bürgermeister der VG Südeifel, ähnlich. "Es ist insgesamt sehr harmonisch gelaufen, und das haben wir längst nicht überall", sagt Petry. "Und die größte Errungenschaft ist, dass wir hier nach zehn Jahren zusammensitzen, um gemeinsam ein frohes Fest zu feiern." uhe