Warnung vor Mann im weißen Bus macht im Internet die Runde

Daleiden/Prüm · Besorgte Eltern warnen im Internet vor einem Mann, der aus einem weißen Kleinbus heraus in Daleiden Kinder anspricht. Meldungen wie diese sind der Polizei allerdings seit Jahren bekannt - und falsch.

Daleiden/Prüm. Eine Nachricht im sozialen Netzwerk Facebook beunruhigt derzeit Eltern im Islek: "Achtung! Bitte teilen! In Daleiden und Umgebung fährt ein weißer Kleintransporter mit Kaiserslauterner Kennzeichen herum und beguckt sich Kinder (noch). Seid achtsam und passt auf eure Kinder auf!" Klingt alarmierend, alle Sorgen sind aber diesmal unbegründet. "Die Nachricht ist uns wohlbekannt, es ist aber wirklich nichts dran", erklärt Hauptkommissar Ferdinand Spartz von der Polizeiinspektion Prüm. Seitdem es Facebook gebe oder zumindest seitdem es so erfolgreich sei, mache die Warnung vor dem Mann im weißen Bus ihre Runde.
Von Region zu Region


Kurios dabei ist, dass die Nachricht erstaunlich hartnäckig ist und seit mehr als zwei Jahren nach und nach von Region zu Region weiterwandert. Immer geht es um einen weißen Kleinbus. Manchmal heißt es, der Fahrer spreche die Kinder nur an und versuche sie irgendwie zum Einsteigen zu bewegen, andere Versionen erklären sogar, wie er das macht. Angeblich gebe er sich als Ersatzverkehr für den liegensgebliebenen Schulbus aus, berichtet eine Variante. Oft wird auch behauptet, die Polizei fahnde bereits nach dem Fahrer. "Die Nachricht hält sich hartnäckig. Das Ding geht seit vielen Jahren rum", wundert sich Spartz.
Der Ursprung des sogenannten Hoax, so werden diese Art von hartnäckigen Falschmeldungen auch genannt, liegt vermutlich im September 2011 in Augsburg. Eltern warnten besorgt vor einem Autofahrer, der nach den Ferien Kinder aus einem Auto angesprochen hatte.
Nachdem bei ihr eine Meldung eingegangen war, begann die Polizei zu ermitteln und konnte schnell klären, dass tatsächlich ein älterer Herr Kinder angesprochen hatte, er fragte sie aber nur nach seiner Enkelin, die er von der Schule abholen wollte. Die Meldung vom "weißen Bus" war aber mit den Warnungen im Internet bereits in der Welt und entwickelte ein Eigenleben. Die Geschichte macht auch vor Landesgrenzen nicht halt und wird sogar in Österreich weiterverbreitet. "Natürlich sollen Eltern ihren Kindern beibringen, nicht zu Fremden ins Auto zu steigen, konkrete Sorgen sind aber unberechtigt", sagt Spartz. aff
Weitere Informationen und eine Chronologie zur Falschmeldung "Weißer Bus" unter der Stichwortsuche Stille Post 2.0 im Internet unter www.mimikama.at