Vorstoß aus Trier: Umfrage zu Bitburgs Ring
Bitburg · Ob der Innenstadtring nach der Testphase, die im September endet, bleibt oder nicht, ist noch offen. Der Verkehrsausschuss der Stadt Bitburg tagt am 20. August. Und bis dahin soll auch die Auswertung einer Umfrage vorliegen, die die Industrie- und Handelskammer unter ihren Bitburger Mitgliedsbetrieben gemacht hat.
Bitburg. Auf der Zielgeraden mischt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier in Bitburg auf einmal bei der Debatte um den Innenstadtring mit. Die Kammer hat Fragebögen an ihre gut 900 Mitgliedsbetriebe in Bitburg versendet, um deren Meinung zu dem umstrittenen Verkehrskonzept zu erfahren.
So wird in dem Bogen, der dem TV vorliegt, unter anderem gefragt, wie sich die Einführung des Innenstadtrings auf die wirtschaftliche Lage der Betriebe ausgewirkt habe. Dazu gibt es fünf Antwortmöglichkeiten abgestuft von sehr positiv bis sehr negativ. Dabei müssen die Befragten allerdings nicht angeben, ob und in welchem Umfang sie Umsatzeinbußen verzeichnen. Ebenfalls gefragt wird, wie sich der Ring auf die Parkplatzsituation auswirkt - abermals mit Antwortmöglichkeiten von sehr positiv bis sehr negativ. Eine ungewöhnliche Frage. Sind doch die 40 Parkplätze, die mit dem Ring entstanden sind, objektiv zählbar. Doch gefragt wird auch hier nach einem subjektiven Eindruck. Zuletzt können die Befragten ankreuzen, ob der Ring dauerhaft fortgeführt werden soll oder nicht.
150 Bitburger machen mit
"Bisher haben sich mehr als 150 Betriebe beteiligt. Das ist ein sehr erfreulicher Rücklauf", sagt IHK-Pressesprecherin Ursula Bartz und erklärt, dass es der Kammer wichtig sei, sich "ein sachliches, neutrales Bild" zu dem Thema zu machen. "Gerade, weil es zum Bitburger Ring schon früh widersprüchliche Positionen gab, ist uns das wichtig", erklärt Bartz und ergänzt, dass die IHK auch bei der probeweisen Öffnung der Neustraße in Wittlich die dortigen Betriebe dazu befragt habe.
Bei der Stadtverwaltung hat die IHK ihr Anliegen Ende 2013 erstmals vorgestellt. "Damals, als der Aufruhr in der Stadt gerade am größten war", sagt Bauamtsleiter Berthold Steffes. Die Kammer entschied sich dann, erst eine Gewöhnungszeit nach dem Beginn des Ringverkehrs abzuwarten, bevor sie ihre Umfrage startet.
Ergebnisse sollen bis zur Sitzung des Verkehrsausschusses am 20. August vorliegen. Steffes sagt: "Wir begrüßen die Befragung. Aber es werden sich wohl vorrangig diejenigen melden, die den Ring kritisch sehen."
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Meinung
Es geht um mehr
Es ist gut, dass der Verkehrsausschuss bei seiner Bewertung der Testphase des Innenstadtrings auch Zahlenmaterial einbezieht. Dabei kann auch die IHK-Umfrage hilfreich sein. Doch Statistiken - ob Unfallbilanzen, Verkehrszählungen oder Betriebsumfragen - sprechen nicht für sich allein. Mehr Verkehr in der einen Straße muss gegen weniger Verkehr in einer anderen Straße aufgewogen werden. Ein einziger schwerer Unfall hat mehr Gewicht als 20 abgefahrene Außenspiegel. Das Zahlenmaterial muss bewertet werden. Keine leichte Aufgabe. Deshalb sollte der Verkehrsausschuss eine Entscheidung über den Ring nicht übers Knie brechen, auch wenn der öffentliche Druck groß ist. Immerhin geht es um die Zukunft der Stadt. d.schommer@volksfreund.de