Was kann man tun, wenn die Furcht kommt?

Prüm · Angststörungen: Was steckt dahinter, was kann man tun? Zu diesem Thema bieten das Gemeindepsychologische Beratungszentrum und der Sozialdienst SKFM drei Abende in der Abteistadt mit viel Informationen.

Prüm. Es gibt keinen Menschen, der frei von Angst ist. Angst rettet uns ständig das Leben. Bei manchen Menschen nimmt die Furcht aber ein übersteigertes Ausmaß an, sie wird zum alles überlagernden Problem im Leben: Eigentlich kleine, für die meisten Menschen selbstverständliche Aufgaben und Situationen werden dann zu unüberwindbaren Herausforderungen. Doch was sind eigentlich Angststörungen? Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Gemeindepsychologischen Beratungszentrums (GPBZ) und des Sozialdiensts SKFM klärt nun Betroffene und Interessierte an drei Themenabenden in Prüm auf.
Neben Depressionen gehören sogenannte Angststörungen (siehe Extra) zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland, die gesellschaftliche Akzeptanz ist allerdings noch gering. Erst langsam rücken die Erkrankungen, die zu den Angststörungen zählen, ins öffentliche Bewusstsein, auch weil prominente Betroffene zunhemend ihre Erkrankung offen ansprechen. So gab beispielsweise der Daleidener Sänger Nicholas Müller vor zwei Jahren seinen Ausstieg aus der Band Jupiter Jones bekannt und erklärte, dass er unter einer Angststörung leide und sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurückziehen müsse (der TV berichtete). Seitdem setzt er sich dafür ein, über die Krankheit aufzuklären und unterstützt die Deutsche Angst-Selbsthilfe (mehr dazu im Netz unter <%LINK auto="true" href="http://www.angstselbsthilfe.de" text="www.angstselbsthilfe.de" class="more"%> ).
"Viele Menschen sind von psychischen Erkrankungen betroffen. Worum es sich bei diesen Krankheiten allerdings genau handelt, wissen nur wenige", sagt Dominik Kirschbaum vom SKFM Prüm. Vor acht Jahren habe sich der SKFM mit dem GPBZ zusammengetan, um jährlich mit einer kleinen Veranstaltungsreihe jeweils über ein Thema zu informieren und auch zu sensibilisieren. "Unter anderem sprachen wir bereits über Depressionen, Autismus und Borderline. Angesprochen werden alle Interessierten, aber eben auch Betroffene", sagt Kirschbaum. Das Konzept habe sich dabei bewährt: "Wir beginnen stets mit einem einführenden Fachvortrag, der die Krankheit generell einordnet und beschreibt. Anschließend wird sie medial in Form eines Film aufgegriffen. Am letzten Abend folgt dann immer ein Blick in die Region. Wo kann man sich Hilfe holen, wo werden die Krankheiten behandelt?"
Eröffnet wird die Reihe am Mittwoch, 26. Oktober, mit einem Vortragsabend zum Thema "Was tun bei Angst und Panik" von Michael Lammertink um 19 Uhr. Am Mittwoch, 2. November, wird sie im Eifelkino Prüm fortgesetzt. Dort wird um 19.30 Uhr der Film "Hedi Schneider steckt fest" gezeigt. Darin erzählt die Regisseurin Sonja Heiss die Geschichte einer jungen Mutter, die nach einem Schlüsselerlebnis in einem festgefahrenen Fahrstuhl beginnt, unter Angst- und Panikattacken zu leiden. Die Reihe wird abgeschlossen mit einem Vortragsabend am Mittwoch, 9. November, um 19 Uhr. Im Konvikt spricht Sarah Herres dann über "Angststörungen in der klinischen Praxis". aff
Hilfesuchende können sich ans Gemeindepsychologische Beratungszentrum Prüm unter Telefon 06551/980308 oder unter 06551/2084 an den Sozialdienst SKFM wenden. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei, die Kinovorführung kostet sieben Euro.
Extra

Unter dem Begriff Angstsörungen wird eine Gruppe von psychischen Erkrankungen zusammengefasst, bei denen Betroffene unter starken Angstreaktionen leiden, obwohl es für Außenstehende keinen objektiven Grund für eine Furcht gibt. Die Symptome können stark variieren. Zu den bekanntesten Angststörungen gehören Phobien. Betroffene entwickeln panische Furcht vor bestimmten Situationen oder Objekten, beispielsweise freien Plätzen oder Spinnen. Auffallend bei Phobien ist, dass sie meist noch einen konkreten Auslöser aufweisen, wohingehen bei generalisierten Angststörungen für Außenstehende kaum oder nur schwer ein konkreter Anlass für die Angst zu erkennen ist. Ebenfalls zur Krankheitsgruppe zählen sogenannte Panikstörungen, bei denen Patienten unter plötzlich auftretenden Panikattacken leiden. Frauen sind dabei häufiger von Angststörungen betroffen als Männer. Die Erkrankung entwickelt sich meist vor dem 45. Lebensjahr. aff