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Wann können Orenhofener Schüler wieder in die Astrid-Lindgren-Schule?

Schule und Dorfentwicklung : So geht es weiter mit der Grundschule Orenhofen

Der Bauantrag für die Sanierung der Grundschule Orenhofen ist auf dem Weg. Und auch die Kommunalaufsicht legt der Gemeinde offenbar keine Steine in den Weg. Wann kann es denn losgehen?

Wer ein großes Ziel erreichen will, muss nicht unbedingt sprinten können. Solange die Richtung stimmt, kann das auch in kleinen Trippelschritten klappen. Und genau so handhabt es auch die Gemeinde Orenhofen mit der zwei Millionen schweren Sanierung der Astrid-Lindgren-Grundschule. Seit im Frühjahr 2020 bekannt wurde, dass in dem Gebäude so einiges im Argen liegt, arbeitet man sich Ratssitzung für Ratssitzung vorwärts (der TV berichtete).

Das langsame Tempo ist wie so oft auch den träge mahlenden Mühlen der deutschen Bürokratie geschuldet. Aber auch der misslichen finanziellen Lage der Gemeinde, die schon, bevor die Kreisverwaltung die Schule wegen Baumängeln schloss, einen gewaltigen Schuldenberg mit sich herumschleppte. Und daher um jeden Cent für die Sanierung kämpfen muss.

Bisher läuft dieser Kampf aber gar nicht schlecht für den Ort. Das wurde auch beim jüngsten Treffen des Rates wieder deutlich, wo Ortsbürgermeister Wolfgang Horn (SPD) schon mal die freudige Nachricht verkünden konnte: „Die Kommunalaufsicht des Eifelkreises hat alles abgesegnet, auch unsere Pläne für die Generalsanierung der Schule.“ Ob die Kommune es den Orenhofenern erlauben würde, so viele neue Schulden aufzunehmen — dahinter standen vor einigen Monaten noch Fragezeichen.

Auch bei der Planung gibt es jetzt mehr Klarheit. Das Speicherer Büro „Mathey und Partner“ soll, so hat es der Rat beschlossen, für rund 200 000 Euro ein komplettes Sanierungskonzept für den Sechziger-Jahre-Bau erstellen. Eric Mathey und sein Team hatten die Gemeinde bereits beraten, als noch nicht klar war, wie marode das Gebäude ist. Nun übernehmen die Ingenieure die Federführung des gesamten Projektes.

Lediglich für „technische Gewerke“, sprich: Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrik, müssen sich die Orenhofener ein neues Planungsbüro suchen. Denn die Trierer Ingenieure, die das Projekt zuvor betreut haben, sind abgesprungen. Der Rat hat daher die Verwaltung beauftragt, nach einem Ersatz zu suchen. Das ist aber nur etwas Sand im laufenden Getriebe des Verfahrens.

Denn auch Anette Becker vom Speicherer Bauamt hat in der Sitzung wieder gute Nachrichten im Gepäck. Auch der Antrag auf eine Baugenehmigung sei inzwischen auf dem Weg zur Kreisverwaltung Bitburg-Prüm, sagt sie: „Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier weiß über die nächsten Schritte Bescheid und auch die Fördermittel haben wir Ende April bereits beantragt.“

Ob und wann das Geld fließen wird, ist zwar noch unklar. Zumindest aber rechnet Becker damit, dass es nach den Sommerferien Planungssicherheit gibt: „Dann können wir vielleicht schon die ersten Ausschreibungen starten.“

Baubeginn könnte also noch dieses Jahr sein. Becker rechnet mit 18 Monaten, bis alles fertig ist. Die Rückkehr der derzeit 44 Orenhofener Schüler in die Zemmerer Straße wird also wohl noch mindestens ein Jahr auf sich warten lassen. Mit der ehemaligen Speicherer Kita im Merscheider Weg gibt es aber immerhin eine Übergangslösung.