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Von A bis Z(oll), das war in Bitburg einmal

Von A bis Z(oll), das war in Bitburg einmal

Schlange stehen war einmal: Weil das Personal knapp ist und das Geld für Investitionen gespart wird, öffnet die Bitburger Außenstelle des Zollamts am 24. Juni zum letzten Mal ihre Türen.

Bitburg/Wittlich. Wenn Donuts und Muffins im Einkaufswagen von ehemaligen Soldaten der US-Luftwaffe landen, dann folgt dem Einkauf auf der Air-Base Spangdahlem der Gang zum Zollamt. Bislang konnten sie an jedem Mittwochnachmittag in der Außenstelle des Zollamts Wittlich in Bitburg ihre Einkäufe verzollen. Am 24. Juni werden sie dazu zum letzten Mal Gelegenheit haben.

Zur Kundschaft der Zollbeamten gehören auch Firmen, die dort ihre Ein- und Ausfuhren von A bis Z anmelden und verzollen können, wenn sie dies nicht auf elektronischem Weg erledigen. Und nicht zuletzt müssen auch die aktiven Angehörigen der Streitkräfte, die eigentlich keine Abgaben zahlen müssen, beim Zoll vorstellig werden, wenn sie Waren, die sie aus den USA nach Deutschland gebracht haben, verkaufen möchten. Autos zum Beispiel, die sie nicht zurück in ihre Heimat nehmen möchten. Dienststellenleiter Paul-Heinrich Neumann erinnert sich an ein mehr als 500 Kilogramm schweres Motorrad der Marke "Boss Hoss", das auf Autoreifen fuhr. Auch Oldtimer seien immer mal wieder dabei. Überwachen kann das Zollamt außerdem die Einfuhren von Waren des Militärs, die allerdings abgabenfrei sind. "Die Importe reichen vom Toilettenpapier bis zum Triebwerk für die F16", sagt Neumann. Waren, die häufig auch in andere Einsatzgebiete des Militärs weitertransportiert werden.

Arbeitsplätze sind von der Schließung der Zollamts-Außenstelle nicht betroffen. Die Arbeiten in Bitburg haben zwei Beamte aus Wittlich mitbetreut. Dass das Büro, das seit 1995 besteht, geschlossen wird, ist laut Neumann die Folge des immer knapper werdenden Personals, weil freigewordene Stellen nicht nachbesetzt werden. Das hat auch zur Folge, dass die Zahl der Kontrollen zurückgefahren werden muss. Außerdem hätte die manuelle Abfertigung nun auch in Bitburg elektronisch erledigt und dafür Computer angeschafft werden müssen. Eine Investition, die nicht mehr wirtschaftlich gewesen sei. Betrieb sei mittwochnachmittags aber immer gewesen, erzählt Neumann. Zwischen zehn und 24 Einfuhr- und fünf bis 20 Export-Abfertigungen seien dann erledigt worden. "Manchmal standen die Leute bis nach draußen Schlange."

Die Schließung der Außenstelle bedauert er vor allem, da der Mittwochnachmittag zu einem Treffpunkt der ehemaligen US-Soldaten geworden sei. Auf den netten Plausch dort müssen die Amerikaner nun zwar verzichten. Nach Wittlich müssen sie aber nicht reisen: Sie können alle Waren auch per Brief verzollen. Extra Die mobile Kontrollgruppe des Zolls ist von der Schließung der Außenstelle des Zollamts nicht betroffen. Sie ist direkt dem Hauptzollamt in Koblenz unterstellt und wird weiterhin in Bitburg beheimatet sein. Ihre Aufgabe ist es, nach Drogen und Schwarzgeld sowie anderen geschmuggelten Waren zu fahnden. Die "mobile Kontrolleinheit Verkehrswege" ist eine von zwei Kontrollgruppen in Rheinland-Pfalz. (uq)