Kinder und Jugendliche : Susanne Winkelmann ist neue Jugendsachbearbeiterin der Prümer Polizei

Susanne Winkelmann ist die neue Jugendsachbearbeiterin der Polizeiinspektion Prüm. Zuvor war sie elf Jahre lang Diensthundeführerin.

In dem neuen Büro, das Susanne Winkelmann am 1. Februar in der Prümer Polizeidienststelle bezogen hat, hängen Fotos von früheren Einsätzen mit ihrem Schäferhund Toni an der Wand. Mit ihm hat die neue Jugendsachbearbeiterin der PI Prüm elf Jahre lang bei der Diensthundestaffel des Präsidiums Trier „zusammengearbeitet“.

Das waren keine alltäglichen Einsätze. So haben Toni und sie unter anderem Castor-Transporte mit Atomabfall begleitet, sorgten bei Fußballspielen für Ordnung oder brachten Drogendealer zum Schwitzen – denn Rauschgift erschnüffeln konnte der Partner mit der kalten Schnauze auch. Susanne Winkelmann hat also schon eine ziemliche Bandbreite an Polizeiarbeit kennengelernt, bevor sie in die Abteistadt kam. Um näher bei ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn zu sein, hat sich die 39-Jährige Anfang 2019 versetzen lassen.

Jetzt kümmert sie sich im Wesentlichen um Missetaten von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden. Auch bei Straftaten, bei denen Minderjährige Opfer werden, ist sie die Ansprechpartnerin. Ein großer Teil ihrer Arbeit wird die Prävention sein und die Zusammenarbeit mit Eltern, Schulen und Vereinen.

Susanne Winkelmann freut sich auf ihre neue Aufgabe: „Ich war früher schon ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, und auch mein Abitur habe ich auf einem Gymnasium für Gesundheits- und Sozialwesen gemacht.“ Nach dem Abschluss habe sie überlegt, zur Polizei zu gehen oder Sonderpädagogik zu studieren. In ihrem neuen Aufgabenbereich kann sie nun ihre beiden Interessen verknüpfen. Gute Nerven habe sie auch, bestätigt sie auf Nachfrage. „Was meine bisherigen Einsätze betrifft, bin ich breit aufgestellt“, sagt die 39-Jährige, die im November 20 Jahre im Dienst sein wird.

Ihr Vorgänger Erwin Schwarz, der 18 Jahre lang Jugendsachbearbeiter in Prüm war, ist in den Ruhestand gegangen. „Ich bin ein bisschen ins kalte Wasser geworfen worden“, sagt sie. In speziellen Lehrgängen wird sie auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Bei den entsprechenden Behörden und Schulen wird sie sich in den kommenden Wochen vorstellen.

Und sie wird sich auch mit neuen Entwicklungen beschäftigen müssen. Ihr Chef Georg Bührmann beobachtet eine starke Zunahme von Cyber-Kriminalität: „Vor allem die Gedankenlosigkeit von Jugendlichen nimmt zu und wie sie mit ihren persönlichen Daten im Internet umgehen.“ Man dürfe nicht vergessen, dass man einmal veröffentliche Fotos im Internet so schnell nicht mehr löschen könne. Und so manches vertrauliche Motiv, das man einem vermeintlich guten Bekannten schicke, macht dann ungewollt die Runde.

Auch in diesem Bereich wird Aufklärungsarbeit nötig sein. Prävention ist das eine, aber die Fälle, wo Jugendliche straffällig oder Kinder zu Opfern werden, ist der andere Teil ihrer Arbeit. Kommt man damit immer gut klar, oder lassen einen manche Ereignisse dann doch nicht kalt, wollen wir von der Polizeihauptkommissarin wissen. Schwierige Fälle hängen ihr schon manchmal nach, sagt sie. „Man legt sich mit der Zeit ein dickes Fell zu. Die Arbeit wird ein Stück weit auch zur Gewohnheit, so wie das in anderen Berufen auch ist.“

Auch mit ihr wird es Präventionsangebote geben. „Vorbeugung bedeutet auch, bei größeren Veranstaltungen Präsenz zu zeigen“, sagt sie. So wird sie an Karneval zusammen mit Kollegen bei dem ein oder anderen Umzug vor Ort sein, um zu gucken, ob das Jugendschutzgesetz eingehalten wird. Und es wird Alkohol- und Drogenkontrollen geben, kündigt sie an.

Menschen, die unter Drogeneinfluss stehen, können sie nicht so schnell an der Nase rumführen. Denn mit ihrem Schäferhund Toni hat sie so manches Rauschgift erschnüffelt und Konsumenten entlarvt.