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Wahl-Nahkampfberichterstattung

Wahl-Nahkampfberichterstattung

So, das war's. Dajeh, dajöh, die Wahl ist durch.

Geben wir schnell noch unseren mittelscharfen Mostert dazu. Denn: Als ansonsten fürs Weltgeschehen bedeutungsloser Lokaljournalistentünnes und Dorfdappes wird man ja selten von den ganzen Polit-Böggeln, -biggeln und -beggeln so bedrängt oder, wie wir daheim sagen: jedüürängelt wie zu Zeiten des nichtsnutzigen Wahlkampfs. Vorige Woche stand gar die leibhaftige Julia Klöckner plötzlich bei uns im Prümer Zimmer und strahlte mich aus intimster Nähe an (was sie wirklich sehr, sehr gut kann). So wurde aus der leibhaftigen die, in dem Moment jedenfalls, eher haftleibige Julia Klöckner (unsere Redaktion ist klein, und Billenmichel musste ja auch noch reinpassen. Da kommt man sich wirklich nah).

Ich jedenfalls konnte kaum sprechen, angststarr, wie ich war. Zumal ich noch völlig von den sensationellen SPD-Wortspielen (PersBECKtive, mahjusebetter!) entkräftet war.

Kaum gesehen habe ich dagegen einen promovierten Bitburger Landrat, der in den Landtag promoviert werden wollte. Ob angesichts der unglaublichen Geschwindigkeit dieses geplanten nächsten Karrieresprungs alle noch ... hm ... mitkommen? Ach, lassen wir allen Streit, man sah ihn ja wenigstens jeden Tag vorne unten auf der ersten Seite im Volksfreund. Von diesen Politikersichtungen oder Nichtsichtungen abgesehen: Kaum zu glauben, wie oft einem schon lange vor dem Wahltermin die Pressemitteilungen nur so um die Ohren fliegen, wenn wieder mal en Wichtijen sich auf die Runde über die Dörfer macht.

Aber wehe, wenn wir das nicht veröffentlichen: Schon schwärmen die Parteigänger drohnengleich aus und nageln einen fest: Wieso haben Sie das nicht gebracht? Letztens haben Sie doch auch was über Herrn/Frau Dingens von den anderen geschrieben! Und der Artikel war übrigens gar nicht gut! Sie sind ein CDU-Blatt! Sie werden von der SPD gesteuert! Oder gar, hosianna: vom Bistum! Nein, sakratjis!

Echt wahr jetzt: Wir wollen alle gleich fair - oder von mir aus: gleich unfair - behandeln. Und je näher der Wahltag rückt, desto öfter rücken wir dann auch brav aus, um sie zu begleiten und zu besingen.

Am Ende waren sie dann doch alle in der Zeitung. Mehrfach. Und der Leser sagt: Et as wellen baal jot! Genau.

Et jit net jerannt.