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Vom Riff zum Maar zum Sprudel

Vom Riff zum Maar zum Sprudel

400 Millionen Jahre in vier Stunden - Gerolsteiner Schüler erfuhren bei der geologischen Exkursion "Dem Gerolsteiner Mineralwasser auf der Spur", warum der Sprudel so schmeckt, wie er schmeckt.

Gerolstein. Vor 400 Millionen Jahren war die Landschaft rund um Gerolstein ein Riff am Meer. 399 Millionen Jahre später war aus dem Riff ein Berg geworden, umgeben von zahlreichen Vulkanen. Professor Frank Sirocko, Geologe an der Uni Mainz, musste weit zurückgehen, um zu erklären, warum das Gerolsteiner Mineralwasser heute so viele Mineralstoffe enthält. Im Rahmen des TV-Projekts KLASSE! hatte die Klasse 9R der Regionalen Schule Gerolstein eine geologische Exkursion unter dem Titel "Dem Gerolsteiner Mineralwasser auf der Spur" gewonnen.

Zunächst erläuterte Sirocko die Jahrmillionen dauernde Entwicklung der Gerolsteiner Kalkmulde in einem Vortrag, dann führte er die Schüler ins Gelände, an neuralgische geologische Punkte, wo er seine Ausführungen am "lebenden Objekt" erläuterte. Die Schüler erfuhren dabei - und auch bei einer Blindverkostung verschiedener Wassersorten -, dass jedes Mineralwasser seinen Geschmack durch die Erdschichten erhält, durch die es fließt. Aus rund 200 Metern Tiefe wird das Mineralwasser in der Nähe der Kyll in Gerolstein nach oben gepumpt - und ist gekennzeichnet durch seinen hohen Mineralstoffanteil. Dies verdankt es den Vulkanen und Maaren in der Umgebung.

Vor rund 500 000 Jahren rissen Klüfte durch Verschiebungen auf, das Magma des Erdmantels traf auf Grundwasser, dadurch stieg ein Gemisch aus Kohlendioxid und Magma nach oben. Und genau dieses Kohlendioxid, das noch heute aus dem Erdmantel ausströmt, sorgt später als Kohlensäure dafür, dass das Gerolsteiner Wasser so viele Mineralien aus dem Dolomitgestein aufnehmen kann, vor allem Calcium und Magnesium. Denn ohne diese Kohlensäure könnten die Mineralien nicht aufgenommen werden. Jeder Liter Gerolsteiner Sprudel enthält rund 2500 Milligramm Mineralien und Spurenelemente. Und wegen des geringen Natriumgehalts schmeckt das Wasser dennoch nicht bitter.

Sirocko zeigte den Schülern bei ihrer mehrstündigen Wanderung zahlreiche Relikte wie das Buchenloch oder die Lavagrube, wo man heute noch die geologische Formation aus den Zeiten des Maarausbruchs sehen kann. Bis zu 100 Jahre "wandert" das Wasser durch die zahlreichen Gesteinsschichten, bis es als Mineralwasser wieder in die Flasche kommt - die Schüler warfen auch einen Blick in die Abfüll-Anlage des Brunnens. Und die Werkshallen befinden sich heute dort, wo es vor 300 000 Jahren zum Maarausbruch kam. Der Kreis schließt sich also.