Musik: Vom Blockflötenkind zur Musiklehrerin

Musik : Vom Blockflötenkind zur Musiklehrerin

Seit 50 Jahren bildet die Kreismusikschule junge und ältere Schüler aus. Dorothea Nusbaum hat auch hier Klavier und Klarinette gelernt. Heute arbeitet sie selbst als Musiklehrerin.

„Ich bin ein echtes Musikschulkind“, sagt Dorothea Nusbaum über sich. Sie hat mit der Musik schon früh begonnen und sie später zum Beruf gemacht. Heute unterrichtet sie Musik, Deutsch und Physik am staatlichen Eifelgymnasium Neuerburg.

Musikalische Früherziehung gab es zur damaligen Zeit noch nicht. „Angefangen habe ich mit vier Jahren mit der Blockflöte“, erzählt sie. Buchstaben habe sie noch nicht lesen können, aber die Noten seien bunt angemalt worden. Sie hatte das Glück, dass ihre Eltern ihre Liebe zur Musik immer unterstützt haben. Ihr Vater sei im Krieg geboren und habe so nie die Gelegenheit gehabt, ein Instrument zu erlernen.

Nach dem Blockflötenunterricht folgten für Dorothea Nusbaum Klavierstunden und später Klarinette. An der Wahl dieses Instruments sei der damalige Leiter der Kreismusikschule, Helmut Klinkhammer, nicht ganz unschuldig gewesen. Klarinetten seien in den Orchestern eher unterbesetzt gewesen und so habe sie kurzerhand eine in die Hand bekommen.

Später brachte sich die Musiklehrerin noch selbst das Saxophonspiel bei. Von der Klarinette zum Saxophon sei es nicht so schwierig, umgekehrt schon, meint Dorothea Nusbaum.

Sie habe das Glück gehabt bei sehr guten Lehrern zu lernen. Klavierunterricht erhielt sie bei Herbert Fandel, dem heutigen Leiter der Musikschule. Das Klarinettenspiel erlernte sie bei dessen Stellvertreter Thomas Rippinger. Beide hätten sie immer gefördert.

Sie nahm an Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ teil, machte Workshops und vieles mehr. Ja, Preise habe sie auch gewonnen, sagt Nusbaum auf Nachfrage. Aber das sei nicht wichtig, es gehe dabei nicht um eine Trophäensammlung, sondern um Motivation und die Möglichkeiten mit Gleichgesinnten zusammenzutreffen.

Zehn Jahre erhielt Nusbaum selbst Unterricht, während ihres Studiums unterrichtete sie selbst bei der Musikschule. Doch bei aller Freude an der Musik, war ihr Berufswunsch zunächst ein anderer. „Die Musik sollte mein Hobby bleiben“, sagt sie über ihre Pläne nach Abschluss der Schule. Doch sie scheiterte an der  schwierigen Aufnahmeprüfung und begann dann zunächst Deutsch und Physik zu studieren. Den Lehrberuf habe sie sich gut vorstellen können.

Irgendwann sei ihr aber doch klar geworden, dass sie die Musik zu ihrem Beruf machen wolle. Sie habe dann noch ein halbes Jahr bei Herbert Fandel Klavierunterricht genommen und schrieb sich für Musik ein.

„Da war ich da, wo ich hinwollte. Ich war inmitten dessen, was mir Spaß macht.“ Sie konnte als Chorleiterin arbeiten, lernte Theorie, spielte Klavier und Klarinette.

Heute versucht Dorothea Nusbaum die Freude an der Musik an ihre Schüler zu vermitteln. „Der Unterricht ist heute viel lebendiger“, sagt sie. Sie versuche, die Musik erlebbar zu machen.

Zum Beispiel würden auch Keyboards eingesetzt, bei denen die Schüler leichte Akkorde lernen und so auch Lieder begleiten können. „Jeder hört Musik“, sagt die Pädagogin. Jugendliche sogar mehr als Erwachsene. Sie wolle vermitteln, dass es auch ein Weg sei, das Gemüt anzuregen und Emotionen zu wecken. Sie setze viel moderne Lieder im Unterricht ein. Aber „es ist eine Kunst da hinterher zu kommen“.

Doch sieht sie auch ein, dass nicht jedes Kind später selber Musik macht. „Um ein Instrument zu erlernen, braucht es viel Zeit und Energie“, weiß sie. Zwar gebe es oft eine anfängliche Begeisterung, aber die lasse mitunter nach.

Sie selbst ist froh, dass sie es geschafft hat, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Denn neben der Arbeit und ihren drei Kindern im Alter von zehn, acht und fünf bleibe nicht mehr viel Zeit zum musizieren. Sie habe 20 Jahre einen Kirchenchor geleitet und war auch im Musikverein aktiv.

Dass nicht alle Menschen für die Musik gemacht sind, erlebt sie derzeit bei ihren eigenen Kindern. Während der Älteste die Blockflöte verschmäht und überhaupt keine Lust zum Üben hatte, nehme ihre jüngste Tochter das Instrument mehrfach täglich in die Hand.

Vielleicht wird auch sie, wie die Mutter, ein richtiges Musikschulkind.

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