Vorhang auf, Einzug der Nationen

In viereinhalb Stunden rund um die Welt: Der "Einzug der Nationen" am Samstagabend gilt nicht umsonst als einer der Höhepunkte des Bitburger Folklore-Festivals. Musik- und Tanz-Ensembles aus 13 verschiedenen Ländern boten rund 1000 Gästen im Festzelt eine beeindruckende Show. Im Rhythmus ferner Länder ging's einmal rund um den Erdball - von Bulgarien über Venezuela bis nach China.

Bitburg. (scho) Das Festzelt platzt aus allen Nähten. Rund 1000 Gäste warten am Samstagabend gebannt auf den "Einzug der Nationen". Stühle werden zurecht gerückt, noch schnell ein paar Bänke vor die festlich geschmückte Bühne gestellt, dann sagt Moderatorin Elena Esch die erste Gruppe an. Dreisprachig, versteht sich. Kommen die Teilnehmer doch aus aller Herren Länder. Joachim Kandels, hebt den Taktstock, konzentriert richten die rund 50 Musiker ihre Augen auf den Dirigenten des Musikvereins Bitburg, es erklingt die bulgarische Nationalhymne. Feierlich erhebt sich das Publikum, die Bulgaren marschieren mit Fahnenträger vorneweg durch den Mittelgang ein. Es folgen die Ensembles aus China, Dänemark, Estland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Österreich, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Venezuela und schließlich die Gastgeber, Deutschland. Es ist faszinierend zu sehen, wie ehrfürchtig die Tänzer und Musiker in ihren farbenprächtigen Kostümen mit Hand auf dem Herz zu ihren Hymnen singend zur Bühne schreiten. Spätestens, wenn dort zum Europa-Lied ein buntes Fahnen-Meer weht, ist Gänsehaut garantiert. Für einen Augenblick rückt die Welt ein Stück näher zusammen. "Freude und Schönheit tanzen immer an jenen Orten, wo Augen sich offen begegnen": Mit diesem Zitat des Philosophen Andreas Tenzer eröffnet Bitburgs Bürgermeister Joachim Streit seine Rede zur Eröffnung der 44. Auflage des Europäischen Folklore-Festivals. Sein Dank gilt den vielen Helfer, die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf des Groß-Ereignisses sorgen. Dann ist die Bühne frei für eine atemberaubende Show, die in viereinhalb Stunden zu wohl bekannten und unzähligen fernen Rhythmen einmal rund um den Erdball führt. Es moderiert Joachim Kandels, der der "Festival-Familie" als erstes die "Eifelpolka" der Bitburger Volkstanzgruppe ankündigt. Von der Eifel geht die Reise weiter quer durch Europa bis nach Venezuela, wo die multikulturelle Festival-Familie sich vom karibischen Feuer anstecken lässt, um sich kurz drauf von ungarischer Folklore und chinesischer Tanzkunst verzaubern zu lassen. Erst nach Mitternacht spielt die Trachtenkapelle aus Elters/Rhön, gelungener Abschluss eines Abends, an dem der Pulsschlag im Herzen Europas tanzte.