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Vier Parteien buhlen für den VG Rat Arzfeld um die Gunst der Wähler

Wenige Frauen, viele Pläne : Vier Parteien buhlen für den VG Rat Arzfeld um die Gunst der Wähler

Am Sonntag, 26. Mai, wird der Rat der Verbandsgemeinde Arzfeld neu gewählt. Wer sind die Kandidaten? Hier ein Überblick.

Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld hat zum letzten mal in der auslaufenden Legislaturperiode getagt. Die Neuwahl am Sonntag, 26. Mai, rückt in greifbare Nähe. Die Listen der Parteien stehen fest. Vier Parteien werben um die Gunst der Wähler in den 43 Gemeinden. 24 Sitze sind zu vergeben.

Nach der Kommunalwahl 2014 hatte bisher die CDU mit zehn Sitzen die Nase vorn, gefolgt von der SPD mit sechs Sitzen. Auf die Liste Köppen entfielen vier Sitze, zwei gingen an die Grünen und zwei an die Freie Wählergruppe (FWG) – wegen eines Formfehlers hat sie Mitte April ihre Kandidatenliste für die Wahl des VG-Rats Arzfeld zurückgezogen (der TV berichtete). Wir haben bei den Fraktionsführern nachgefragt, wie diese zustande gekommen sind und was sie sich für die kommenden fünf Jahre vorgenommen haben.

CDU

Die Christlich Demokratische Union Deutschlands schickt mit Gerhard Kauth einen erfahrenen Kommunalpolitiker auf Listenplatz eins ins Rennen. „Wir haben vier Ortsverbände, die nach einem Proporz in der Liste vertreten sind“, sagt Gerhard Kauth. Die Verbände bestimmten selber, wen sie aufstellten.

„Die Zahl der Frauen ist mit sechs Kandidatinnen genauso hoch wie beim vorigen Mal. Wir konnten sie leider nicht erhöhen“, merkt Kauth mit Bedauern an. Nicht dass die Christdemokraten dies nicht gewollt hätten, betont er, es sei nur schwierig, ausreichend viele Interessentinnen zu finden. „Wir sprachen viele an, aber oft wurde uns gesagt, dass die Belastung einfach zu hoch sei.“ Dafür sei wiederum der Nachwuchs erfreulich interessiert gewesen.

„Es sind einige junge Leute mit dabei – unter ihnen sind übrigens dann doch einige Frauen“, sagt er. Mit Vera Seyler aus Reiff habe man übrigens ein ehemaliges Mitglied des Arzfelder Jugendparlaments (JuPa) auf der Liste. „Wir hofften ja, dass das JuPa einige junge Menschen für die Kommunalpolitik begeistert und freuen uns, dass es auch offensichtlich klappt.“ Kauth hofft, in der kommenden Legislaturperiode die Dörfer dank besserer finanzieller Ausstattung stärken zu können. „Die Windkraftanlagen, auch wenn sie nicht bei jedem beliebt sind, haben bereits dafür gesorgt, dass wir unsere Umlage senken konnten. Es wäre schön, wenn sie noch um ein paar Punkte runter gehen könnte, um den Orten noch mehr Handlungsspielraum geben zu können“, sagt der Listenführer.

Auch die negativen Entwicklungen bei der ärztlichen Versorgung wolle man stoppen. „Noch ist es bei uns nicht katastrophal, aber das müssen wir unbedingt im Blick halten“, sagt Kauth.

Die CDU-Liste: 1. Gerhard Kauth, Arzfeld, 2. Manfred Groben, Waxweiler, 3. Axel Jakoby, Dahnen, 4. Günter Nickels, Roscheid, 5. Walter Heinisch, Arzfeld, 6. Ariane Last, Waxweiler, 6. Inge Kockelmann, Kesfeld, 8. Rüdiger Schausen, Daleiden, 9. Bernd Schneider, Pintesfeld, 10. Helena Nickels, Arzfeld, 11. Veronika Diederich, Daleiden, 12. Matthias Hack, Plütscheid, 13. Johannes Schares, Olmscheid, 14. Daniel Schwinden, Daleiden, 15. Manfred Pütz, Waxweiler, 16. Herman Schwalen, Leidenborn, 17. Klaus-Peter Theis, Lichtenborn, 18. Peter Wirtz, Plütscheid, 19. Hermann Josef Pauls, Waxweiler, 20. Vera Seyler, Reiff, 21. Matthias Schares, Niederpierscheid, 22. Michael Horper, Üttfeld, 23. Gerta Zwicker, Waxweiler, 24. Herbert Zahnen, Arzfeld.

SPD

Die Liste der Sozialdemokratischen Partei  Deutschlands für die Wahl des VG-Rats wird vom DRKKreisgeschäftsführer Rainer Hoffmann angeführt. „In unserer Kandidatenliste sind die drei Ortsverbände Arzfeld, Waxweiler und Daleiden je mit acht Vorschlägen vertreten“, sagt er. Wie in anderen Parteien auch, seien Frauen etwas unterrepräsentiert. Drei Kandidatinnen wurden aufgestellt. „Nicht weil wir nicht mehr ins Rennen schicken möchten“, betont Hoffmann. Es sei einfach nicht leicht, Frauen zu finden, die sich aufstellen lassen möchten, sagt er.

Vorgenommen habe man sich für die kommende Legislaturperiode einiges. „Wobei es viele Sachen sind, bei denen wir einfach seit langem am Ball bleiben.“ So sei die SPD weiter bemüht, die Verbandsgemeindeumlage weiter zu senken. „Dank der Einnahmen, die mit dem Bau der Windräder in der VG erwirtschaftet werden, konnten wir die Belastung für unsere Orte schon etwas senken. Da sollte aber noch mehr drin sein“, sagt er. Auch die Entwicklung der ärztlichen Versorgung sei weiter ein Problem.

„Der demografische Wandel schlägt auch in unserer Verbandsgemeinde zu. Ob wir alleine dagegen etwas tun können, ist ungewiss, aber es gibt Ansätze, mit denen wir zumindest gegensteuern können“, sagt Hoffmann. Denkbar wären beispielsweise Gemeindesanitäter, die im Notfall gerufen werden könnten. Und auch die Versorgung des Isleks mit schnellem Internet sei weiter voranzutreiben. „Aber auch hier ist die Frage berechtigt, was wir als VG tun können. Der Kreis ist an dem Thema dran, wir können nur dafür sorgen, dass alles schnell und glatt läuft“, sagt Hoffmann.

Die SPD-Liste: 1. Rainer Hoffmann, Arzfeld, 2. Alfred Pick, Lierfeld, 3. Dieter Thommes, Daleiden, 4. Nina Allar, Arzfeld, 5. Lothar Brandt, Waxweiler, 6.  Nicole Gierenz, Irrhausen, 7. Ernst Hitzges, Arzfeld, 8. Johannes Trapp, Waxweiler, 9.  Richard Ott, Dasburg, 10. Lars Allar, Arzfeld, 11. Maria McClesky, 12. Norbert Groben, Irrhausen, 13. Hagen Tschek, Üttfeld, 14. Markus Kremer, Waxweiler, 15. Oswald Keschtges, Krautscheid, 16. Hans Heyen, Arzfeld, 17. Martin Krohn, Waxweiler, 18. Günter Lichter, Oberpierscheid, 19. Marco Scholtes, Krautscheid, 20. Horst Loscheider, Waxweiler, 21. Norbert Orth, Waxweiler, 22. Oskar Theisges, Jucken, 23. Thomas Haupt, Waxweiler, 24. Berni Müller, Lünebach.

Bündnis90/Die Grünen

Mit elf Listenkandidaten gehen im Islek Bündnis90/Die Grünen an den Start. Listenführer Wolfgang André hält bereits seit einigen Legislaturperioden die Stellung im VG-Rat Arzfeld. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir für die kommende Wahl einige neue Gesichter vorstellen können“, sagt Andre. „Mit Michael Brümmer-Oest haben wir zum Beispiel einen Hobby-Imker mit dabei, mit Eric Leick jemanden, der sich mit der Haltung von Bio-Hühnern auskennt. So fanden wir Leute, die sich aus Erfahrung für klassische grüne Ideen einsetzen können.“ Fünf Frauen finden sich auf der Liste wieder. „Damit sind wir gut aufgestellt.“ Nur dass es für die Grünen weiterhin schwer sei, in den größeren Orten wie Waxweiler oder Arzfeld Kandidaten zu finden, sei zu bedauern. „Hätten wir dort jemanden, der bekannt ist, wäre es natürlich leichter für uns, viele Stimmen zu bekommen“, sagt er.

Einsetzen werde man sich im Rat auch in der kommenden Legislaturperiode dafür, grüne Themen voranzubringen. „Die Energiewende läuft bei uns ganz gut, da müssen wir am Ball bleiben. In Sachen Klimaschutz und Erhaltung der Artenvielfalt können wir aber noch Gas geben. Da ist noch einiges zu tun.“ Mit Spannung werde man die Entwicklung des neuen Konzepts für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verfolgen. „Gemeinsam hat der Rat das Thema Bürgerbus ja seit langem begleitet und vorangebracht. Wie es mit dem ÖPNV weitergeht, werden wir kritisch beobachten“, sagt er.

Geradezu skandalös sei die Situation rund um die defekte Pipeline in Lichtenborn. „Da sind wir uns im Rat alle einig. Das geht so nicht. Man kann nicht von höherer Stelle so tun, als ob das da alles einfach im Boden bleiben kann. Wir werden mit Nachdruck darauf pochen, dass das alles korrekt geregelt wird“, sagt Andre.

Die Liste von Bündnis90/Die Grünen: 1. Wolfgang André, Lichtenborn, 2. Claudia Schoden, Lambertsberg, 3. Edmund Martin, Krautscheid, 4. Maria Heinzen, Mauel, 5.  Michael Brümmer-Oest, Hargarten, 6. Eric Leick, Lichtenborn, 7. Jakob Undeutsch, Waxweiler, 8. Laura Oest, Hargarten, 9.  Rainer Weckfort, Dasburg, 10. Valentina Martin, Krautscheid, 11. Liane André, Lichtenborn.

Liste Köppen

Die Liste Köppen stellt bereits seit mehr als 40 Jahren Mitglieder des VG-Rats Arzfeld. Auch für die kommende Legislaturperiode habe man wieder eine Liste aufgestellt, sagt Hermann Köppen. Auf ihr finde sich ein breites Spektrum aller erdenklichen Berufsgruppen wieder. „Auch damit wir im Rat möglichst viele Bereiche mit fachlichem Sachverstand bearbeiten können“, sagt er.

Wie in den anderen kandidierenden Parteien, hat auch die Liste Köppen Schwierigkeiten, ausreichend Frauen für eine Bewerbung begeistern zu können, sagt Köppen. „Angestrebt sind bei uns immer 50 Prozent, leider ist das kaum umsetzbar. Immerhin macht die Frauenquote nun bei uns 30 Prozent aus“, sagt der Listengründer und -führer.

„Auf die Frage, was wir uns vorgenommen haben, antworte ich nur ungern. Wir möchten die anstehenden und dringenden Themen möglichst fachgerecht begleiten. Und von denen gibt es ja sehr viele.“ Als die freien Listen vor 50 Jahren erstmals antraten, sei das Ziel gewesen, starre Mehrheiten der Volksparteien aufzubrechen. „Es gibt viele Wähler, die keine Partei wählen möchten. Ihnen geben wir mit Persönlichkeiten und Menschen, die sie aus ihrem Leben kennen, eine Alternative“, sagt Köppen und betont, dass man so auch immer wieder hoffe, Nichtwähler zu erreichen.

Logo_Kommunalwahl_2019 Foto: TV/Lambrecht, Jana

Die Kandidaten der Liste Köppen: 1. Hermann Köppen, Waxweiler, 2. Peter Philippe, Dahnen, 3. Friedhelm Hermes, Lichtenborn, 4. Klaus-Peter Bonefas, Lünebach, 5. Manfred berg, Waxweiler, 6. Elena Schmitz, Üttfeld, 7. Bernd Schmitz, Leidenborn, 8. Achim Berg, Olmscheid, 9. Marina Weyandt, Lünebach, 10. Peter Marx, Eschfeld, 11. Patrik Hiller, Waxweiler, 12. Thomas Schier, Merlscheid, 13. Claudia Thies, Dasburg, 14. Sandra Duhr, Harspelt, 15. Lothar Becker, Lünebach, 16. Claudia Steffes-Maus, Waxweiler, 18. Bernd Junghölter, 19. Frank Hurkes, Lambertsberg, 20. Tobias Wirtz, Pintesfeld, 21. Norbert Hoss, Waxweiler, 22. Winfried Schmitz, Daleiden, 23. Peter Schier, Merlscheid, 24. Heinrich Roppes, Merlscheid.