Was für ein Theater!

Gleich fünf Rommersheimer Vereine feiern einen runden Geburtstag und nehmen sich in einem Bühnenstück gekonnt selbst aufs Korn. Am letzten Tag des Fests lüften die Kinder ein Geheimnis.

Rommersheim Wenn fünf Vereine ihre Kräfte bündeln und ihre runden Geburtstage gemeinsam feiern wollen, dann gibt es bereits bei den Vorbereitungen Streit, Neid und Missgunst, bis hin zu Handgreiflichkeiten - und die Schadenfreude ist groß.
So - grob umrissen - der Inhalt des Theaterstücks "Das Rommersheimer Dorfjubiläum", einer Komödie in drei Akten, die Beate Irmisch aus Salmtal exklusiv für das Jubiläumswochenende der Gemeinde mit ihren rund 630 Einwohnern verfasst hat. Selbstverständlich reine Fiktion, wie die elf Darsteller und Regisseur Hardy Girten vor der Premiere in den Notizblock des Berichterstatters diktieren - doch: zwinkerte da nicht soeben ein Auge? War wohl eine optische Täuschung. Denn das, was auf der Bühne so katastrophal und auf sehr lustige Art und Weise in die Hose geht, hat das Organisationsteam der Vereine nicht durchleiden müssen. "Im Gegenteil, die Vereine haben wunderbar zusammen gearbeitet", sagt Edgar Krump, Wehrführer der Gemeinde.
"Am Ende eines für Rommersheim so großen Events ist es schön zu sehen, wie harmonisch sich alles zusammenfügte - sowohl für die Vereine, als auch für die Dorfbevölkerung." Begonnen hatte die große Sause am Vatertag mit der Festeröffnung. "Der ganze Ort war auf den Beinen und hinzu kamen sehr viele Gruppen von Vätern aus der Umgebung, die nach Rommersheim gewandert sind", sagt Dietmar Roderich, einer der Organisatoren. Wie viele Besucher tatsächlich vor Ort waren, das sei schwer bis unmöglich zu beantworten, sagt Roderich. "Der gesamte Platz rund um das Gemeindehaus war voller Menschen - und es war ja auch viel Laufpublikum dabei."
Nach einer kurzen Atempause am Freitag, hieß es Bühne frei für elf Rommersheimer Schauspieltalente (und für die vielen Helfer, die im Hintergrund mitgearbeitet hatten). Seit geschlagenen 40 Jahren wurde im Ort kein Theater mehr gespielt - die Premiere des Jubiläumsstücks im Gemeindehaus war erwartungsgemäß ausverkauft und die rund 200 Zuschauer von den Darstellern, die im wirklichen Leben ihre Nachbarn und Freunde sind, restlos begeistert. Wer am Samstag, 3. Juni, oder am Pfingstmontag, 5. Juni, ab 20 Uhr noch nichts vor hat, dem sei ein Besuch des Theaterstücks empfohlen. Das große Finale am gestrigen Sonntag gehörte den Kindern. Bereits seit Montag, als der Mitmachzirkus Inakso unter tatkräftiger Mithilfe der Vereine sein Zelt in Rommersheim aufgeschlagen hatte, probten 55 kleine Artisten aus Rommersheim, Elwerath, Giesdorf und Prüm für die große Vorstellung am Sonntagvormittag. Fast drei Stunden lang übernahmen Cowboys, Jongleure, Mini-Tiger, Clowns und kleine Trapez-Künstler, trotz ihrer jungen Jahre überaus kühne Fakire und gelenkige Bodenturner die Zirkusmanege. Rund 400 Eltern, Großeltern und Geschwister kamen und staunten, was die Kinder in der kurzen Zeit gelernt hatten. Das sei eine Woche lang ein Geheimnis geblieben", sagt ein kleiner Clown. "Wir durften nichts verraten". Umso schöner fällt die Überraschung aus, als der stolze Nachwuchs der ebenso stolzen Verwandtschaft ein tolles Zirkus-Erlebnis verschafft.
Extra: DAS SIND DIE GEBURTSTAGSKINDER

Foto: Vladi Nowakowski (now) ("TV-Upload Nowakowski"


Den Anlass zum Festwochenende in Rommersheim gaben die runden Jubiläen der fünf Rommersheimer Vereine. Gemeinsam feierten der Kirchenchor (140 Jahre), die Freiwillige Feuerwehr (90 Jahre), der Musikverein (90 Jahre), der Tischtennisverein (50 Jahre) und der Sportverein (40 Jahre). Fortsetzungen der gelungenen Veranstaltung sind vorerst nicht geplant - "doch 2027 werden wir 150, zweimal 100, 60 und 50 Jahre gewiss wieder gemeinsam feiern", heißt es von Seiten des Organisationsteams der Vereine.