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Von der Nobelkarosse bis zum Trabi

Von der Nobelkarosse bis zum Trabi

Oldtimer und Neuwagen vom Wohnzimmer bis in den Keller, 160 an der Zahl. Matthias Broy aus Preist sammelt seit 25 Jahren Modellautos. Seither ist die Familie um Geschenkideen nicht verlegen.

Preist. Die Kollegen kommen mit neuem Aftershave und Socken aus dem Weihnachtsurlaub, Matthias Broy berichtet stets: "Ich hab ein Auto bekommen." Doch neidischer als die Kollegen des 66-jährigen Metallbauers in Rente sind seit jeher die Kinder, die ihn besuchen und mit begehrlichen Blicken vor den Autos in Vitrinen und Regalen stehen. Anfassen verboten. Das musste vor 25 Jahren schon sein damals dreijähriger Sohn lernen. Damals begann Matthias Broy, Modellautos zu sammeln. Im Maßstab 1:18 reihen sich mittlerweile 160 Sportwagen, Limousinen, Klein- und Geländewagen vom Oldtimer bis zum Neuwagen aneinander.
Sammel leidenschaft



Die Initialzündung gab eine BMW Isetta 250, die Matthias Broy 1987 zufällig in einem Geschäft entdeckte. "Das war 1965, mit 18 Jahren, mein erstes Auto", erzählt der Sammler. Um sich den Wagen leisten zu können, musste er damals an den Wochenenden viele Stunden bei seinem Onkel in der Gastwirtschaft arbeiten. Dieses Erinnerungsstück im Kleinformat musste er einfach haben. Es folgten Modelle von Messerschmitt, Lloyd, VW, NSU und Borgward sowie der Nachbau seines zweiten eigenen Autos, des Fiat 500, und eines Union von Audi. "Den fuhr in den 1950er Jahren ein Arzt aus Speicher", erinnert sich Broy. Sein Liebling bleibt die Isetta in der Originalfarbe Gelb-Orange. Auch der grüne Messerschmitt-Zweisitzer hat es ihm angetan. "Die Türen gehen auf, und die Lenkräder lassen sich bewege. Das gefällt mir so gut", zählt er stolz die Besonderheiten seiner Modellautos auf.
Die Sammlerstücke im Wert von 35 bis 50 Euro fand er in Spielzeuggeschäften, bestellte sie bei Versandhäusern oder erstand sie auf Flohmärkten. Und die Familie ist an allen guten Tagen um keine Geschenkidee mehr verlegen. Neuerdings hat Matthias Broy auch noch die Leidenschaft für Motorräder gepackt, die er in Originalgröße auch gern selber fährt.
Was er mit den Miniaturen anfängt? "Anschauen und saubermachen", erklärt er. Alle zwei Monate nimmt er seinen watteweichen Wischmopp zur Hand und fährt damit behutsam über jedes seiner Exponate. Das kostet einen Tag. Gut gemeinte Hilfsangebote zum Staubwischen schlägt er lieber aus. Denn die filigranen Scheibenwischer und Spiegel fallen eifrigen Händen zu leicht zum Opfer. Jetzt ist bald wieder Weihnachten, und eins bleibt gute alte Tradition. Matthias Broy freut sich schon, wieder sagen zu können: "Ich hab ein Auto bekommen."
Haben auch Sie eine Leidenschaft, die Sie schon seit einigen Jahren nicht loslässt und inzwischen zu einer großen Sammlung geführt hat? Ob Postkarten, Feuerzeuge, Bierdeckel, Zuckerstückchen, Briefmarken, Stofftiere oder was auch immer: Mailen Sie uns Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten mit einem Stichwort zu Ihrer Sammlung an
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