Von der Vulkaneifel bis zum Moselwingert

Von der Vulkaneifel bis zum Moselwingert

Radler im Radar: An sieben Radwegen in der Region zählen seit 2012 graue Kästen jeden Drahtesel-Fahrer, der an ihnen vorbeikommt. Die ersten Ergebnisse liegen nun vor: Streckenprimus ist der Maare-Mosel-Radweg.

Bitburg/Prüm/Daun/Gerolstein. Sie schlängeln sich entlang von Flüssen oder führen über stillgelegte Bahntrassen. Mehr als 700 Kilometer Radwege legen sich wie ein Spinnennetz über die Region.
Der Landesbetrieb Mobilität Gerolstein (LBM) hat vor zwei Jahren Zählstationen an sieben Strecken angebracht. Jedes Fahrrad, das an der Radarstation vorbeifährt, wird somit automatisch erfasst und an die LBM-Zentrale weitergeleitet. Das Ergebnis: Mit rund 57 000 Nutzern im Jahr zieht der Maare-Mosel-Radweg die meisten Drahtesel-Fahrer an.Zählstation mit Kontrolleffekt


Die Zählstation nimmt für Harald Enders, Leiter des LBM, eine Kontrollfunktion ein. Als Beispiel nennt er den Kylltalweg. Dort investiere der Bund zurzeit etwa vier Millionen Euro in eine Erweiterung der Strecke. "Man darf gespannt sein, wie sich das auswirken wird", sagt Enders. Vor 2015 wird allerdings keine Änderung zu sehen sein. Denn erst dann soll das neue Teilstück von Jünkerath nach Losheim freigegeben werden.
Der TV stellt die sieben Strecken vor, die unter täglicher Beobachtung stehen:

Wer die 58 Kilometer von Daun nach Bernkastel-Kues überwinden möchte, ist auf dem Maare-Mosel-Radweg genau richtig. Da die Strecke auf der alten Bahntrasse verläuft, gibt es nahezu keine Steigung und ist damit auch für Fahrer mit weniger Kondition zu bewältigen. Zwei Viadukte und vier Tunnel erwarten die Radler unterwegs.
Sehenswertes abseits der Strecke: Pulvermaar, Glockengießerei Brockscheid, Lavabombe Strohn.
Gezählte Radfahrer (2013): 57 186

Von Prüm bis ins belgische St. Vith reicht der Eifel-Ardennen-Radweg. Entlang der 37 Kilometer langen Strecke sorgen reichlich Brücken und Tunnel für Abwechslung.
Sehenswertes abseits der Strecke: Salvatorbasilika Prüm, Brunnen- und Skulpturenpark Niederprüm, Mühlenberger Stollen Bleialf.
Gezählte Radfahrer (2013): 52 891

Etwa 50 Kilometer muss man überwinden, wenn man alle Sehenswürdigkeiten des Enztal-Radwegs bewundern möchte. Von Pronsfeld bis nach Holsthum bekommen die Radler zunächst die Höhen des wilden Isleks zu sehen. Das Ziel liegt hingegen im Bitburger Land und ist geprägt von bunten Streuobstwiesen.
Sehenswertes abseits der Strecke: Arzfeld, Tal der Schmetterlinge, Weihetempel Ernzen.
Gezählte Radfahrer (2013): 30 960

Der Kylltal-Radweg führt über 130 Kilometer von Dahlem bis nach Trier und ist eine sogenannte Qualitätsradroute. Der allgemeine deutsche Fahrrad Club (ADFC) hat den Kylltalradweg 2012 als erste Eifelstrecke mit vier Sternen prämiert. Der Radweg hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad und bietet speziell für Familien zwischen Bewingen und Densborn einen 20 Kilometer langen Kinderradweg.
Sehenswertes abseits der Strecke: Kronenburger See, Historische Wassermühle Birgel, Kloster St. Thomas.
Gezählte Radfahrer (2013): 24 691

Der Sauertal-Radweg begleitet den deutsch-luxemburgischen Grenzfluss von Wasserbilligerbrück bis nach Ettelbrück. Ein Highlight der 60 Kilometer langen Strecke ist die Fahrt durch den 336 Meter langen Ralinger Tunnel, der auf natürliche Weise beleuchtet ist.
Sehenswertes abseits der Strecke: Dianadenkmal, Maria-Theresien-Stein, Burg Bollendorf.
Gezählte Radfahrer (2013): 23 269

Der Nimstal-Radweg gestaltet sich etwas anspruchsvoller als sein Maare-Mosel- Pendant. Von Weinsheim sind insgesamt 65 Kilometer bis zur Irreler Mühle zu überwinden. Besonders das 24 Kilometer lange Teilstück zwischen Lasel und Bitburg sorgt mit stärkeren Anstiegen für einen gewissen Anspruch.
Sehenswertes abseits der Strecke: Eifeler Sandstein-Skultpturen, Bitburger Erlebniswelt, Westwall Museum Irrel.
Gezählte Radfahrer (2013):
11 562 (Zählstelle defekt)

Mit 22 Kilometern ist der Kalkeifel-Radweg eine relativ kurze Strecke, die von Ahrdorf bis nach Hillesheim führt. Da die Etappe sich entlang einer alten Bahntrasse schlängelt, erwartet die Radler wenig Steigung. Der Kalk-eifel-Radweg ist daher auch für Familien geeignet.
Sehenswertes abseits der Strecke: Stadtbefestigungsanlage Hillesheim, Wasserfall Dreimühlen.
Gezählte Radfahrer (2013):
4172 (Zählstelle defekt)

Die Zählstationen an Nimstal- und Kalkeifel-Radweg waren zeitweise defekt und lieferten nicht das gesamte Jahr über Ergebnisse. Daher fallen die Zahlen hier geringer aus.

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