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Vom Biber begonnen, vom Menschen fertiggebaut: Die Bank im Alfbachtal

Top-Teamwork : Die Biberbank im Alfbachtal

Der Großnager hat vorgearbeitet, und Jürgen Hack aus Habscheid hat das Werk zusammen mit seinen Kindern zu Ende gebracht: Am Radweg im Alfbachtal freuen sich jetzt viele über die „Biber-Bank“.

Da unten – das ist am Eifel-Ardennen-Radweg zwischen Habscheidermühle und Pronsfeld. Und ebendort, sagt Jürgen Hack, der tagsüber im luxemburgischen Eschweiler einen Betrieb leitet, „ist mir der Baum aufgefallen, und ich dachte mir: Da muss man was machen.“

Dachte er, machte er – eines Samstags vor ein paar Wochen schnappte er sich seine drei Kinder Milan (11 Jahre), Kilian (9) und Finja (6) und zimmerte mit ihnen zusammen aus dem Baumstumpf und den drumherum umliegenden Holzstücken eine Bank.

Und über die freuen sich jetzt immer wieder Radfahrer und Wanderer, die an dieser Stelle vorbeikommen, während sie gleichzeitig rätseln, wer denn da die Arbeit des Bibers vollendet haben mag.

Einer von ihnen: Winfried Richards, der ehemalige Ortsbürgermeister von Pronsfeld, der uns auf die Biberbank und das gelungene Teamwork zwischen Mensch und Tier aufmerksam machte: „Der auf der Rücklehne eingefräste Name weist darauf hin, dass ein Biber bei der Herstellung dieser Bank einen großen Teil der Arbeit selbst verrichtet hat“, erzählt Richards. Denn das Tier habe „durch sein Nagen an einer kräftigen Eiche den runden, kegelförmigen Fuß der Bank mit seinen Zähnen selbst geschnitzt“.

Der Baum, ergänzt Richards, „jonglierte schließlich sozusagen auf dem angenagten Stumpf und wurde dann von Menschenhand gefällt, damit er nicht auf den Radweg stürzen konnte. Zum Glück oder in weiser Voraussicht hatte man die Motorsäge oberhalb der Nagestelle angesetzt und ließ den Stumpf mit den deutlichen Nagespuren des Bibers stehen: ein eindrucksvolles Bild der ,Biberarbeit’.“

Und dann kam Jürgen Hack ins Spiel, zauberte das Sitzmöbel – und sagte niemandem etwas davon. Sein Motto sei gewesen: Lieber keinen fragen, sonst wird das am Ende noch verboten, sagt er und lacht. „Und dann haben wir’s einfach realisiert.“

Zwei Tage insgesamt brauchten sie zum Realisieren: „einen Tag zuschneiden und schleifen, einen halben Tag Montage vor Ort und ein halber Tag Anstrich“, sagt Hack. Dann waren er und sein Nachwuchs fertig. Wie gesagt: das alles, ohne ihre Urheberschaft – abgesehen vom Biber, der die Basisarbeit leistete – irgendwem zu verraten.

Aber immer mehr Leute wollten dann doch wissen, wer denn da am gelungenen Werk gewesen war. Auch Winfried Richards. Er klemmte sich dahinter – und brauchte bei seiner Fahndung eine Reihe von Anrufen, bis er „den Täter ausfindig machen“ konnte. Den man aber in diesem Fall als Wohltäter bezeichnen darf.

Denn jetzt freuen sich viele über die schöne, sauber umgesetzte Idee. Und über eine stabile Bank, die Jürgen Hack auf den vom Biber hinterlassenen Fuß montierte.

„Inzwischen“, sagt Winfried Richards, „ist die Biberbank ein beliebter Rastplatz und auch ein schönes Fotomotiv geworden. Die Eigeninitiative von Jürgen Hack und sein Engagement verdienen lobende Anerkennung.“ Da hat er allerdings recht.

 So hatte der Biber den Stumpf hinterlassen.
So hatte der Biber den Stumpf hinterlassen. Foto: Winfried Richards
 Und so hat Töchterchen Finja die Bank gestrichen.
Und so hat Töchterchen Finja die Bank gestrichen. Foto: Ramona Hack

Ach so: Weil das so einen Spaß machte mit dem Bankenbauen, hat Jürgen Hack „in Richtung Bleialf auch noch eine gebaut“, wie er am Ende noch sagt. Die sei aber „normal“ und nicht weiter erwähnenswert. Wir finden: doch!