Warum Kaffeeschmuggel so lukrativ war

Warum Kaffeeschmuggel so lukrativ war

Kaffee ist in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ein sehr begehrtes Genussmittel gewesen. Doch den meisten Leuten war es wegen des hohen Preises nicht möglich, ihn zu kaufen. Den Hauptanteil daran bildete die Kaffeesteuer.

Sie wurde erstmalig mit der Währungsumstellung am 21. Juni 1948 eingeführt, um die durch die schlechte Wirtschaftslage zu wenig eingehenden Steuereinnahmen zu erhöhen. Der Steuersatz betrug anfangs 30 DM für ein Kilogramm Rohkaffee und 54 DM für ein Kilo Röstkaffee. Doch diese enormen Steuersätze, die eher als ein erhöhter Einfuhrzoll anzusehen waren, verhinderten den Absatz des Kaffees erheblich. Die Reaktion hierauf kam schnell. Bereits ab 30. Oktober 1948 wurde die Steuer für 1 kg Rohkaffee auf 10 DM und für 1 kg Röstkaffee auf 13 DM gesenkt. Trotzdem waren die meisten Bürger nicht in der Lage, im regulären Handel Kaffee zu kaufen, denn das Lohnniveau war äußerst gering. Dies zeigen beispielsweise der damals gezahlte durchschnittliche Stundenlohn von etwa 1,60 DM oder das monatliche Anfangsgrundgehalt eines Zollgrenzassistenten von etwa 141 DM. Eine Vorstellung von dem Ausmaß des Schmuggels erhält man erst, wenn man erfährt, dass allein an der Grenze bei Aachen im Jahre 1949 etwa 3000 Zentner Kaffee beschlagnahmt wurden und es dort zu 52.000 Aufgriffen gekommen war.

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