Warum es sich lohnt, zu Hause zu bleiben

Warum es sich lohnt, zu Hause zu bleiben

KÖRPERICH. Mit einer Planungswerkstatt zum Thema "Ausbildung und Existenzgründung" wurde das kommunale Projekt 21weiter vorangetrieben. Die Verbandsgemeinde Neuerburg bereitet sich auf die Herausforderungen der Zukunft vor.

Neue Ausbildungsplätze schaffen und die Infrastruktur verbessern - dieser Aufgabe haben sich die Teilnehmer der zweiten Planungswerkstatt im Gaytal-Park in Körperich gestellt. Basis für dieses Projekt ist der Nachhaltigkeitsbericht für die VG Neuerburg. Dieser Bericht ist ein Beitrag zur weltweiten Agenda-21-Bewegung (der TV berichtete). In einer zweitägigen Planungsrunde wurden Probleme und Chancen für die VG durchleuchtet. Rund 40 Personen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern nahmen an der Diskussions- und Informationsveranstaltung am ersten Tag teil. Mit von der Partie waren Arbeitsagentur, Schüler, Kammern und Unternehmer. Das erklärte Ziel war es, eine Basis für ein breit gefächertes Netzwerk rund um Bildung und Ausbildung aufzubauen. "Wir wollten hier die Grundlage für die Zukunft schaffen", erklärt Dirk Kron, Moderator der Werkstatt.Ausbildung ist das Kernanliegen

Am zweiten Tag ging es mit der Planung von konkreten Projekten weiter. In einer großen Runde von etwa 25 Teilnehmern wurden Ideen gesammelt. Schnell kristallisierte sich das Thema Ausbildung als Kernanliegen heraus. Aber auch Strukturwandel, Existenzgründung und das nahe Luxemburg fanden große Aufmerksamkeit. Anschließend ging es in kleinen Gruppen an die Ausarbeitung konkreter Ziele. Um die Verbandsgemeinde auf die Zukunft vorzubereiten, ist es nicht nur wichtig, für gute Ausbildung in Schulen und Betrieben zu sorgen, sondern auch die Weichen für eine solide Existenzgründung zu stellen. Dabei gilt es nicht nur, eine mangelnde Infrastruktur zu kompensieren, sondern auch, jungen Menschen Chancen zu zeigen, warum es sich lohnt, in der Verbandsgemeinde zu bleiben. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang das benachbarte Luxemburg. Viele Arbeitnehmer pendeln zwischen ihrem Arbeitsort in Luxemburg und ihrem Wohnort im Neuerburger Land. Das "Ländchen" wird irgendwann an die Grenzen seiner Kapazitäten stoßen, und dann sollte die VG Neuerburg bereit sein, dies zu kompensieren. Ein weiteres Problem ist die Abwanderung von Studenten. Da Neuerburg keine Hochschule besitzt, sind viele junge Menschen gezwungen, ihre Ausbildung in anderen Städten fortzusetzen. Damit sich diese Menschen nach Ende ihrer Ausbildung wieder in der VG niederlassen, sollte man sie auf Berufs-Chancen und Lebensverhältnisse hinweisen. Mit den in dieser Werkstatt kreierten Projekten soll die VG auf die Zukunft vorbereitet werden.Eine Datenbank über die Verbandsgemeinde

"Ich bin sehr zufrieden mit den Projekten, die wir erarbeitet haben", erklärt VG-Bürgermeister Norbert Schneider. Unter anderem wird eine Art Jugendparlament geschaffen werden. Das soll den Jugendlichen eine stärkere Stimme in der Planung der VG verleihen. Zudem sollen Studenten über einen Newsletter ständig über den Fortschritt der Verbandsgemeinde informiert werden. Des Weiteren soll eine Datenbank über die Verbandsgemeinde aufgebaut werden, die eine breite Informationsplattform für sämtliche Belange bieten soll. Außerdem wird der Wachstumsmarkt Tourismus in Zukunft weiter forciert werden. Um den Jugendlichen einen leichteren Einstand in das Arbeitsleben zu geben, soll eine Art Paten-System, vorzugsweise für Haupt- und Realschüler, aufgebaut werden. "Uns wurden hier Probleme und Chancen unserer Verbandsgemeinde aufgezeigt. Nun liegt es an uns, die Projekte zeitnah umzusetzen, um für die Herausforderungen der Zukunft bestens aufgestellt zu sein", sagt VG-Bürgermeister Schneider zum Abschluss.

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