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Warum der Gäßestrepperbrunnen in Bitburg repariert werden muss

Schaden am Kunstwerk : Risse im Bitburger Wahrzeichen - Warum der Gäßestrepperbrunnen repariert werden muss

Das Figuren-Ensemble des Bitburger Gäßestrepper-Brunnens ist an einigen Stellen stark beschädigt. Worauf bei der Reparatur besonders geachtet werden muss.

(uhe) Am rechten Arm ein glatter Durchbruch oberhalb des Ellbogens, am rechten Fuß ein langer Riss im Bereich des Knöchels. Den kleinen Gäßestrepper hat es ganz schön erwischt. „Die Figur scheint mächtig unter Spannung gestanden zu haben“, sagt Ralf Mayeres, zuständiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung. „Wir vermuten, dass da vielleicht jemand beim Rangieren dagegen gestoßen ist“, so Mayeres. Vielleicht ein Lieferant. Wobei das letztlich auch keine Rolle spielt. Die Figur ist beschädigt und muss repariert werden. Und sie ist nicht die einzige in dem sechsteiligen Ensemble des Gäßestrepper-Brunnes mit Schäden.

Was bei der Reparatur des Gäßestrepper-Brunnens in Bitburg beachtet werden muss

Das Wahrzeichen der Bitburger Innenstadt ist in die Jahre gekommen. Bei einigen der Ziegen fehlen Hörner – und das schon länger. Und auch die Witterung hat ihre Spuren an der Bronze-Skulptur hinterlassen. Wie Mayeres mitteilt, habe es bereits einen  Ortstermin mit einem Vertreter der Bronze-Gießerei Plein aus Speicher gegeben, um die Schäden zu begutachten. „Die Hörner sind bei den Figuren das schwächste Glied“, sagt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Sie seien einfach draufgesteckt und ihr Material recht dünn, erklärt er. Da müsse man jetzt schauen, wie man neue Hörner ordentlich befestigen könne, ohne dabei das Urheberrecht des Künstlers zu verletzen. Geschaffen wurde der Gäßestrepper-Brunnen vor gut 40 Jahren von Hubert Löneke.

Die Bitburger Gäßestrepper-Legende

Der 2011 gestorbene Bildhauer aus Aachen war künstlerisch vor allem in seiner Heimatstadt tätig. Für Bitburg verewigte er mit dem Gäßestrepper-Brunnen eine Episode aus dem Dreißigjährigen Krieg: Der Legende nach haben schwedische Truppen die Stadt belagert und versucht, die Bitburger auszuhungern, bis sie sich ergaben.

Warum der Gäßestrepper-Brunnen nicht mehr in der ursprünglichen Version aufgestellt ist

Doch als die letzten Ziegen geschlachtet wurden, kam die rettende Idee: Einige Jungen streiften (streppten) sich die Felle der Ziegen (Gäßen) über und tanzten damit  auf der Stadtmauer rum. So dachten die Belagerer, dass die Bitburger noch so viel Vieh hätten. Frustriert zogen die Schweden also wieder ab.

 Bei einem Teil der Ziegenfiguren fehlen schon länger Hörner.
Bei einem Teil der Ziegenfiguren fehlen schon länger Hörner. Foto: uhe

Als vor wenigen Jahren der Peters­platz erneuert wurde, musste auch der Gäßestrepper-Brunnen vorübergehend weichen. Und auch dabei wurde laut Mayeres darauf geachtet, am Kunstwerk nichts zu verändern. „Wir haben vorher mit einer Drohne Aufnahmen aus der Luft gemacht, um die Anordnung der Figuren exakt zu erfassen“, sagt Mayeres. Und nach der Fertigstellung des Platzes sei das Ensemble wieder mit exakt den gleichen Abständen aufgestellt wurden.

Die ganze Anordnung sei dabei lediglich um 90 Grad gedreht worden, um den Brunnen optimal auf dem neuen Platz stehen zu haben.

Was sich darüber hinaus geändert hat, ist die Brunnenfunktion an sich. Früher blubberte vor einer der Ziegenfiguren eine kleine Fontäne. Mit der Neugestaltung des Petersplatzes wurde das geändert. Nun gibt es zwischen den Gäßestreppern drei kleine Fontänen. Das Blubbern vor der einen Figur ist verschwunden, an dessen einstige Existenz erinnert nur noch leicht die Haltung der Figur.

 Ein Bein von einer der Brunnenfiguren ist komplett durchgebrochen.
Ein Bein von einer der Brunnenfiguren ist komplett durchgebrochen. Foto: uhe

Dass das womöglich nicht ganz optimal gelöst worden sei, räumt Mayeres ein. Wobei es aber auch nicht besonders auffalle, wie er sagt. Die Skulptur selbst sei ja unverändert.

„Die Planerin hatte ein anderes Konzept zur Belebung des Ensembles“, sagt er. Durch die drei Wasserdüsen biete der Brunnen zudem im Sommer auch einen höheren Spaßfaktor für Kinder.