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Kolumne Pitter: Was für ein Baukörper!

Kolumne Pitter : Was für ein Baukörper!

Ich habe noch überhaupt keine zündende Idee für mein Fastnachtskostüm. Dabei liefert unsere kreiselige Kreisstadt doch eine Steilvorlage nach der nächsten. Womöglich waren es in der letzten Zeit einfach zu viele.

Meine Walburga wird wieder mit den Damen aus ihrem Yoga-Kurs eine Fußgruppe machen. Sie wollen sich als kleine Einfamilienhäuser architektonisch unauffällig in unsere Kreisstadt einfügen. Wobei „unauffällig“ bei dieser Truppe wenig läuft. Aber gut. Der Wille zählt. Und diese Deko- und Bastelqueens sind eisern. Treffen sich jetzt jede Woche. Schneiden Löcher in Kartons, stecken ihre Arme und  Beine dadurch und balancieren im Moment noch etwas rutschige Spitzgiebeldächer auf ihrem Kopf. Spitzgiebel ist wichtig. So viel Eifeler Baukultur kenn’ ja sogar ich. Wobei mir die Schwarzwaldbalkone auch gut gefallen. Die Mischung macht es ja meistens. Das ist, wenn man Bier und Balsam schlürft, ja auch so. Die Damen jedenfalls haben sich rund um ihren Baukörper aus Pappe eine Basis für den „gepflegten Vorgarten“ gebastelt. Vorgärten sind in Bitburg in manchen Gebieten ja jetzt vorgeschrieben. Bei Walburga sieht’s alles in allem nach ein bisschen mehr aus als den zwei maximal erlaubten Vollgeschossen. Aber sie strahlt mit ihrer gesamten historischen Bausubstanz von einer Giebelseite zur anderen. Bleibt noch die Frage, was ich mache: Vielleicht gehe ich als Investor. Dann bagger’ ich immer ein bisschen an Walburgas Mauerwerk rum und verteile Klötzchen und Schuhkartons. Könnte gehen. Prost,