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Vor 60 Jahren wurde der Prümer Landfrauenverband gegründet

Vor 60 Jahren wurde der Prümer Landfrauenverband gegründet

Vor 60 Jahren wurde der Prümer Landfrauenverband gegründet. Etwa 700 Frauen sind im Verband aktiv. Heute wird in der Karolingerhalle mit einem Festakt beim Prümer Landfrauentag gefeiert.

Die Digitalisierung der Welt lag noch in weiter Ferne, nur langsam fanden die ersten elektrischen Haushaltsgeräte Einzug in die bundesdeutschen Küchen. Als vor 60 Jahren die Oberstudienrätin Therese Pitsch die Gründung des Prümer Landfrauenverbands anregte, sah auch das Leben in der Eifel erheblich anders aus als heute. "Die Zeiten haben sich geändert, wir aber auch. Überholt hat sich der Landfrauenverband damit also definitiv nicht", sagt die amtierende Erste Vorsitzende Marlene Schmitz. Mit einem Festakt werden die Frauen heute an ihre Gründung vor sechs Jahrzehnten erinnern.

Noch immer stehe übrigens das Thema Erwachsenenbildung weit oben auf der Verbandsagenda, sagt Marlene Schmitz.

Wie schon in den Gründungszeiten nutze man das ehrenamtliche Engagement und das gute Netzwerk, um zweimal im Jahr ein Fortbildungsprogramm zu veröffentlichen. "Einen wichtigen Teil macht immer noch die Ernährungs- und Kochberatung aus. Es finden sich aber ebenso Computerkurse oder auch Bildungsfahrten in unserem Angebot", sagt sie. Der Prümer Landfrauenverband sei mittlerweile Interessenvertretung, Netzwerk und Bildungsanbieter in einem. "Die Zeiten haben sich geändert, die Welt ist schnelllebiger geworden, wir haben uns angepasst." Wie dieser Spagat aussehen kann, zeigt der Verband auch beim Jubiläum am Freitag. "Die luxemburgische Sterneköchin Léa Linster wird als Festrednerin einen Vortrag halten." Inhaltlich befasse sie sich dabei mit dem Thema regionales oder lieber internationales Kochen. "Es geht also noch immer um Ernährung, aber eben unter ganz anderen Gesichtspunkten als vor 60 Jahren."

Etwa 700 Frauen seien aktuell im Prümer Landfrauenverband aktiv: "Früher arbeiteten die meisten noch tatsächlich in der Landwirtschaft - darauf war das Programm ausgerichtet", sagt die Vorsitzende. Noch immer pflegten die Frauen beispielsweise den Tausch von Stauden und Pflanzen, träfen sich aber ebenso selbstverständlich wie jüngst auf einer sogenannten iPad-Party. Man versuche eben Traditionen nach Möglichkeit zu bewahren, aber auch die Stimmen der Zeit zu hören.

Man pflege nicht nur eine zeitgemäße Internetpräsenz, auch in sozialen Netzwerken wie Facebook sei man mittlerweile aktiv. "So sind wir auch für die jüngere Generation präsent. Die Art miteinander in Kontakt zu treten hat sich halt verändert - warum sollten wir das nicht nutzen", sagt Marlene Schmitz.

Glücklich zeigt sie sich über die breite Alterspanne, die der Verband anspricht. "Das merkt man auch in unserem Vorstand, wo Frauen zwischen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren aktiv sind - das ist ein sehr guter Schnitt."
Der Festtag beginnt am heutigen Freitag um 13 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kapelle im Konvikt. Anschließend geht es weiter mit einem Festakt in der Karolingerhalle.Extra: INTERESSENGEMEINSCHAFT UND ERWACHSENENBILDUNG


Der Deutsche Landfrauenverband wurde 1948 gegründet. Seine Geschichte geht zurück auf Elisabet Boehm, die im ostpreußischen Rastenburg 1898 den ersten landwirtschaftlichen Hausfrauenverein ins Leben rief, um die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von Frauen zu verbessern und ihnen Aus- und Weiterbildungen zu ermöglichen. Diese Ziele werden heute von Mitgliedern der 22 Verbände mit rund 430 Kreis- und mehr als 12 000 Ortsvereinen verfolgt. Insgesamt sind schätzungsweise 500 000 Frauen engagiert.