Warum der Eifelkreis jetzt stark in seine Straßen investiert

Mehr Geld gegen Holperpisten : Warum der Eifelkreis jetzt stark in seine Straßen investiert

Der Eifelkreis gibt in den kommenden zwei Jahren rund 19 Millionen Euro für die Sanierung seiner Kreisstraßen aus. Damit hat die Kommune das jährliche Budget um rund zwei Millionen erhöht. Warum das nötig war und was jetzt ansteht.

Der Bitburg-Prümer Kreistag hat am Montag beschlossen, 2020 und 2021 deutlich mehr Geld für den Ausbau der Kreisstraßen auszugeben. Statt jährlich 7,5 Millionen Euro sollen jeweils 9,5 Millionen fließen. Ingesamt plant die Kommune also in den nächsten zwei Jahren rund 19 Millionen in 28 ausgewählte Holperpisten zu investieren.

Die Kosten: Der Grund für die Erhöhung des Budgets liegt laut Verwaltung im gestiegenen Kostenniveau für Bauarbeiten. Die Kommunen müssen bei der Vergabe um Firmen kämpfen. Weil die Unternehmen ausgelastet sind, können sie sich ihre Aufträge aussuchen und auch die Preise gestalten. d´Die dann oft deutlich über ursprünglichen Veranschlagungen liegen.

Erst jüngst nahm dies groteske Züge an, als eine überraschendes Ausschreibungsergebnis das Budget für die Sanierung von elf Straßen sprengte (der TV berichtete). Das Angebot der Firma war dreimal höher als die ursprüngliche Kostenermittlung gewesen.

Um diesen Entwicklungen gerecht zu werden, den Umfang der Ausbauten aber nicht zu reduzieren und auch Fördergeld des Landes abzugreifen, hat der Kreis  die Mittel aufgestockt. Gerechnet wird bei Gesamtkosten von 19 Millionen mit einem Förderanteil von etwa 14 Millionen. Und somit mit mehr Zuschüssen als in den Vorjahren. Laut Verwaltung besteht daher das Risiko, dass die Kommune in Vorkasse gehen muss.

Die Projekte: Der dickste Brocken im Programm ist der Bestandsausbau der K 101 zwischen Ihren und Winterscheid (VG Prüm). Für rund 1,7 Millionen Euro sollen hier 2020 sechs Kilometer erneuert werden.  Nur etwas günstiger wird nach aktueller Schätzung die Sanierung der 4,3 Kilometer K122 zwischen Binscheid und Halenbach (VG Arzfeld). Sie wird derzeit mit 1,3 Millionen Euro veranschlagt.

Weitere, recht teure Arbeiten, stehen in der Schulstraße in Rittersdorf (Bitburger Land) und in der Haupt- und der Karthausstraße in Irrel (Südeifel) an. Bei beiden Projekten geht es nur um einige Hundert Meter Straße. Allerdings wird nicht nur der Belag, sondern auch das Kanalsystem erneuert. Kostenpunkt jeweils: 1,1 Millionen Euro. Genauso viel kostet die K 67 zwischen Brecht (Bitburger Land) und dem Bildchen in Rittersdorf. Hier kommen 2,6 Kilometer unter den Bagger.

Auch mit der Ortsdurchfahrt Idesheim (Bitburger Land) ist der Kreis noch nicht fertig. Rund drei Millionen wird der Ausbau der Kreisstraße insgesamt verschlingen, die Hälfte davon in den nächsten zwei Jahren. Eine sanierte Ortsdurchfahrt erhalten auch die Rommersheimer (VG Prüm). Die 1,5 Kilometer werden wohl mit rund 1,25 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Die anderen Projekte, die in den kommenden zwei Jahren anstehen, fallen unter die Eine-Million-Euro-Marke.

Die meisten von ihnen sind kleinere Bestandsausbauten: So etwa die Sanierung der Reipeldingerstraße in Daleiden, der K158 bei Laudesfeld, der K 65 bei Baustert oder der K 145 zwischen Üttfeld und Stalbach.

Bemerkenswert sind noch die drei Brücken, die in den kommenden Jahren saniert werden. Da wäre die Nimsbrücke in Bickendorf, die Bachbrücke in Obermehlen und ein Durchlass auf der K 9 bei Baustert. Wer die Kosten aller drei Maßnahmen zusammenrechnet, landet bei etwa einer Million Euro.

Eine vollständige Liste des Straßenbauprogramms gibt es im Sitzungskalender der Kreisverwaltung auf  bitburg-pruem.de oder in der Infobox des Artikels auf volksfreund.de