Wackelige Füße und ein fester Wille

Wackelige Füße und ein fester Wille

BITBURG. Der Gewerbeverein Bitburg möchte am 26. und 27. August im Industriegebiet "Auf Merlick" ein Sommerfest veranstalten und ist dabei zwangsläufig auf die Mitwirkung der dort ansässigen Betriebe angewiesen. Doch ein Großteil der Firmen, die im Vorfeld Bereitschaft signalisiert haben, war bei der Infoveranstaltung am vergangenen Donnerstagabend nicht anwesend.

Wer in fünf enttäuschte Gesichter blicken möchte, ist an diesem Abend im Saal Lilienthal des Bitburger Hotels "Eifelstern" genau richtig. Der Raum ist groß, und die Aussicht auf das Fünfergespann mit der durchgehenden Sorgenfalte auf der Stirn wird durch nichts getrübt. Zumindest nicht durch Gäste, die einem die Sicht unnötig versperren, denn bei Lilienthals ist es heute eher gediegen. "Ich weiß, dass es heute Abend schöner ist, im Garten zu sitzen als hier", sagt Edgar Bujara, Vorsitzer des Bitburger Gewerbevereins, der bei Einladungen zu Grillpartys in seinem Garten möglicherweise auf mehr Resonanz stößt. Er ist einer der fünf Vorstandsmitglieder, die vorne sitzen und hinten mehr erwartet haben. Von den 67 geladenen Mitgliedern sind lediglich 22 anwesend. Sieben weitere haben sich entschuldigt, und wo die restlichen 38 sind, weiß keiner. Das ist für Bujara und den Rest des Vorstands insofern bedauerlich, da sie mit annähernd vollzähligem Erscheinen gerechnet haben. Schließlich soll es eine Infoveranstaltung zu dem für das letzte Augustwochenende geplanten "Sommerfest Auf Merlick" sein, bei dem die dort ansässigen Unternehmen ihren Kunden und Besuchern ein umfangreiches Programm bieten wollen. "Sollen wir überhaupt weitermachen?"

10 000 Besucher werden erwartet - Voraussetzung dafür ist allerdings, dass möglichst viele Unternehmen mitmachen. Danach sieht es für Vorstandsmitglied Harald Platz zu Beginn der Veranstaltung zunächst nicht aus. Es sei bedenklich, "wenn wir schon im ersten Stadium auf so wackeligen Füßen stehen", sagt Platz und fasst in Worte, was man ihm und seinen Kollegen ansieht: "Wir sind jetzt schon etwas überrascht." Neue Situationen fordern neue Wege, weshalb der Gewerbeverein - bevor er über das Sommerfest erzählt - zunächst die Frage in den recht leeren Raum wirft, ob es überhaupt sinnvoll sei, weiterzumachen. Auf jeden Fall, meinen die anwesenden Unternehmer und Unternehmerinnen, die sich ohne Gegenstimme für das Sommerfest entscheiden und sich anschließend über das Vorhaben informieren lassen. "Es soll ganz klar ein Firmen- und Familienfest werden", sagt Stefan Bohl, ebenfalls Vorsitzender im Verein. Und ein Fest für angehende Lehrlinge. Denn der Tag der offenen Tür soll Schulabgängern die Möglichkeit bieten, einen Ausbildungsplatz zu suchen oder sich zumindest über Berufsbilder zu informieren. Der Gewerbeverein selbst will die Rahmenbedingungen für das Sommerfest schaffen, wie beispielsweise Essens- und Getränkestände, eine Bühne für Bands und Musikvereine sowie eine After-Work-Party am Veranstaltungssamstag (26. August). Unabhängig davon können die Betriebe eigene Aktionen anbieten, seien es Betriebsbesichtigungen oder Spiel- und Freizeitangebote. Beim Gewerbeverein Bitburg ist der Vorstand für jede Idee seitens der Merlicker Unternehmer dankbar. Für jede Zusage einer Teilnahme im Übrigen auch.

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