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SCHULEN: Vier Klassenräume auf Zeit

SCHULEN : Vier Klassenräume auf Zeit

Die Grundschule Wolsfeld soll vom Frühjahr an saniert werden. Doch wo werden die Schüler während der Bauarbeiten unterrichtet?

Manchmal gibt es die schönsten Pläne, die man dennoch später über den Haufen werfen muss. So geschehen bei der Planung für die Generalsanierung der Grundschule Wolsfeld. Für die Dauer des 2,5-Millionen-Euro-Projekts hatte die Verbandsgemeinde (VG) Bitburger Land vorgesehen, vier der acht Klassen im Nebengebäude unterzubringen. Bei diesem Plan bleibt es.

Dem zweiten Teil der Planung, aber, dass die Schüler der anderen vier Klassen weiter im Hauptgebäude unterrichtet werden sollten, machte die Unfallkasse Rheinland-Pfalz mit ihren Bedenken den Garaus. Aus sicherheitsrechtlichen und gesundheitsrechtlichen Gründen riet die Expertin der Unfallkasse von dieser Lösung ab. Und machte gleich einen praktikablen Voschlag, wo man die Kinder und Lehrer unterbringen kann. Nämlich in Containern. Oder, wie es Claudia Wallenborn von der zuständigen Abteilung bei der VG lieber hört, „Pavillon“. Denn diese großen Boxen würden in Bickendorf und Seffern bereits zur Aufbewahrung von Material genutzt und seien auch als Übergangs-Klassenräume durchaus geeignet.

Wallenborn und ihr Kollege Josef Hilden schlugen dem Ausschuss für Schulen, Jugend und Kultur des VG-Rats Bitburger Land daher vor, vier gebrauchte Bürocontainer – jeder ist 45 Quadratmeter groß und besteht aus drei kombinerbaren Teilen – zu kaufen. Denn allein die Miete für die vier Schulräume auf Zeit betrüge laut Recherchen der Verwaltung für 18 Monate 95 000 Euro. Beim Kauf gebrauchter Exemplare käme man mit 80 000 Euro davon.

Zudem hätten die geplanten Neubeschaffungen laut Wallenborn einen weiteren Vorteil: „Die Klassenräume im Schulgebäude können komplett leergeräumt werden, so dass die Firmen besser und schneller arbeiten können.“

Dass die Container praktikabel seien, bestätigte auch Auschussmitglied Anja Esch. Sie kenne diese Pavillons seit etwa zehn Jahren von der Schule in Schweich, wo sie arbeite. „Es gibt keinen Unterschied zu anderen Klassenräumen.“ Nur wenn es sehr kalt oder sehr warm sei, werde die Raumtemperatur unangenehm.

Ein weiteres Argument für die Neubeschaffung führte Rainer Wirtz, Erster Beigeordneter der VG, an: Man hätte für die geplante Sanierung der Rittersdorfer Grundschule, die laut in rund zwei Jahren beginnen soll, schon mal eine Ausweichmöglichkeit für Schüler und Lehrer während der Bauarbeiten.

Ob diese überhaupt benötigt wird, ist eine Frage, die jetzt noch nicht zu klären ist. Denn der Planungauftrag für das Gebäude in Rittersdorf, das wie jenes in Wolsfeld ebenfalls energetisch saniert werden muss, ist erst vergeben worden. Daher könne man, sagte Wirtz, noch nichts Genaues über den Ablauf der Bauarbeiten sagen. Was nichts an der Notwendigkeit der Beschaffung der Container ändere. Denn: „Wenn wir die Container nicht mehr brauchen, können wir sie ja auch wieder verkaufen“, sagte Wirtz.

Das sah auch der Schulausschuss so und stimmte unisono für die Pavillon-Lösung. Der Posten soll im Haushalt des Jahres 2019 veranschlagt werden. Schließlich hat man nicht mehr viel Zeit, um die vier Container zu beschaffen: Die Bauarbeiten in Wolsfeld sollen im Frühjahr 2019 beginnen und, wenn möglich, zu Schuljahresende abgeschlossen sein. Wenn dann noch die Schule in Rittersdorf fertig saniert sei, blickte Wirtz voraus, „haben wir alle unsere Schulen in einem sehr erbaulichen Zustand“.