1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Warum die Volksbank Eifel Geld für Wechseln von Münzen verlangt

Infrastruktur : Der Volksfreund kümmert sich: Warum das Wechseln von Münzen plötzlich selbst Geld kostet

Ein Bitburger Bürger ärgert sich: Seit Neuestem muss er bei der Eifeler Volksbank Gebühren zahlen, wenn er Kleingeld wechseln will. Wir haben nachgefragt, warum das so ist.

Seit Stephan Garçon ein kleiner Junge war, wechselt er sein Kleingeld bei der Bitburger Volksbank. Früher brachte er die Groschen alle paar Monate an den Schalter. Heute füttert er einen Automaten mit den Münzen. „Und das macht ja sogar Spaß, das Gerät selbst zu bedienen und zu schauen, wie viel in der Spardose drin ist“, sagt der Eifeler.

Doch als er nach dem letzten Münzwechsel auf seinen Kontoauszug schaut, vergeht ihm der Spaß. Denn erstmals wurden ihm für die Einzahlung der Cent und Euro-Stücke Gebühren abgezogen. 214 Euro hatte Garçon in den Automat geworfen und sollte dafür nun 4,29 Euro löhnen.

Keine Unsummen, könnte man meinen. Doch den Bitburger ärgert das: „50 Jahre lang habe ich nie Gebühren für das Einzahlen von Münzen bei der Volksbank Bitburg bezahlt, warum jetzt? Was soll das?“ „Die Genossen der Volksbank“, meint Garçon, selbst Genosse allerdings bei den Sozialdemokraten: „legen wohl keinen allzu großen Wert mehr auf Kunden, die Kleingeld einzahlen“.

Doch warum werden für den kostenlosen Dienst neuerdings überhaupt Beiträge fällig? Ist das Abzocke oder hat das einen guten Grund? Wir fragen bei der Volksbank Eifel eG nach, die ihren Hauptsitz in Bitburg hat und im gesamten Eifelkreis, dem Vulkaneifelkreis und Teilen des Trierer Landes rund 65 500 Kunden hat.

Und wir erhalten prompt Antwort von Pressesprecherin Nadine Marx. Demnach ist der Bargeldservice bereits seit dem 1. September 2020 kostenpflichtig geworden. Seitdem verlangt die Volksbank für die Annahme der Münzen von Privatkunden grundsätzlich zwei Prozent des eingezahlten Betrags und mindestens zwei Euro. Immerhin: Kinder und Vereine müssen nicht zahlen.

Beschwerden waren bislang keine eingegangen, heißt es bei der Bank. Und auch Garçon hat sich erst jetzt gemeldet, wohl auch, weil er seit Herbst kein Geld mehr eingezahlt hatte. Sodass ihm die neuen Gebühren erst jetzt auffielen. Sein Ärger und die Frage nach dem Warum allerdings bleiben. Die Antwort der Bank: Der Umgang mit Bargeld verursache hohe Kosten, die man nun an die Kunden weitergebe. Der Transport, die gesetzlich vorgeschriebene Echtheitsprüfung sowie Kauf und Wartung der Zähl- und Sortiermaschinen – das alles gebe es freilich nicht umsonst. So hätten die Geräte häufiger Störungen, weil etwa Büroklammern in die  Schlitze gerieten. Und die müssten dann ja auch wieder raus.

Eine teure Angelegenheit also, die ohne Gebühren nicht mehr zu stemmen sei. Wenn man diese nicht mehr erheben würde, sagt Sprecherin Nadine Marx, „stellt sich die Frage, wer eine entgeltlose Leistung sonst finanziert. In unserem Fall als Genossenschaftsbank sind es unsere Mitglieder.“ Denen wolle man dies aber nicht aufbürden.

Für diejenigen, die die Kosten vermeiden wollen, hat Marx von der Volksbank aber dennoch ein paar Tipps auf Lager: „Wir empfehlen, Kleingeld sofort im Zahlungsverkehr wiederzuverwenden oder am besten direkt, dort wo möglich, bargeldlose Zahlungsmittel zu verwenden.“

Stephan Garçon überzeugt das alles nicht: „Es gibt natürlich Wichtigeres, aber man muss sich ja nicht jede Verteuerung gefallen lassen.“ Und sein Protest hatte sogar einen kleinen Erfolg: Die 4,29 Euro hat die Volksbank ihm zurückerstattet. Künftig muss aber auch er die Gebühren zahlen. Sein Fazit: „Also besser nur noch bargeldlos zahlen oder die Groschen verschenken!“