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Von A wie Ausbau bis Z wie Zaun

Von A wie Ausbau bis Z wie Zaun

Spielplatz-Erweiterung, Verkehrsberuhigung, Straßenausbau: Neben den ,,Investitionsklassikern" stehen in den Bitburger Stadtteilen im kommenden Jahr auch neue Projekte an.

Bitburg. 130 000 Euro werden jedes Jahr von der Stadt Bitburg auf die sechs Stadtteile verteilt (siehe Extra). Was diese 2017 damit so alles anfangen möchten, fasst der TV zusammen:

107 000 Euro: Diese stolze Summe muss der Stadtteil Mötsch für den Ausbau des letzten Teilabschnittes der K43 tragen. Bei 35 810 Euro, die der Stadtteil erhält, schlägt das Großprojekt also mit dem Dreifachen des Jahresbudgets zu Buche. ,,Das Geld dafür haben wir, da wir die letzten Jahre gespart haben", sagt Heiko Jakobs, Ortsvorsteher des 1040 Einwohner zählenden Ortes. Neben dem Straßenausbau stünden 2017 keine weiteren Projekte auf dem Programm. ,,Sämtliche Gelder werden derzeit für die Sanierung des Jugendheims angespart, mit der wir 2018 beginnen möchten." Ein zentraler Punkt steht trotz der Einsparungen auf der Agenda: die soziale Dorfentwicklung. Hierbei geht es vor allem um den Ausbau der Seniorenaktivitäten und der Jugendarbeit. Und weil vieles davon Modellcharakter habe, winken Mötsch Bundesfördermittel.

In Erdorf (23 535 Euro) werfen die nächsten Jahre bereits ihre Schatten voraus. ,,2017 ist ein Sparhaushalt, da wir in den darauffolgenden Jahren die große Investition des Mehrgenerationenplatzes vor dem Bürgerhaus haben", sagt Ortsvorsteher Werner Becker. 135 000 Euro wird Erdorf 2018 und 2019 in die Gestaltung investieren. ,,Wir werden den Platz begrünen, Sitzplätze und eine Spielanlage errichten. Bis spätestens Sommer 2017 wird außerdem ein Ingenieurbüro ein Hochwasserschutzkonzept für den 550-Seelen-Ort erarbeiten. ,,Das ist in 2017 ein Schwerpunkt, vor allem mit Blick auf Erdorfs Hanglage und die Geschehnisse in einigen Teilen Deutschlands", sagt Becker. Weitere Investitionen: ein Spielgerät für den Spielplatz ,,Märchenwald", Schilder zur Kennzeichnung von Wanderwegen und die Finanzierung des Bürgercafés.

Verkehrsberuhigung: Darum geht es auch 2017 wieder in Masholder (17 260 Euro) mit seinen 439 Einwohnern. ,,Das Thema Tannenstraße kommt auf die Tagesordnung", sagt Ortsvorsteher Thomas Kröffges, ,,hier ist eine Verkehrsberuhigung durch ein Blumenbeet vorgesehen. Ein weiterer zentraler Punkt: das Friedhofskonzept. ,,Die Wegeführung wird geändert, neue Wege werden geschaffen", sagt Kröffges. Nötig sei das, weil manche Gräber nicht mehr über befestigte Wege erreicht werden können. Der Bolzplatz erhält einen Fangzaun, der Parkplatz am Dorfgemeinschafthaus wird begrünt.

Um seinen Friedhof wird sich auch Stahl, mit 1041 Einwohnern größter Bitburger Stadtteil, kümmern. ,,Wir werden neue Urnen- und Rasengräber ausweisen. Dadurch wird der Friedhof verkleinert", erklärt Ortsvorsteher Willi Heyen. Die frei werdende Fläche werde man dann zum Parkplatz umfunktionieren. Die mittlerweile marode Buswartehalle soll durch eine neue ersetzt werden. Wie Erdorf wird auch Stahl ein Hochwasserschutzkonzept erstellen lassen. Am Dorfplatz bei der Oberweiser Straße fallen Kosten für Grunderwerb an. ,,Die weitere Verwendung des Platzes steht noch nicht genau fest", sagt Heyen. Er favorisiere die Schließung der Häuserzeile. ,,Aber dafür muss ein privater Investor Interesse zeigen." Weitere Maßnahmen, die mit den 37 450 Euro, die Stahl 2017 erhält, angegangen werden: die Beschaffung eines Spielgeräts und die Festlegung der Baugrenzen des Stadtteils.

In Matzen (15 530 Euro) hat man ein Projekt von 2016 ins Jahr 2017 geschoben, um Kosten zu sparen: die Neugestaltung des Buswendeplatzes ,,Bour". Wasser und Kanal "Auf der Held" sowie die Wasserleitung in der Donatusstraße müssen 2017 sowieso erneuert werden. Zudem plane der Kreis, die Deckschicht der durch den Ort führenden Kreisstraße 79 zu erneuern. Deshalb hat man all diese Baumaßnahmen im Jahr 2017 gebündelt. ,,Mit der Zusammenfassung der Maßnahmen können wir bei gemeinsamer Ausschreibung und Vergabe Kosten einsparen und gleichzeitig die Belastung der Matzener so gering wie möglich halten", sagt Ortsvorsteher Hermann-Josef Fuchs. Zudem freue er sich, dass die Anlieger voraussichtlich nicht finanziell belastet werden. Ansonsten richtet man den Blick bereits weiter: Die Neugestaltung der Ortseinfahrten und die Erneuerung der Spielburg beim Spielplatz Gemeindehaus werden das Konto des 414- Seelen-Ortes belasten.

Irsch ist mit seinen 14 Einwohnern der mit Abstand kleinste Stadtteil. Ob die 415 Euro wie die letzten Jahre gespart werden, steht noch nicht fest. ,,Wir haben demnächst ein Gespräch, bei dem wir darüber beraten", sagt Heinz Bausch, stellvertretender Ortsvorsteher.Extra

Um den sechs Stadtteilen mehr Gestaltungsspielraum, aber auch finanzielle Eigenverantwortung zu geben, führte Bitburg 2004 das Stadtteilbudget ein. Seitdem werden jährlich 130 000 Euro nach einem festen Schlüssel verteilt. Dabei fällt die Einwohnerzahl mit 51 Prozent am schwersten ins Gewicht. Die Größe und Menge an Straßen und Friedhöfen sowie Spiel- und Gemeindeplätzen machen 27 Prozent aus. Die restlichen 22 Prozent setzen sich als Pauschale für die Unterhaltung von Sporteinrichtungen, Grillhütten und Gemeinschaftshäusern zusammen. rot