Warum der Gewerbeverein die Testphase unterstützt
Bitburg · Anders als die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hat der Gewerbeverein Bitburg keine Umfrage zum Innenstadtring unter seinen mehr als 300 Mitgliedsbetrieben gemacht. Die Gründe erklärt der Vorsitzende des Gewerbevereins, Edgar Bujara (57), im TV-Interview: Wie stehen Sie zu der Umfrage, die die IHK zum Ring macht?Bujara: Grundsätzlich finde ich alles gut, was an Reaktionen und Zahlenmaterial zu diesem Thema erhoben wird.
Das ist eine wertvolle Basis für die Entscheidungsfindung der politischen Gremien. Überrascht hat mich persönlich schon, dass eine solche Umfrage zu einem Bitburger Thema von der IHK Trier angestrebt wird.
Sehen Sie es als Versäumnis, dass der Gewerbeverein nicht selbst eine solche Umfrage gemacht hat?
Bujara: Nein, weil wir ja in die Entscheidungsfindung der städtischen Gremien eingebunden sind. Wir arbeiten etwa im Verkehrsausschuss mit. Es ist eine politische Entscheidung, keine, die der Gewerbeverein trifft. Die Gewerbetreibenden konnten bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen, in der Presse und bei uns ihre Meinung dazu äußern. Dann zweifle ich an der Aussagekraft solcher Umfragen: Wann werden sie gemacht? Wer reagiert darauf? Am Anfang wäre das Ergebnis weitaus negativer ausgefallen. Am ehesten reagieren diejenigen, die unzufrieden sind.
Welche Meinung vertritt der Gewerbeverein zum Innenstadtring?
Bujara: Über eine Verkehrsführung wie den Ring wurde in Bitburg über ein Jahrzehnt diskutiert. Es wurden Studien und Untersuchungen angefertigt. Ich finde es richtig und wichtig, dass es eine Testphase gibt. Nur dadurch lässt sich herausfinden, ob ein neues Verkehrskonzept funktioniert oder nicht. Dass nicht alles perfekt läuft, ist klar. Aber perfekt war die Situation zuvor auch nicht. Darüber hinaus kämpfen wir in der Innenstadt um jeden Parkplatz, der für die Gewerbetreibenden und unsere Kunden sehr wichtig ist. Durch den Ring haben wir 40 Parkplätze geschaffen. Diese sind vor allem jetzt wichtig, weil die von uns initiierten Parkplätze vor dem Spittel weggefallen sind. Ich will nicht wissen, was los ist, wenn die 40 Parkplätze rund um den Ring auch noch wegfallen.
Wo sehen Sie das Hauptproblem des Rings?
Bujara: Leider wurde bisher versäumt, den Ring zu visualisieren. Den Bitburgern wäre es wichtig zu sehen, wie ein auf Dauer angelegter Ring aussehen würde. Viele können sich das nicht vorstellen und finden, dass der Ring die Stadt verschandelt. Dabei würde ich gerade mehr Grün und eine optische Aufwertung der Stadt durch den Ring erwarten. Für Fußgänger und Radfahrer muss sich einiges verbessern. Aber nun ist es erstmal wichtig, die Unfallzahlen und die Verkehrszählung auszuwerten. scho