Von denen, die lautlos durch die Lüfte gleiten: Segelkunstflieger treffen sich in Bitburg

Von denen, die lautlos durch die Lüfte gleiten: Segelkunstflieger treffen sich in Bitburg

Der Segelkunstflugverein Rheinlandland-Pfalz richtet die 24. Auflage der Segelkunstflugwoche in Bitburg aus. Mehr als 40 Flieger sind heute aus dem ganzen Landesgebiet sowie dem benachbarten Nordrhein-Westfalen und teils auch aus Hessen angereist, um in Bitburg zu trainieren.

Foto: Dagmar Schommer

Die Maschinen haben keinen Propeller und auch keinen Motor: Ralf Thomas segelt mit seiner "Lo 100" lautlos durch die Lüfte, nachdem er mit einem Schleppflugzeug auf etwa 1200 Meter nach oben gezogen wurde. Er ist einer von mehr als 40 Segelkunstfliegern, die sich diese Woche auf Einladung des Fördervereins Segelkunstflug Rheinland-Pfalz in Bitburg treffen. Es wird trainiert - ob Anfänger oder Fortgeschrittene. Es besteht die Möglichkeit, Abzeichen zu erwerben und sich auf Wettbewerbe vorzubereiten.
Etwa 35 bis 40 Starts und Landungen sind pro Tag geplant - vorausgesetzt, das Wetter stimmt.
Was die Faszination Segelkunstflug ausmacht ist für Organisator Philipp Hilker vom Förderverein Segelkunstflug Rheinland-Pfalz leicht erklärt: "Es ist einfach ein tolles Gefühl, die Maschine in der Luft in allen drei Dimensionen mit Präzision in der Richtung, der Höhe und Tiefe sowie der Geschwindigkeit zu steuern - und das noch in dieser wunderschönen Landschaft der Eifel."
Wettbewerbe werden diesmal nicht ausgetragen. Dennoch sind Besucher herzlich willkommen. "Wer will, kann sich den Segelkunstflug gerne hier von der Terrasse des Bistros ansehen", sagt Hilker.
Für Ralf Thomas geht es mit seiner Lo 100 heute noch in die Höhe. Es ist eine Art Oldtimer-Flugzeug aus den 50er Jahren, noch aus Holz gebaut. "Die modernen sind ja heute alle aus Kunststoff", sagt Hilker, der seit mehr als 30 Jahren fliegt. Der Grund: "Segelkunstflug ist für mich die absolute Freude am Fliegen."
Im Segelkunstflug geht es darum, vorgegebene Figuren in einem gedachten Würfel mit je 1000 Meter Seitenlänge in der Luft umzusetzen. "Etwas anderes ist es, wenn man als Segelflieger nach Thermik flieg", sagt Thomas. Dann nutzen die Piloten gezielt die Winde, die sie bei der nächsten Wolken finde, um möglichst lange in der Luft zu bleiben. Etwa sechs bis neun Stunden könne man so durch die Luft segeln, wenn man erstmal nach oben geschleppt wurde.
Der Segelkunstflieger sieht zierlich aus - und wiegt gerade mal 180 Kilogramm. Man ist dem Himmel damit wohl tatsächlich sehr nah. Ralf Thomas sagt: "Für mich ist das die Freiheit, die Flieger wirklich so zu bewegen, wie man Spaß hat."

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