Wannen rennen

KASCHENBACH (nam). Bereits das 15. Mal haben die Kaschenbacher zum Scheunenfest am Wochenende die Tenne wackeln lassen. Aus dem Badewannen-Rennen am Sonntag ging zum wiederholten Mal das Team "WG Peffingen" als Sieger hervor.

Bereits am Freitag zog das Kaschenbacher Scheunenfest wieder Jugendliche und jung Gebliebene aus nah und fern an. Autokennzeichen aus Mayen-Koblenz, Daun, Wittlich, Cochem und sogar Köln wurden wie jedes Jahr gesichtet. Aber auch wenn Freitag und Samstag kräftig gefeiert wird: Sonntags müssen alle wieder fit sein. Dann startet nämlich das Rennen in der Badewanne. Farblich aufgepeppt und durchgestylt, fast wie ein Formel-Eins Rennwagen, so sieht der blecherne Star des Kaschenbacher Scheunenfestes aus: die Badewanne mit Rädern. Natürliche herrscht Helm- und Handschuh-Pflicht - wie es sich für ein von der Feuerwehr organisiertes Rennen gehört. Doch unterscheidet sich das Fahrzeug, das in Kaschenbach an den Start geht, nicht nur in der PS-Zahl von den teuren Rennmaschinen. Hinten zwei Räder, vorne eins. Kein Motor unter der Haube, nur ein so genannter "Anschieber". Neun Teams sind am Wochenende angetreten. Pro Mannschaft vier Leute. Einer schiebt, einer sitzt in der Wanne und lenkt. Matrose und Kapitän sozusagen. Nach dem ersten Durchgang wird getauscht. "Lasst die Badewanne rollen ", ruft Michael Billen in seiner Funktion als Wehrführer vor jedem Start durch das Mikro. Zu Beginn teilweise etwas wackelig, dann immer selbstsicherer stürmen die Teilnehmer auf die Hindernisse zu. Mit waghalsigen Manövern nehmen die Teams die Hürden. Eine besondere Herausforderung ist die Wippe. Nicht zu unterschätzen sind auch die Kinder, die auf den Strohballen in Stellung sitzen und dem Fahrerteam eine gehörige Portion Stroh mit auf den Weg geben (anstatt Badeschaum). Die Sichtverhältnisse sind daher nicht immer günstig. "Die Kinder aus dem Strohkanal. Achtung, die wilde Hilde kommt." Die einzige reine Frauentruppe jagt durch den Strohballenkanal, bleibt aber mittendrin stecken. Das kostet Zeit. Routinierter ist da schon das Team "WG Peffingen". Zum wiederholten Mal gehen die Peffinger mit 1,26 Sekunden Vorsprung als Sieger aus dem Rennen hervor. Die inzwischen zu Profi-Badewannenkapitänen gewordenen Jungs haben bereits acht Mal gewonnen. Eine Frage stellen sich Teilnehmer und Organisatoren schon lange: Wann wird das Badewannen-Rennen endlich olympische Disziplin?