"Vorsicht: Frei laufende Pfadfinder"

WALLERSHEIM. (js) 71 Kinder und 20 Betreuer aus der Pfarrei St. Nikolaus in Rheurdt (Kreis Kleve/Nordrhein-Westfalen) verbringen zurzeit eine Ferienfreizeit in Wallersheim. Dabei gibt es auch einige Treffs mit der Wallersheimer Jugend.

"Vorsicht: Frei laufende Pfadfinder", prangt es von einem Schild am Wallersheimer Sportplatz. Das Gelände ist seit zwei Wochen zu einem Zeltdorf umfunktioniert, in dem 71 Pfadfinder mit ihren Betreuern erlebnisreiche Tage verbringen. Hitzig sind die Tage im wahrsten Sinne, aber das tut den jungen Leuten im Alter von acht bis 16 Jahren nichts an. Unter der Leitung von Gisela Spoo, Lambert Holtappels und in Begleitung von Norbert Spoo, einem gebürtigen Wallersheimer, gestalten die Kinder und Jugendlichen unter dem Dach der "Deutschen Pfadfinder St. Georg" (DPSG) ein abwechslungsreiches Programm.Urlaub "all inclusive" mitten in der Natur

"Uns verbindet eine tiefe Freundschaft mit Ortsbürgermeister Hans Fomin", betonen Gisela und Norbert Spoo, die bereits 1996 mit einer Gruppe hier weilten. Viel gibt es hier für die Kinder und Jugendlichen zu erobern, erkunden und erleben. "All inclusive", sagt Norbert Spoo und meint damit das große Angebot, das man in der Natur vorfindet oder kulturell erobert. Schwimmen bei der Rekordhitze - na klar, das ist das erste Ziel aller Teilnehmer. Gruppenweise wandern die Pfadfinder nach Birresborn unter schattigen Bäumen, bis das Ziel Bahnhof erreicht ist, um den Zug nach Trier zu besteigen. Stadterkundung steht auf dem Programm. Im Workshop wurde getöpfert und gebastelt. Heraus kamen Steinbarometer, Wetteranzeige, Lagerkreuz. Hinkelstein, Lagerbauten, Fossiliensuche: Für die kleinen St. Georgianer werden Fremdwörter zu konkreten Erfahrungen. Das Zeltlager trägt den Themenschwerpunkt Steinzeit. Es gab sogar eine Lagerkirmes. Trotz der Hitze bauten die Gäste gemeinsam mit Wallersheimer Kindern einen Spielsalon. Fleißige Mütter backten Kuchen. Die Bürger nahmen die Kirmes trotz der Hitze gut an. Gespräche, Spiele und geselliges Miteinander waren angesagt. Die Küche funktioniert bestens, das Essen schmeckt, doch Trinken hat Vorrang. Bei der "Affenhitze" muss kräftig geschluckt werden. Mineralwasser pur: "120 Kisten sind weg", sagt Norbert Spoo, der mit seinen Kollegen stets für die Jungen und Mädchen da ist. Auch im Falle einer zu versorgenden Wunde oder einer Heimweh-Attacke. Eine Seilbahn führt über eine halbgrüne Wiese im Lager. Eine Dorfrallye ließ Wallersheim lebendig werden. In den Morgen- und Abendstunden wird gesungen, gebetet und gelacht. "Rücksichtnahme und gegenseitige Achtung und Hilfe" definiert Spoo als Ziel. Auch Hans Fomin freut sich: "Wir hoffen, einmal hier in Wallersheim die derzeitige Jugendarbeit in einen DPSG-Stamm überführen zu können." Auch die Bitburg-Prümer Kreisjugendpflegerin Nadine Friedrich lobt das Modell Wallersheim-Rheurdt: "Solche Aktionen sehe ich als ungemein wertvoll an." Derweil laufen schon weitere Planungen: Wallersheimer Kinder an den Niederrhein, Rheurdter Pfadfinder in die Eifel, ein Jugendleitertreffen in Wallersheim - alle Beteiligten sind entschlossen, die gute Idee fortzuführen und die Kontakte zu erweitern. Fomin: "Wir wollen weiter Leben hinein bringen."