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Wandern ohne Hindernisse - Barrierefrei durch Naturpark Südeifel

Wandern ohne Hindernisse - Barrierefrei durch Naturpark Südeifel

Der Naturpark Südeifel hat im Irsental seinen ersten barrierefreien Rundwanderweg eröffnet. Die Investition von 80 000 Euro soll nur der Grundstein für die Initiative "Tourismus für alle" im Eifelkreis sein.

Irrhausen Einfach positiv an die Sache rangehen: Zwar schüttet es zur Eröffnung des ersten barrierefreien Wanderwegs des Naturparks Südeifel im Irsental wie aus Eimern, die Laune lassen sich die Gäste der kleinen Feier trotz Sturzbächen von oben nicht verderben. "Landwirte werden es bestätigen - eigentlich können wir den Regen ja gut gebrauchen, dass er aber ausgerechnet heute kommt, ist zwar nicht optimal, aber besser es regnet jetzt als am Wochenende. Dann werden nämlich schon wieder viele Besucher das neue Angebot nutzen", sagt Andreas Kruppert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld.
Das neue Angebot werde gut genutzt, sagt Edgar Krings, erster Beigeordneter der Ortsgemeinde Irrhausen. Zwar sei das auf dem Weg selber kaum zu merken, "dafür verläuft es sich zu sehr, aber der Parkplatz ist gerade an Sonntagen immer gut gefüllt."

Kein Wunder, findet Kruppert, das Tal habe neben seinen Schmetterlingen, dem Stausee samt Biber und der gerade beginnenden Ginsterblüte ja auch einiges zu bieten: "Das Irsental ist das Schmuckkästchen unseres Tourismus. Es ist prall gefüllt und nun für jeden barrierefrei erlebbar."
Knapp 80 000 Euro hat die Einrichtung des Weges gekostet. "Der Zweckverband Erholungsgebiet Irsental trägt davon 16 000 Euro, der Zweckverband Naturpark Südeifel wiederum übernimmt 64 000 Euro", sagt Landrat Joachim Streit. Mit dem barrierefreien Rundwanderweg sei der Grundstein für das Thema barrierefreier Tourismus im Naturpark Südeifel gelegt worden.

Im Februar 2014 habe der Naturpark Südeifel beschlossen, zehn Sehenswürdigkeiten auf ihre Barrierefreiheit zu untersuchen und sie, wenn möglich, ins Handlungsprogramm des Parks aufzunehmen, sagt Streit. "Der Rundwanderweg um den Stausee im Irsental wurde als besonders geeignet angesehen und konnte schon 2015 als Projekt in Angriff genommen werden."
"Als wir uns erstmals 2014 mit dem Thema befasst haben, war das für uns ein sehr neues Gebiet", sagt Daniela Torgau, Geschäftsführerin des Zweckverbands (ZV) Naturpark Südeifel. Man habe sich bei der Untersuchung der Sehenswürdigkeiten von der Nationalen Koordinierungsstelle für "Tourismus für alle" beraten lassen, die Planungen für das Irsental habe schließlich Stefan Jovy vom Ingenieurbüro Scheuch übernommen.

"Es gab einiges zu beachten, nicht jeder Weg ist geeignet. So darf die Steigung nie über sechs Prozent liegen, am Startpunkt müssen Behindertenparkplätze bereitstehen und auch eine geeignete Toilette - all das war hier teils bereits gegeben oder konnte gut umgesetzt werden", sagt Daniela Torgau.
Auch die Abstände und die Zahl der Möbel seien streng geregelt. "Sitzbänke müssen Armlehnen haben, damit ältere Menschen sich abstützen können. Rund um die Tische muss Platz gehalten werden für Rollstuhlfahrer", erläutert sie. Dabei habe man übrigens in den Westeifel-Werken den optimalen Partner gefunden, sagt Streit. "Die Westeifel-Werke für Behinderte haben nun perfekt zugeschnittene Möbel für unseren barrierefreien Wanderweg entworfen - was könnte konsequenter sein?", fragt Landrat Streit.
Weitere Informationen zum Zweckverband Naturpark Südeifel im Internet unter: www.naturpark-suedeifel.deExtra: DIE REGION SOLL BARRIEREFREI WERDEN

Andreas Kruppert (links) und Joachim Streit sind zu recht stolz auf das neue Angebot, das ja nur der Anfang einer ganzen Initiative ist. Foto: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"
Ein neues Logo sorgt dafür, dass niemand vom rechten Pfad abkommt. Foto: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"


Der Zweckverband Naturpark Südeifel ist die Trägerorganisation des Projekts "Tourismus für alle in der Nord- und Südeifel". Die Region umfasst den Eifelkreis Bitburg-Prüm sowie die Verbandsgemeinde Trier-Land. Das grenzüberschreitende Projekt hat zum Ziel, eine gemeinsame Strategie für den barrierefreien Naturtourismus im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark zu entwickeln und zu fördern.