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Von Schwimmern, Schläfern und Streusalz: Ein erstes Zwischenfazit zur Wintersaison in der Eifel

Von Schwimmern, Schläfern und Streusalz: Ein erstes Zwischenfazit zur Wintersaison in der Eifel

Nach den eher milden Monaten November und Dezember ist der Winter zum Jahresanfang zur Höchstform aufgelaufen. Wie wirken sich die kalten Temperaturen auf die Arbeit und die Gewohnheiten der Menschen in der Region aus? Einblicke in die kalte Jahreszeit in der Eifel.

Zwar verläuft die kalte Jahreszeit in der Eifel bisher relativ glimpflich, dennoch sinkt die Temperatur auf dem Thermometer nachts gerne mal tief in den blauen Bereich - und für die nächste Woche kündigt TV-Wetterfrosch Dominik Jung sogar "die winterlichste Wetterphase seit einigen Jahren" und jede Menge Schnee in der Eifel an (der TV berichtete). Nach dem eher milden Winter 2015/16 liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bis dato bei zwei Grad unter null - zumindest laut der Messungen der Wetterstation in Wiersdorf. Damit ist der Monat bisher verglichen mit dem langjährigen Mittelwert 2,4 Grad kälter als gewöhnlich.
Wie kommen die Menschen und Tiere mit dem Eifeler Winter zurecht? Der TV-Rundblick:

Winterschlaf und Wärmelampe: Im Eifel-Zoo in Lünebach sind die Tiere das ganze Jahr über unter freiem Himmel. "Die Tiere dürfen sich frei bewegen und selbst entscheiden, ob sie draußen oder im Stall sein möchten", erzählt Zoo-Leiterin Isabelle Wallpott. Die Ställe seien mit Rotlichtlampen oder Fußbodenheizungen ausgestattet, damit die exotischen Tiere wie Tiger und Löwen nicht frieren müssen. "Die Löwen liegen trotz der frostigen Temperaturen gerne auch mal draußen und sonnen sich - die Stachelschweine hingegen bleiben beispielsweise meistens drinnen und kommen nur heraus, wenn sie neugierig sind." Ansonsten belaufe sich die Umstellung des Zoos auf den Winter vor allem auf betriebliche Abläufe: Die Wasserleitungen seien abgestellt und das Wasser in den Wassergräben abgelassen worden. Damit will man vermeiden, dass die Tiere auf den zugefrorenen Gräben herumlaufen und möglicherweise im Eis einbrechen.

Auch der Tierpark im Eifel-Park Gondorf hat im Winter geöffnet. Nur die Fahrgeschäfte des Parks machen in den Wintermonaten dicht. Das wirkt sich natürlich auf die Besucherzahlen aus: Im Winter sei deutlich weniger los im Eifel-Park, sagt Pressesprecherin Judith Holthausen. Die Bären hielten Winterschlaf und die Vögel seien für den Winter in den Wildpark Potzberg bei Kusel umgezogen, erzählt sie weiter. "Davon abgesehen ist für die Tiere aber alles normal. Die meisten sind an solche Temperaturen ja auch gewöhnt."

Saunagang und Streusalzeimer: Elfriede Grewe ist Geschäftsführerin von Cascade-Bad und Bitburger Eishalle in Personalunion. Beide Einrichtungen würden im Winter gut laufen. "Wir sind zufrieden mit den Besucherzahlen", sagt sie. "Die Leute kommen gerne ins Schwimmbad, wenn das Wetter zu schlecht ist für die Skipiste - und für die Sauna ist der Januar generell immer ein guter Monat." Für die Eishalle sei das Wetter derzeit perfekt: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Betrieb in der Eishalle", meint Grewe, "Eislaufen ist ja auch eine Wintersportart."
Zu den Wintersportarten könnte man auch das Salzstreuen und das Scheibenkratzen zählen - "Sportgeräte" hierfür erhält man beispielsweise im Baumarkt. "Besonders gefragt sind derzeit Frostschutzmittel fürs Auto, Vogelfutter, Streusalz und Brennstoff. Das sind die Dinge, die im Winter immer gut laufen", verrät eine Mitarbeiterin des Bitburger Toom-Baumarkts. "Man merkt am Kaufverhalten der Kunden auch schnell, wenn das Wetter gerade umschlägt", sagt sie.

Baumfall und Blitzeis: Apropos Wetter: Einer, der sich über weiße Pracht und klirrende Kälte wohl zumindest beruflich wenig freut, ist Reinhold Schneider. Er ist Leiter der Masterstraßenmeisterei Bitburg und damit verantwortlich für geräumte und gestreute Straßen. Für ihn und seine Mitarbeiter steht der größte Teil der Arbeit wohl noch bevor: "Erfahrungsgemäß liegt unser Arbeitsschwerpunkt vor allem auf den Monaten Januar und Februar", sagt er. Bereits jetzt habe es im Januar schon so viele Einsätze gegeben wie in November und Dezember zusammen. Hauptsächlich sei man dabei zum Streuen losgefahren, Räumeinsätze habe es weniger gegeben. Auch Wolfgang Zenner, Pressesprecher der Polizei Bitburg, hat beruflich eher mit den unerfreulichen Seiten des Winters zu tun. 13 wetterbedingte Unfälle habe es im Bereich der Polizeiinspektion Bitburg im Januar bisher gegeben, im gesamten Dezember waren es nur vier. "Aber das ist ja auch kein Wunder", sagt Zenner, denn er weiß: "Ohne Schnee oder ausreichende Kälte gibt es ja auch keine Winterglätte." Auch abgesehen von Unfällen sorgt der Schneefall bei der Polizei für Arbeit: Wenn beispielsweise ein Baum wegen des Schneefalls auf die Straße stürzt, dann, so Zenner, "ist natürlich auch die Polizei mit vor Ort".