RADFAHREN: Vorerst bleibt Radfahrern nur der Weg über die Landstraße

RADFAHREN : Vorerst bleibt Radfahrern nur der Weg über die Landstraße

Nach wie vor klaffen zwei Lücken im Enz-Radweg zwischen Pronsfeld und Holsthum. Laut Planungsbehörde wird sich zumindest an einer dieser beiden Lücken die nächsten fünf Jahre auch nichts ändern.

Von der rauen Höhenlandschaft des Isleks ist auf der Internetseite der Eifel Tourismus Gesellschaft die Rede, von eindrucksvollen Rundblicken, von der malerischen Altstadt Neuerburgs sowie den sonnenverwöhnten Streuobstwiesen und schmucken Eifeldörfern.

Was in der touristischen Beschreibung des Enz-Radwegs allerdings fehlt, ist die Erwähnung der beiden nach wie vor vorhandenen Lücken, die dafür sorgen, dass der Radfahrer einen Teil seiner Eindrücke mit Autofahrern teilt.

Zwischen Neuerburg und Sinspelt führt der Radweg nämlich im Bereich Daudistel gut einen Kilometer über die L4. Und ähnliches gilt auch für den Abschnitt zwischen Enzen und Holsthum, wo Radfahrer auf die L4 ausweichen müssen.

Zwar wurde zwischen Enzen und Schankweiler bereits ein neues Stück Radweg gebaut. Weil es aber noch keine Einigung darüber gibt, wie der Radweg von Schankweiler bis nach Holsthum verlaufen soll, führt der Enz-Radweg derzeit noch ab Enzen bis Peffingen offiziell über die Landstraße. In Peffingen geht es in dann in Richtung Holsthum über den Prüm-Radweg weiter.

Beide Lücken liegen auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Südeifel, deren Bürgermeister Moritz Petry kürzlich in der Sitzung des VG-Rats über den aktuellen Stand des geplanten Lückenschlusses in Höhe Daudistel berichtete.

So habe ihm der zuständige Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Gerolstein mitgeteilt, dass bis Ende dieses Jahres noch Untersuchungen absolviert werden, um im Anschluss daran mit dem Planfeststellungsverfahren zu beginnen. Und laut LBM dauere ein solches Verfahren selbst im günstigen Fall bis zu fünf Jahre. „Das heißt, so bitter es auch ist, dass wir aktuell nicht vor 2024/2025 mit diesem Lückenschluss rechnen können“, so Petry.

Notwendig ist dieses Verfahren, weil dort ein größerer Eingriff erfolgen muss, für den auch der Verlauf der Enz geändert werden muss. Zudem steht in diesem Bereich eine marode Stützmauer, die im Zuge dieser Maßnahme ebenfalls erneuert werden soll. Nach bisheriger Schätzung des LBM liegen die Gesamtkosten für den Daudistel-Abschnittt bei vier Millionen Euro. Was die Lücke zwischen Holsthum und Schankweiler betrifft, so ist dort kein Planfeststellungsverfahren notwendig - dafür aber die Zustimmung der beiden Gemeinden zu einem bereits vorgschlagenen Trassenverlauf. Demnach soll der Radweg dort parallel zur L2 verlaufen. Wie Petry auf Nachfrage erklärt, habe der Holsthumer Gemeinderat der Planung bereits zugestimmt. In Schankweiler wurde die Entscheidung vertagt, um sie nach den Kommunalwahlen nun dem neuen Rat zu überlassen. Der VG-Bürgermeister hofft, dazu dann im Herbst auch grünes Licht aus Schankweiler zu bekommen.

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