Vier Wochen auf dem Trockenen

Vier Wochen auf dem Trockenen

Die Freibadsaison geht auch in der Abteistadt zu Ende, die Anlage im Prümtal wird in diesen Tagen winterfest gemacht. Zugleich ist auch das Hallenbad im Kurcenter, wie jedes Jahr um diese Zeit, für fast vier Wochen dicht. Der TV ließ sich erklären, warum das so ist.

Prüm. Der Seehund ist gestrandet: Die Tierfigur aus dem Kinderbecken im Prümer Kurcenter-Bad liegt am Ufer. Das muss aber so sein - denn auch an der Stelle, wo die Figur sonst im Wasser hockt, muss geputzt werden. Es sammeln sich nämlich jedes Jahr allerlei Ablagerungen darunter (ohne hier ins Detail gehen zu wollen).
Spätsommer in Prüm: Freibad geschlossen, Hallenbad dicht - und das, wo doch der Herbst schon um die Ecke schaut. Wer bis jetzt noch nicht im Nassen war, muss lange auf dem Trockenen bleiben.
Jedes Jahr ist das so, und jedes Jahr um diese Zeit hört man den einen oder anderen in der Abteistadt darüber meckern.
Die Verantwortlichen für die Prümer Bäder werben aber um Verständnis: Für die Schließung des Hallenbads, sagt Schwimmmeister Rainer Raskopp, "gibt es keine perfekte Zeit". Im Winter und im Frühjahr müsse es ohnehin für die Gäste geöffnet sein. Im Sommer allerdings auch - vor allem, wenn es kein sonderlich guter sei. Das habe man gerade im kühlen Juli gesehen: Im Hallenbad sei es da so voll gewesen, dass man durchgehend mit drei Mann im Einsatz gewesen sei.
Also nimmt man seit der Eröffnung des Bads im Jahr 1972 und der Erweiterung 1989 den Termin im Spätsommer, um die Einrichtung wieder auf Vordermann zu bringen, damit sie pünktlich zu den Herbstferien wieder geöffnet werden kann. Außerdem, sagt der Schwimmmeister, "sind wir verpflichtet, das Becken einmal im Jahr komplett zu reinigen."
Jährliche Wartung sichert Wert


Wobei das Reinigen und Desinfizieren nicht alles ist: Lüftung und Chlorgasanlage wollen gewartet und teils repariert werden, Maler, Elektriker, Installateure, Fliesenleger und weitere Fachleute müssen Macken ausbessern, und am Ende kommt dann frisches Wasser rein. Das alles dauert eben seine Zeit - "weil nur eine jährlich durchgeführte gründliche und umfassende Wartung und Pflege sowie ständige Renovierungsarbeiten den Werterhalt unseres Bades sicherstellen", sagt Georg Geimer, verantwortlich für die Freizeiteinrichtungen der Verbandsgemeinde. Neun Firmen kommen dabei neben den eigenen Mitarbeitern zum Einsatz, die Arbeiten kosten etwa 20 000 Euro.
Das ist eine stattliche Summe - aber ihr Einsatz verhindert eben, dass das Bad so weit herunterkommt, dass es eines Tages für noch deutlich mehr Geld grundsaniert werden muss - ein Problem, mit dem gerade die Verbandsgemeinde Obere Kyll am Freibad in Stadtkyll hadert.
Ergebnis: Das Bad muss nach ebenfalls 40 Betriebsjahren geschlossen werden, obwohl es gerade diesen Sommer die meisten Besucher im Kreis Vulkaneifel hatte.
Gleichzeitig sind in diesen Tagen im Prümer Freibad Raskopp und seine beiden Mitarbeiter im Freibad noch damit beschäftigt, die Anlage winterfest zu machen. Der Schwimmmeister zählt auf: "Bänke und Tische einlagern, Filter reinigen, Leitungen entleeren und frostsicher machen, Solaranlage durchspülen und entleeren." Das alles nehme eben Zeit in Anspruch Aber es trage auch dazu bei, größere Sanierungskosten zu verhindern. Wobei die nächste größere Ausgabe wohl dennoch ins Haus steht: Im kommenden Jahr muss die Filteranlage ausgetauscht werden - die Installation bereiten Raskopp und Kollegen bereits jetzt vor.
Das Freizeitbad öffnet wieder am Samstag, 29. September.
Extra

Das Freizeitbad wurde 1972 gebaut, Umbau und Erweiterung erfolgten 1989. Das Hauptbecken fasst 450 000 Liter Wasser, die Befüllung dauert etwa drei Tage. Bis das Wasser aufgeheizt ist, vergeht eine Woche. Das Bad zählt jährlich etwa 75 000 Besucher. Die Gesamteinnahmen beliefen sich 2011 auf 215 000 Euro, die Kosten auf 500 000 Euro. Das Defizit von 285 000 Euro teilen sich die Verbandsgemeinde zu fünf Neunteln (158 000 Euro) und der Eifelkreis zu vier Neunteln (127 000 Euro). fpl