Walburga ist aus dem Häuschen

Walburga ist aus dem Häuschen

Ohjemineh, das hätte ich mir besser vorher überlegt. Meine süße Walburga ist sauer, und zwar richtig. "Für Trinken und Skatspielen bist du ja bekannt, dann kam die Kolumne, für die du immer überall deine Nase reinstecken musst, dann die Liste Pitter und jetzt Landrat", hat sie geschimpft.

Und ich dachte, sie wäre stolz auf mich und gäbe eine tolle First Lady ab. Aber nein, Weiber sind unberechenbar. Da denkt man, man macht's richtig, da ist es falsch. Dass es aber mal richtig wäre, wenn man meint es sei falsch, kommt auch nie vor.

Außerdem hat sie sich aufgeregt, dass ich angeblich für den Flugplatz bin. Dabei hab' ich doch nur mal austarieren wollen, wie die SPD so darauf reagiert und wie groß deren Kandidaten-Not ist. "Das ist total unseriös, Pitter. Ich bin so enttäuscht, ich würde dich nie wählen." Bumm. Das hat gesesessen. Ich hab' noch versucht zu erklären, dass Politik eben so geht. "Dann hält man sich da raus", maulte sie zurück, seitdem redet sie kein Wort mehr mit mir. Auch mein "Ich-weiß-du-kannst-nicht-widerstehen-Blick" lässt sie kalt. Ihr geht's ums Prinzip, und da ist sie ein harter Knochen.

Gut, dass ich noch kein Landrat bin und diese Kolumne schreiben kann, da sende ich heute mal einen Aufruf in eigener Sache: "Walburga, ich kaufe dir ein schönes Kleid und bringe dir das Reizen bei. Dann fahren wir zu meinem Skatbruder nach Scharfbillig, solange es da noch nicht so laut ist wie bei dem in Beilingen. Ich bin gegen alles außer dich, und du bist und bleibst meine First-Lady, auch wenn ich wegen des ganzen Glaubens-Streits kein Landrat werden darf!" Jetzt könnt ihr euch ja mal ausrechnen, ob mein Kandidatur-Verzicht dem Streit, dem Glauben oder dem Ferner nutzt. Fest steht: Es nutzt der Liste Pitter und seiner Frau. Bis dann,

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