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Über die Dörfer: Von Römern und Rasenmähern

Über die Dörfer : Von Römern und Rasenmähern

Geschichtsinteressierte dürften die Villa Otrang bei Fließem kennen: Dort steht im Bitburger Land die besterhaltene und größte römische Villenanlage nördlich der Alpen. Nach langen Renovierungsarbeiten ist die Sehenswürdigkeit in der Eifel jetzt wieder geöffnet.

Doch auch ohne das römische Erbe ist jede Menge los im knapp 700-Seelen-Ort nördlich von Bitburg. 15 Vereine und Gruppen bringen Leben nach Fließem. Allein der Musikverein hat rund 40 Aktive. Das Brauchtum wird hier noch gepflegt, und seit gut drei Jahren wird auch Fastnacht wieder größer gefeiert. „Überhaupt ist der Zusammenhalt im Ort groß“, sagt die Ortsbürgermeisterin Anja Esch. Jung trifft auf Alt und viele jüngere Menschen wollen auch in Fließem wohnen bleiben. Das merke man an der großen Nachfrage nach Bauland. Dafür zu sorgen, dass es genug Bauplätze gibt, sei ein großes Projekt für die Zukunft.

„Außerdem würden wir gerne das Gemeindehaus sanieren, und zwar von Grund auf“, sagt Esch. Mit dem Bickendorf solle zudem zusammen der Ausbau der Kindertagesstätte angegangen werden. Außerdem hofft Esch, dass in der zweiten Hälfte dieses Jahres das Glasfasernetz so gut ausgebaut ist, dass es überall in Fließem schnelles Internet gibt. „Das sind große Projekte, die wir bald nacheinander angehen wollen“, sagt Anja Esch, die auch bei der Kommunalwahl 2019 wieder antritt. Nach bisherigem Stand sei sie die einzige Kandidatin. Auch für den Gemeinderat gäbe es einige Kandidaten, die aus unterschiedlichen Gründen aufhören. „Über Nachwuchs mache ich mir aber keine Sorgen“, sagt Esch. Besonders hoffe sie, dass sich in naher Zukunft auch jüngere Frauen für den Gemeinderat engagieren.

Im Moment befinde sich Fließem in der Endphase des Zukunfts-Checks Dorf. So wird am 5. Mai eine Blumen- und Pflanzenbörse veranstaltet. Am 19. Mai wird der Spielplatz beim Gemeindehaus mit einem Wandertag eröffnet. Und jeden Samstagmorgen kommt seit einiger Zeit wieder ein Bäcker nach Fließem, um Brötchen zu bringen. „Das sind alles kleinere Projekte, die im Rahmen des Zukunfts-Checks eingeführt und geplant worden sind und von den Fließemern richtig gut angenommen werden“, erzählt Esch. Das gilt auch für eine besondere Veranstaltung im Spätsommer: das Rasenmäher-Rennen des Motorsportvereins. Die kleinen Garten-Traktoren werden umgebaut, das Mähwerk kommt raus und leistungsstarke Motoren rein. Am Renntag fahren Teams  gegeneinander. Dabei ist die Strecke anspruchsvoll, und die Maschinen werden bis über die Belastungsgrenze hinaus gefahren. Sehenswert ist das allemal.