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Vom Wagen runter nur Kamelle: Schnapsverbot bewährt sich

Kostenpflichtiger Inhalt: Karneval : Vom Wagen runter nur Kamelle: Schnapsverbot in der Südeifel bewährt sich

Die Beamten aus Bitburg, Prüm und Daun äußern sich zur Session in der Eifel. In Bitburg setzte man ein neues Jugendschutzkonzept um.

Das neue Verbot im südlichen Eifelkreis, von Umzugswagen Alkohol auszuschenken, war vor der Karnevalssession umstritten (der TV berichtete). Mit der Regelung sollten vor allem Jugendliche vor hochprozentigem Alkohol geschützt werden.

Christian Hamm, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Bitburg, erklärt: „Wir sind mit der Regel sehr zufrieden. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hatten wir kein Problem mit alkoholisierten Minderjährigen.“ Problemlos habe sich auch der Umgang mit den Veranstaltern gezeigt. „Wir glauben, dass die Regel auch der Feierfreude der Karnevalisten keinen Abbruch getan hat.“

Grundsätzlich sei die Fastnachtssession, Stand Dienstagmittag, im Südkreis ereignisarm verlaufen, sagt Hamm. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter habe man am Karnevalssonntag in Echtzeit alle Vorfälle geteilt.

Die Polizei in Prüm hat ähnliches zu vermelden. Der Rosenmontag ist nach Angaben der Inspektion verhältnismäßig friedlich verlaufen: Es habe hier und da zwar wieder eine Körperverletzung gegeben, sagt Hauptkommissar Lambert Peters auf TV-Anfrage. „Aber alles eher so, dass es im Gesamtkontext untergeht.“

Anders als am vorvergangenen Samstag in Schönecken mit etlichen Vorfällen von Schlägerei bis Filmriss (der TV berichtete) sei es nach Kenntnisstand von Dienstag nirgendwo sonderlich wild zugegangen. „Schönecken war die Spitze dessen, was insgesamt zu verzeichnen war“, sagt Peters.

Vorläufiges Fazit des jecken Wochenendes einschließlich Rosenmontag: „Alles, auch die Nachtumzüge, ist so verlaufen, dass wir dafür ein kleines, grinsendes Smiley vergeben können.“

Anders als im Südkreis gab es ein Ausschank-Verbot von den Wagen herab im Bezirk Prüm nicht. PI-Chef Georg Bührmann sagt, er kenne zwar nicht im Detail die Lage, die weiter südlich im Kreis zu dieser Entscheidung geführt habe. Aus seiner Sicht aber bestehe angesichts der närrischen Tage, bisher und vorläufig, im Dienstbezirk (VG Arzfeld, VG Prüm, ehemalige VG Obere Kyll) „kein zwingendes Erfordernis, so eine Verfügung auf den Weg zu bringen. Mit dem jetzigen Wissensstand, der aber rudimentär ist, würde ich sagen: Das brauchen wir nicht unbedingt.“

Allerdings betont Bührmann die Vorläufigkeit seiner Haltung: Man werde sich nämlich in Kürze mit den weiteren beteiligten Einrichtungen und Organisationen – darunter Kommunen, Rotes Kreuz (DRK), Feuerwehr – zusammensetzen „und den Karneval noch einmal Revue passieren lassen“.

So hätten ja eventuell die DRK-Retter im Umfeld von Zügen und Partys „auch junge Menschen betreut, von denen wir nicht wissen“. Grundsätzlich gelte also zuerst: „Alle Beteiligten ins Boot. Weil wir erfahren wollen: Wie war’s bei euch?“ Dann werde man alles zusammentragen und schauen: „Müssen wir was verändern oder was verschärfen? Diese Gesamtbetrachtung steht aber noch aus.“

Auch die Polizei Daun zieht am Veilchendienstag eine erste rückblickende Bilanz. Traditionell ist der Weiberdonnerstag meist der stressigste Tag für die Beamten. Die PI Daun hat daher eigens für diesen Tag den Regeldienst um eine Einsatzgruppe mit mehreren Beamten ergänzt.

Die starke Präsenz, die ab den frühen Abendstunden an stetig wechselnden Orten gezeigt wurde, hätte viel gebracht und dazu beigetragen, dass das Karnevalswochenende friedlicher ablief als im Vorjahr. Insbesondere lag der Schwerpunkt der Beamten auf den Jugendschutzkontrollen, welche durch die Bevölkerung auch positiv angenommen und in den sozialen Medien transportiert wurde.