Von Rätseln umrankt

Über das Ende der Synagoge in Bitburg kursieren in vielen Geschichtsbüchern falsche Informationen, die vor wenigen Jahren korrigiert werden konnten. Der Erbauer des Glaubenshauses konnte indes bis heute nicht eindeutig bestimmt werden.

Bitburg. (jk) Lediglich eine Gedenktafel erinnert noch an den ehemaligen Standort der Synagoge in Bitburg. In der Neuerburger Straße wurde der Versammlungsort 1877 errichtet und bildete für etwa 60 Jahre das Zentrum der jüdischen Gemeinde.Das Gebäude erinnerte in vielerlei Hinsicht an die Architektur typischer Dorfkirchen der Eifel zu dieser Zeit. Deshalb mutmaßt Burkhard Kaufmann, Leiter des Kreismuseums, dass der damalige Kreisbaumeister Peter Josef Julius Wolff für das Bauwerk verantwortlich zeichnete. "Das ist allerdings nur eine Vermutung. Der Erbauer ist bislang nicht bekannt", erklärt der Historiker.Die Synagoge befand sich etwas zurückgesetzt von der Straße auf einem baumbewachsenen Grundstück. Lisenen, schwach hervortretende Wandverstärkungen, und Rundbogenfriese gliederten die einzelnen Elemente des dreiteiligen Gebäudes. Das Erscheinungsbild der Synagoge prägten schmale Rundbogenfenster in den Anbauten und ein dreiteiliges Fenster im Saal.Im Zusammenhang mit dem späteren Schicksal des Versammlungshauses hat sich in viele Geschichtsbücher ein Fehler eingeschlichen. Wahr ist, dass die Synagoge in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 verwüstet wurde. Die vermeintliche Zerstörung durch einen Bombenangriff im Jahr 1942 ist allerdings ein weit verbreiteter Irrglaube. Das Bauwerk trug Schäden davon, wurde aber noch einige Jahre als Lagerhaus genutzt. 1947/48 erfolgte schließlich der Abriss, wie Burkhard Kaufmann von Zeitzeugen erfahren hat. Weitaus unkonkreter sind hingegen die Angaben über die Ursprünge der jüdischen Gemeinde in Bitburg. Sicher lässt sich nur belegen, dass 1824 fünf Juden in der Stadt lebten. Die Zahl stieg stetig an (60 Juden im Jahr 1925), bevor ab 1933 viele Juden ins Ausland emigrierten. Wer zu spät floh, wurde von den Nationalsozialisten deportiert. Der Opfer des Holocaust wird jährlich am 9. November auf dem jüdischen Friedhof im Talweg gedacht - als Mahnung und gegen das Vergessen.