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Vorhang auf für schöne Orte

Vorhang auf für schöne Orte

Vom Kinder- und Jugend-Kulturfestival "Sommer-Heck-Meck" über Konzerte, Theater und Ausstellungen haben die Burgen und Schlösser im Eifelkreis Bitburg-Prüm auch dieses Jahr wieder jede Menge Kultur im Programm. Noch sind nicht alle Planungen abgeschlossen. Ein Grund: Finanzierungslücken.

Dudeldorf/Hamm/Rittersdorf/Niederweis/Weilerbach. (kf) Burgen und Schlösser waren von jeher Orte der Kultur - etwa bei Ritterspielen. Heute reiten Ritter zwar keine Turniere mehr in den Schlösser und Burgen der Eifel, aber sie sind immer noch Teil der Kultur dort. Etwa beim Kinderstück "Ritter Rost und die Hexe Verstexe" auf Burg Dudeldorf. Im Rahmen des Kinder- und Jugend Kultur Festivals "Sommer-Heck-Meck" gibt es in Schloss Niederweis eine "Harry Potter Nacht" und das Theaterstück "Die kleine Hexe". Auch Burg Rittersdorf ist "Heck-Meck"-Veranstaltungsort. Aber noch steht nicht fest, was dort aufgeführt wird.

Auf Schloss Hamm gibt es Workshops zum Thema Hexen sowie ein Kinder-Jugend-Rockkonzert. Um Hexen geht es auf der spätmittelalterlichen Wehranlage zudem in einer Ausstellung und einem Vortrag. Mehr sei an Kulturveranstaltungen, die es in Hamm seit zehn Jahren gibt, wegen größerer Baumaßnahmen durch den eingestürzten Fledermausturm nicht möglich, erklärt Gräfin Eva von Westerholt.

Vorreiterrolle in Sachen Kulturprogramm ist Schloss Weilerbach, das bereits 1992 an die Tradition der Event-Kultur anknüpfte. Der feine Unterschied zu den rauschenden Festen unter dem Erbauer Abt Limpach: Was Ende des 18. Jahrhunderts bestimmten Kreisen vorbehalten war, steht nun einem breiten Publikum offen. Mit einem klassischen Konzert ist Weilerbach in die Saison gestartet. Für den Sommer ist ein Open-Air Konzert in den Ruinen der ehemaligen Eisenhütte mit der Jazz-Combo des Bitburger Gymnasiums geplant. "Im Herbst wollen wir mit der Uni Trier etwas zum moselfränkischen Dialekt anbieten", sagt Martin Olinger von der gemeinnützigen Schloss Weilerbach-Gesellschaft.

Sozusagen der neue Eroberer der Kulturszene des Eifelkreises ist Schloss Niederweis. Vor zwei Jahren nahm es seinen Betrieb auf. Das Programm umfasst Konzerte, Theater mit Menü, Musikkabarett, Schlossfest und den Tag des offenen Denkmals. Am Samstag, 4. April, eröffnet das Schlossrestaurant. Kulturhunger zu stillen wird auch auf Schloss Malberg seit der Gründung des Fördervereins 1993 groß geschrieben. "In diesem Jahr sind ein bis zwei Ausstellungen geplant", sagt der Vorsitzende Bernhard Gies. Die Umsetzung hänge von Sponsoren ab. Dass die finanzielle Zurückhaltung potenzieller Förderer in der Wirtschaftskrise zu spüren ist, bestätigen fast alle Kulturmacher. Tenor der Veranstalter auf die Frage, ob sich Kultur auf den Schlössern und Burgen selbst trage, ist die Aussage von Gräfin von Westerholt: "Das kann man mit einem entschiedenen Nein beantworten. Ohne Sponsoren und viel Idealismus ist das nicht zu machen." Ihre Arbeit ist ehrenamtlich. In Sachen Kultur auf Burgen und Schlössern gilt wohl mehr denn je das Ritterideal vom Edelmut.

Info: Die Programme sind auch im Internet: www.bitburg-pruem.de/cms/kultur/schloss-weilerbach; www.schloss-niederweis.de; www.schlosshamm.de; www.schloss-malberg; www.burg-dudeldorf.de; www.burg-rittersdorf.de; www.sommerheckmeck.de.