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Vorstand weiter dünn besetzt

Vorstand weiter dünn besetzt

100 Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreisgebiet haben an der Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands im Biersdorfer Hotel Dorint teilgenommen. Darunter war jedoch keiner, der bereit war, die vakanten Posten des Geschäftsführers und Kassenwarts zu übernehmen.

Biersdorf. "Positiv verändern kann nur der, der sich auch einbringt", sagt Jürgen Larisch. Anfang des Jahres wurde Larisch zum Kreisfeuerwehrinspektor gewählt, nachdem zuvor zwei Wahlversuche gescheitert waren (der TV berichtete). Nun steht er auf dem Podium im großen Sitzungssaal des Hotels Dorint am Stausee Bitburg, richtet sein Grußwort an rund 100 Kameraden, um wenige Stunden später mit der Erkenntnis heimzufahren, dass positive Veränderung im Kreisfeuerwehrverband Bitburg-Prüm weiterhin eine recht einsame Angelegenheit bleiben wird.
Denn den 72 stimmberechtigten Delegierten gelingt es nicht, einen Nachfolger für das Amt des Geschäftsführers und des Kassenwarts zu finden. Nicht weil sich die Delegierten auf keinen Bewerber einigen können, sondern weil es für beide seit längerem vakante Posten schlichtweg keinen Bewerber gibt. Das gilt auch für drei der insgesamt acht Beisitzerposten, mit denen die sieben Verbandsgemeinden sowie die Stadt Bitburg im Vorstand vertreten sein sollen. Sowohl für die Stadt Bitburg als auch für die Verbandsgemeinden Neuerburg und Prüm findet sich kein Freiwilliger.
Dafür können zumindest die anderen Beisitzerposten besetzt werden. Für Bitburg-Land ist Karl-Heinz Wonner aus Wettlingen im Vorstand, für Arzfeld der Lünebacher Engelbert Propson, für die VG Irrel übernimmt den Posten Thomas Baustert aus Menningen und für Speicher der aus Herforst stammende Wolfgang Ewertz. Für die VG Kyllburg muss an diesem Abend kein neuer Beisitzer gewählt werden. Dort hat im vergangenen Jahr Lothar Eppers aus Gindorf die Nachfolge von Wolfgang Rütz, angetreten, nachdem dieser 2011 zum Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrbands gewählt worden war.
Sowohl Rütz als auch sein Stellvertreter Philipp Hollmann aus Sevenig an der Our hatten die Posten nur angenommen, weil sich sonst keiner gefunden hatte. Dass beide nun weiterhin ohne Geschäftsführer und Kassenwart zurechtkommen müssen, ist nicht das, was sie im Vorfeld der Sitzung erhofft haben. Sonderlich überrascht zeigt sich Rütz allerdings nicht. "Junge Leute haben oft Hemmungen, einen solchen Posten anzunehmen", sagt der Vorsitzende im Anschluss an die Verbandsversammlung. Und die Älteren seien meistens schon in ihren Wehren vor Ort so stark eingebunden, dass ihnen ein weiterer Vorstandsjob zuviel sei. uhe
Extra

Mitglieder: Auch wenn der Kreisfeuerwehrverband das gesamte Kreisgebiet abdeckt, so sind nicht alle Wehren Mitglied des Verbands. Laut Vorstand gehören von den 258 Wehren im Kreisgebiet aktuell 136 zum Verband. Finanziert wird die Arbeit des Verbands, der die Interessen der Wehren vertritt und unter anderem ein Nachwuchsprojekt an der Bitburger Berufsschule betreut, in erster Linie über Jahresbeiträge. Jede Wehr zahlt für jedes ihrer Mitglieder pro Jahr sechs Euro an den Verband. Bei rund 3000 Mitgliedern waren das im vergangenen Jahr knapp 18 500 Euro. uhe