Von denen, die für Sie durchs Feuer gehen
"Stell Dir vor es brennt und keiner geht hin": Mit einem Schild, auf dem dieser alarmierende Satz steht, weist der Löschzug Mitte der Freiwilligen Feuerwehr Bitburg auf Nachwuchssorgen hin. Mehr als 150 Einsätze absolvieren die Wehrleute im Jahr, retten Leben, löschen Brände und sind bei zahlreichen Hilfseinsätzen zur Stelle. Die Aufgaben nehmen zu, doch die Personalstärke droht zu schrumpfen. Eine prekäre Lage für die Ehrenamtlichen.
Bitburg. Die Lage ist ernst: Der Löschzug Mitte der Freiwilligen Feuerwehr Bitburg kann die sogenannte Tagesbereitschaft bei Groß-Schadenslagen, wo 22 Wehrleute innerhalb von acht Minuten nach Alarmierung vor Ort sein müssen, nicht mehr sicher gewährleisten. Der Grund: Wie überall hat auch die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Bitburg angesichts eines großen konkurrierenden Freizeitangebots und abnehmender Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement Nachwuchssorgen. Rund 150 Wehrleute hat die FFW Bitburg, die sich aus den 43 Mann des Löschzugs Mitte sowie der Löschzüge der Bitburger Stadtteile zusammensetzt. Zwar ist die Jugendwehr Mitte mit 25 Mitgliedern gut besetzt. Doch viele beenden ihr Engagement, sobald sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben, sich stärker beruflich oder familiär engagieren oder den Wohnort wechseln. "Früher konnten wir von fünf Truppmännern, die wir in die Wehr übernommen haben, vier halten - heute sind es vielleicht noch drei", sagt Wehrführer Jürgen Dunkel.Ein Feuerwehr-Pass für vergünstigte Eintritte
Ein Problem, das die Kameraden schon lange umtreibt. Deshalb haben sie vor Jahren begonnen, ein Konzept zu entwickeln, wie sie ihre Einsatzbereitsschaft sichern und jungen Leuten den Dienst schmackhaft machen können. Gedacht ist etwa an einen "Feuerwehr-Pass", der vergünstigte Eintritte in Schwimmbädern oder bei kulturellen Veranstaltungen gewährt, oder an eine Zusatz-Rentenversicherung, wie sie einige FFW-Träger anderenorts bereits eingeführt haben. Doch um solche Ideen umzusetzen, muss Geld in die Hand genommen werden, das derzeit in den öffentlichen Haushalten fehlt. "Hilfreich wäre auch, wenn etwa die Stadt als unser Träger bei Stellenausschreibungen bevorzugt Wehrleute berücksichtigen würde", sagt Manfred Burbach, stellvertretender Wehrleiter. Doch nicht immer haben die Wehrleute die passende Qualifikation, um etwa im inzwischen hoch spezialisierten städtischen Bauhof zu arbeiten. Ein großes Kompliment spricht Wehrleiter Karl-Peter Götz den zahlreichen Bitburger Firmen aus, die die Einsätze der bei ihnen beschäftigen FFW-Leute gutheißen -- was inzwischen leider keine Selbstverständlichkeit mehr sei. An die 230 ehrenamtliche Stunden und mehr investieren die Wehrleute im Schnitt pro Jahr. Die Arbeit an den mit viel Eigenleistung in Stand gehaltenen Gerätehäusern noch nicht mitgerechnet. Dunkel: "Die Belastungsgrenze ist erreicht. Zwar meinen viele: Ach, die Feuerwehr macht das schon - aber kaum einer überlegt, wie die Lage aussieht, wenn die jetzige Wehrleute-Generation mal nicht mehr aktiv ist." Mehr auf Seite 10