Von Luft- und Graslöchern

Von Luft- und Graslöchern

WISSMANNSDORF. Viel Spaß auf dem Grün. 50 Volksfreund-Abonnenten versuchten sich beim TV-Ferienspaß im Golfen. Die Erkenntnis des Kurses bei schottischem Sommerwetter: Was leicht aussieht, muss nicht zwangsläufig auch leicht sein.

Geschicklichkeitsübung unter freiem Himmel: Die linke Hand umfasst den Griff des Golfschlägers am oberen Ende, die rechte Hand darunter. Der Ringfinger der rechten Hand verhakt sich mit dem Zeigefinger der linken Hand. Und nun den linken Arm gestreckt halten. "Und wie bitte soll ich jetzt noch den Schläger schwingen?" Die Frage der TV-Ferienspaß-Teilnehmerin scheint berechtigt. Ihre Körperhaltung erinnert auch eher an eine Joga-Übung für Fortgeschrittene als an eine Golfspielerin. "Wenn Sie das Gefühl haben, das ist der falsche Griff, dann machen Sie es genau richtig", lautet der Kommentar von Golflehrer Steven Parry. Und der muss es wissen, schließlich betreibt er diesen Sport bereits seit 46 Jahren. Mit 18 Jahren wurde der Engländer Profi. Ein paar "Fast-Profis" sind auch beim TV-Ferienspaß dabei, beispielsweise der neunjährige Christian aus Bitburg mit seiner Mutter. Zum Golfen gehört auch die richtige Ausrüstung. Aus dem Grund hat Christian sogar Golfer-Handschuhe dabei. Einige "Talente" entscheiden sich, in die schnelle Gruppe des Schnupperkurses zu wechseln und die halbstündige Theorie auszulassen und stattdessen ran an den Golfball zu gehen oder besser gesagt, ihn in die weite Ferne zu schlagen. "Ich war letztes Jahr schon dabei", erzählt der zwölfjährige Martin aus Rascheid. Sein Kumpel Jens hat bereits schon dreimal auf einem Golfplatz gestanden. Demonstration seines Könnens: Er stellt sich zum Ball, lockert noch ein letztes Mal die Schultern, er holt aus - und schlägt ein Luftloch. Kein Problem. Zweiter Versuch. Dasselbe Prozedere, nur dieses Mal fliegt sogar etwas durch die Luft. Doch statt des gelben Golfballs ist es ein Stück Rasen samt Erde. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Beim dritten Versuch trifft Jens den Ball, und der fliegt in einem Bogen Richtung 50-Meter-Marke. "Jawoll", ruft der Zwölfjährige begeistert, stellt dann aber fest, dass er das "Tee", das Stäbchen, auf dem der Ball vorm Abschlag lag, zertrümmert hat. Während die Könner wie Jens und die, die nur mal ein paar Bälle schlagen wollen, bereits das Übungs-Grün mit gelben Bällen füllen, lassen sich die anderen in die hohe Kunst des Golfens von Profi Parry einführen. Maximal 14 Schläger darf ein Spieler benutzen, und maximal vier Spieler können zusammen spielen. Der Engländer erzählt von unterschiedlichen Schlagflächenwinkeln, demonstriert verschiedene Schläger und lässt zwischendurch sein "Holz" durch die Luft zischen. Während die Ferienspaß-Teilnehmer interessiert zuhören, halten sie ihren Schläger immer noch - mittlerweile etwas krampfhaft - in der eben gelernten Position in den Händen. "Ach, eine Sache noch, wie fest man den Schläger halten sollte", wirft Parry ein. "Nur so fest, wie sie einen lebenden Vogel in den Händen halten würden." Der Hinweis kommt eindeutig zu spät. "Meiner wäre schon längst zerquetscht", sagt Sonja Walter aus Wincheringen. Nach so vielen Trockenübungen ist jeder heiß darauf, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Wie die Hühner auf der Stange stehen alle in einer Reihe. Beim Ausprobieren dieser Sportart lernen die meisten nicht nur neue Muskelpartien an ihrem Körper kennen, sondern oft auch ihren direkten Nachbarn. Denn beim schwungvollen Ausholen mit dem Eisen treffen viele eher den Hobby-Golfer nebenan als den Ball. Der trockene Kommentar des Profis: "Das könnte Ihr letzter Tag mit eigenen Vorderzähnen gewesen sein." Der TV-Ferienspaß: Jede Menge Veranstaltungen, Rabatte und Ausflüge für die ganze Familie! Mehr Informationen in den TV-Pressecentern und unter www.intrinet.de/ferienspass

Mehr von Volksfreund