Wandertipps für Kenner und Kennenlerner

Kostenpflichtiger Inhalt: 40 Touren durch die Eifel : Neuer Eifel-Wanderführer – Tipps für Kenner und Kennenlerner

Ein Bollendorfer Autorenduo stellt 40 Touren quer durch die Eifel zusammen. Neben Klassikern soll es auch Überraschungen geben – selbst für beste Kenner der Region.

Es gibt einen neuen Eifel-Wanderführer. Wie – noch einen?, mögen da einige denken. Denn Wanderführer über die Eifel gibt es wirklich zuhauf. Doch dieser ist trotzdem etwas Besonderes. Unter dem Titel „Eifel 40 Wanderungen“ haben Barbara Kemmer und Frank Schmitt aus Bollendorf versucht, in ihrem Buch alle Landstriche der Eifel ausgewogen vorzustellen.

Die Autoren leben zusammen in Bollendorf in der Südeifel an der Grenze zu Luxemburg. Barbara Kemmer ist Kunsthistorikerin aus Kusel und Frank Schmitt Architekt und gebürtiger Bollendorfer.

„Wir sind vom Frühjahr bis September 2018 meistens an den Wochenenden insgesamt 50 Touren gewandert. Teilweise haben wir gecampt, um an einem Tag auch mal zwei Wanderungen zu schaffen“, sagt Barbara Kemmer. „Es hat Spaß gemacht. Das war unser Sportprogramm.“

Von den 50 Touren haben sie dann die schönsten 40 ausgewählt. Frank Schmitt hat fotografiert und sich um die GPS-Aufzeichnung der Strecken gekümmert. Sie hat recherchiert und geschrieben. Doch was unterscheidet ihren von anderen Wanderführern? „Wir sind ganz gut im Bilde, was es in der Eifel gibt“, sagt die Autorin. Sie haben sich die Werke der Konkurrenz betrachtet und festgestellt, dass die Nordeifel meistens besser wegkomme, während die Südeifel teilweise etwas stiefmütterlich behandelt werde. „Uns war eine relativ gleichmäßige Selektion wichtig“, sagt sie. Obwohl sie zugeben muss, dass auch sie das Rad nicht neu erfunden haben. „Natürlich sind wir auch Themenwege gegangen.“ An den Klassikern, wie etwa die Kletterpartie am Calmont oder die Teufelsschlucht, komme man nicht vorbei. Doch ihr Führer biete auch einige Geheimtipps.

Landschaft, aufgenommen bei Bollendorf. Foto: Frank Schmitt

So gibt es verstecktere Strecken, wie beispielsweise die alpine Bergpartie um Altenahr herum mit einer Gratwanderung über die Engelslay. „Da ist Händeeinsatz gefordert. Der Weg ist ein bisschen ausgesetzt, was man in der Eifel eher weniger findet. Dieser Weg ist auch nicht ausgeschildert“, sagt Barbara Kemmer.

Nicht nur bei dieser Wanderung hat es Sinn, den Wanderführer – in sehr handlichem Format ­– dabei zu haben. Zwar gibt es Wege wie den Devon-Pfad um Waxweiler oder die Themenwanderwege des Naturwanderparks delux, die sehr gut ausgeschildert sind, doch teilweise hat das Paar auch verschiedene Strecken miteinander kombiniert. Spätestens dann braucht man tatsächlich ihr Buch, um sich noch zurechtzufinden. Oder man lädt sich die GPS-Tracks vorher auf Handy oder entsprechende Geräte.

Und welche ist ihre Lieblingsstrecke? „Wir wohnen quasi im Paradies“, sagt Barbara Kemmer. „ Ich gehe gerne hinter dem Ort in den Bollendorfer Wald, über das Ferschweiler Plateau oder durch die Luxemburger Schweiz. Das ist alles super abwechslungsreich.“ Den Lesern ans Herz legen möchte sie aber die Tour 18 „Wacholderheiden und Lampertstal“ in der Osteifel. „Durch die Heiden ergibt das wirklich einen Toskana-artigen Anblick“, sagt sie. Und die Burg Eltz habe ihren Klassikerstatus zur Recht, sagt die Kunsthistorikerin. Gefallen habe ihr aber auch das Irsental. „Der Islek ist im Sommer superschön. Im Tal der 1000 Schmetterlinge fliegen die Falter um einen herum. Das ist schon toll.“

Schön einkehren könne man am Brohltal-Viadukt, bei der Tour 30 (Andernach-Kell), im Gasthaus Jägerheim. „Das ist pittoresk.“ Schön sei auch die Nohner Mühle beim Dreimühlenwasserfahl, mit Biergarten und Pferdeparkplatz.

Schwierig sei in der Eifel das ÖPNV-Angebot. Da müsse man gut planen, sagt die Autorin. Allerdings findet man im Buch nur wenige Streckenwege. Da sie selbst gerne Rundwege gehen, haben sie die meisten so angelegt.

Was den Autoren sonst noch aufgefallen ist im Laufe ihrer Recherchen: „Viele Leute kommen gerne hierhin. Die Eifel wurde ja lange nicht sonderlich gut angenommen“, sagt Barbara Kemmer. Doch das Image habe sich gewandelt, vielleicht auch bedingt durch die Lokalkrimis und Maler. Die Eifel sei gerade ziemlich „en vogue“ (in Mode) für Naturfreunde.

Diese alte Ente steht bei Windsborn-Meerfeld. Foto: Frank Schmitt

Eifel – 40 Wanderungen, Barbara Kemmer, Frank Schmitt, Reise-Know-How, 348 Seiten, 14,90 Euro.

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